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    BAD KISSINGEN

    Erneuerung der Südbrücke rückt näher

    Die Erneuerung der Südbrücke steht nicht gleich für morgen an. Aber lange lässt sie sich nicht mehr hinausschieben. Die 1954 errichtete Brücke ist marode.

    Joachim Dietz und Rüdiger Köhler vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt machten das dem Bauausschuss des Kissinger Stadtrats am Mittwoch mit Nachdruck klar. Die aktuelle Zustandsnote der für den Verkehr in der Stadt so wichtigen Brücke ist nach Dietz' Worten eine 2,9. In einem Notensystem, das von 1 bis 4 reiche, nicht von 1 bis 6: „Es besteht also Handlungsbedarf.“

    Bereits 1992 abgestuft

    Die Verkehrsbelastung auf der Brücke sei im Vergleich zu früher eher zurückgegangen, berichtete Dietz. Zuletzt, 2015, sei ein Wert von 16 887 Fahrzeugen am Tag festgestellt worden. Der Anteil des Schwerverkehrs daran war mit 528 Fahrezeugen am Tag oder rund drei Prozent eher gering.

    Allerdings sei die Brücke bereits 1992 in eine niedrigere Brückenklasse „abgestuft worden“. Fahrzeuge über 44 Tonnen Gesamtgewicht dürfen gar nicht darüber fahren, Fahrzeuge mit 30 Tonnen und mehr müssen Mindestabstände von 100 Metern einhalten.

    Vereinbarung mit der Stadt

    Die beiden Vertreter des Staatlichen Bauamts waren in den Bauausschuss gekommen, weil sie wegen der wachsenden Dringlichkeit der Erneuerung bis Ende des laufenden Jahres eine Planungsvereinbarung mit der Stadt haben wollen, damit 2019 Schritt für Schritt in die Planung eingesteigen werden kann. Baubeginn könnte dann nach Köhlers Einschätzung im Frühjahr 2023 sein. Aber nur „unter optimalen Bedingungen“.

    Erneute Diskussion über Kreisel

    Was die Verteilung der Kosten angeht, bekam die Stadt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Kostenträger ist wegen Bedeutung und Einstufung der Straße allein der Staat. Die schlechte: Der baut dann aber nicht mehr als er muss. Wie gerne der Stadtrat aber mitreden würde, machte die Aussprache über die Planungen für die Knotenpunkte neben der Südbrücke deutlich. Bei der Schlachthofkreuzung hoffen einige entgegen der Position des Staatlichen Bauamts auf einen Kreisel.

    Zu wenig Platz

    Rüdiger Köhler machte für das Straßenbauamt aber mehrfach deutlich, dass aus fachlicher Sicht, ein leistungsfähiger Kreisel dort nicht möglich sei. Sein Hauptargument: Im betreffenden Bereich steht einfach nicht die nötige Fläche zur Verfügung. Ein sinnvoller Kreisverkehr sei deshalb auch in einer ungewöhnlichen Variante „nicht darstellbar“.

    Die Zweifler im Ausschuss überzeugte er damit offenkundig nicht. Sie haben alle noch die Entwicklung der Debatteüber die Garitzer Kreuzung in Erinnerung. Da bevorzugte das Staatliche Bauamt zunächst auch eindeutig eine ampelgeregelte Kreuzung, um schließlich doch auf einen Kreisel umzuschwenken.

    Drei Fahrbahnen auf der Brücke?

    Wenn es aber an der Schlachthofkreuzung zur Ampellösung kommt, muss aus Sicht der Fachleute vom Bauamt die Kreuzungsgeometrie geändert und die Ampelsteuerung angepasst werden. Auf der Südbrücke seien drei Fahrspuren denkbar. In der Folge plant das Bauamt unter anderem zweistreifiges Linksabbiegen aus der Würzburger Straße auf die Brücke. Vom Ostring her gäbe es dann nach der Bahnbrücke drei Fahrspuren, eine für links, einer für geradeaus und eine für geradeaus und rechts.

    Keine unlösbaren Probleme zeichnen sich an der Einmündung der Euerdorfer Straße ab. Umstritten war dagegen wieder der vom Staatlichen Bauamt aktuell nicht überplante Abschnitt des Rings zwischen Euerdorfer Straße und der Abzweigung zum Gewerbegebiet Garitz Süd. Wenn es da wieder weniger Fahrspuren werden, befürchten manche einfach die Verlagerung von Stauungen dorthin.

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