• aktualisiert:

    Bad Brückenau

    Exhibitionisten zur Strecke gebracht: Kurgästinnen geehrt

    Bettina Lange von der Staatlichen Kurverwaltung (links) und Polizeichef Herbert Markert luden Regine Schweim und Anni Heilmann (von links) in den Elisabethenhof ein, um sich für ihr umsichtiges Handeln zu bedanken, das zur Festnahme eines vermeintlichen Exhibitionisten führte. Foto: Klaus Wiesler

    Bettina Lange von der Staatlichen Kurverwaltung und Herbert Markert, der Leiter der Polizeiinspektion Bad Brückenau, ehrten und dankten zwei weiblichen Kurgästen, die mit halfen, am Dienstagnachmittag, dem 24. September, im Staatsbad einen Exhibitionisten festzunehmen.

    Anni Heilmann aus Großhabersdorf im Landkreis Fürth ist 67 Jahre alt. Bevor sie in Rente ging, arbeitete sie in einer Bank. Regine Schweim kommt aus Wesenberg bei Lübeck. Sie ist 59 Jahre alt. Regine Schweim arbeitet in der Agentur für Arbeit in Bad Oldesloe. Beide hatten beziehungsweise haben Berufe, in denen man nicht ängstlich und schreckhaft sein darf. Was sie eint: Sie kuren zurzeit in Bad Brückenau-Staatsbad. Hier lernten sie sich auch kennen und wurden schnell Freundinnen. Zwischen und nach den Anwendungen vertreiben sie sich die Zeit mit Spaziergängen auf den vielen Wegen in der näheren und weiteren Umgebung ihrer Kurklinik.

    Frauen reagierten selbstbewusst

    Am Freitagnachmittag, dem 20. September, trat ihnen plötzlich ein Exhibitionist gegenüber. Sie reagierten äußerst selbstbewusst, verständigten sofort die Polizei und gaben eine gute Beschreibung durch. Trotzdem schaffte es der Tatverdächtige, der Polizei trotz unmittelbar nach dem Anruf eingeleiteter Fahndung ein Schnippchen zu schlagen und zu entkommen. Vier Tage später sahen die beiden Frauen nach dem Mittagessen den Mann wieder. Jetzt wurde es zu eng für den 51-Jährigen und er konnte von einer Streifenwagenbesatzung festgenommen werden. „Dabei verhielten sich die beiden Zeuginnen vorbildlich. Sie gingen nicht auf den Mann los, sondern riefen verdeckt die Polizei, fotografierten ihn heimlich und beschrieben der Einsatzzentrale den weiteren Weg, den er ging, und dirigierten sogar die Streifen in die richtige Richtung“, lobte Markert das clevere und besonnene Verhalten der beiden Kurgäste.

    Lange und Markert luden die beiden Zeuginnen, die ja auch Geschädigte der Sexualstraftat sind, in den Elisabethenhof im Staatsbad ein, um sich mit kleinen Präsenten zu bedanken. Lange war ob der Festnahme des Tatverdächtigen erleichtert, war doch erst im August ein Exhibitionist aufgetreten. Sie war sichtlich stolz auf den Mut und das schlaue Verhalten ihrer Gäste.

    „Erkennen, beobachten, die Polizei rufen, die Zeit nutzen, um sogar noch verdeckt ein Foto zu machen, und dann noch die Einsatzkräfte dirigieren! Das war schon sehr professionell“, führte Markert aus, dass sie alles richtig gemacht hätten. Und weiter: „Das war sehr viel cleverer als selbst den Mann anzusprechen. Denn dann wären sie möglicherweise selbst in Gefahr geraten und er hätte vielleicht wieder entkommen können. So hatten wir einen kleinen Vorsprung und konnten ihn fassen.“

    Freude bei den Geehrten

    Die beiden geehrten Frauen nahmen es relativ gelassen. Sie freuten sich, dass sie zur Festnahme hatten beitragen können. Aufgrund ihrer Berufserfahrung hätten sie in keinem Moment Angst verspürt, versicherten sie. Regine Schweim berichtete, dass sie auf Veranlassung ihres Arbeitgebers sogar in Selbstverteidigung ausgebildet worden sei. Schweim und Heilmann lobten ihrerseits den schnellen Einsatz so vieler Streifen der Bad Brückenauer Polizeiinspektion und baten, den eingesetzten Beamtinnen und Beamten Grüße und Dank auszurichten.

    Für den Rest des so aufregend begonnenen Kuraufenthaltes ziehen sie aber doch Ruhe und Entspannung vor. Der Sachbearbeiter der Polizeiinspektion Bad Brückenau prüft nun weitere noch nicht gelöste Fälle von Exhibitionismus im Dienstbereich auf Tatzusammenhänge. Die Bad Brückenauer Polizei nimmt zu diesem Zweck auch Verbindung mit der Wohnortdienststelle des Tatverdächtigen auf. Laut Polizeiangaben ist der Tatverdächtige 51 Jahre alt und kommt aus dem angrenzenden Hessen.

    Bearbeitet von Dominik Förster

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (6)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!