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    Bad Brückenau

    FC Bad Brückenau: Der Ball rollt seit einem Jahrhundert

    Vor 100 Jahren wurde der 1. FC Bad Brückenau gegründet, die erste Fußballmannschaft gab es 1920. Foto: Archiv 1. FC Bad Brückenau

    Der Erste Weltkrieg ist seit wenigen Monaten zu Ende und in Versailles beginnt die Pariser Friedenskonferenz, Frauen dürfen in Deutschland zum ersten Mal wählen und in München stirbt bei einem Attentat der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner.

    In dieser unruhigen Zeit gründeten nach reiflicher Überlegung und vielen Vorbesprechungen Andreas Adrian, Peter Altfuldisch, Clemens Baumeister, Otto Bernhart, Anton Hohmann, Josef Krug, Peter Metz, Hans Schurk, Bernhart Wiesner und Karl Wütschner am 28. März 1919 im Gasthaus „Zum Adler“ eine „Vereinigung der Freunde des Fußballsports“. Der erste Vorsitzende war Peter Altfuldisch, Schriftführer Clemens Baumeister, Kassier Anton Hohmann und Andreas Adrian war Zeugwart. Man einigte sich auf den Namen 1. FC Brückenau, die Vereinsfarben wurden Rot und Schwarz.

    Standort des Sportplatzes mehrfach verlegt

    Als die Formalitäten geklärt waren, stand zunächst die Sportplatzfrage an, denn nach Gründung des Vereins kickte man auf einer Wiese im Sinngrund, der „Wittmann-Wiese“, die der Gastwirt Anton Wittmann dem FC Brückenau zur Verfügung stellte. An ein Spielfeld mit Normmaß war damals noch lange nicht zu denken. Erst am 25. August 1921 kaufte der FC im Oberen Sinngrund oberhalb der ehemaligen Dornemühle ein Grundstück. Im darauffolgenden Jahr tauschte man dieses Grundstück mit einer Wiese, die dem Dornemüller Hugo Ziegler gehörte und direkt an die „Wittmann-Wiese“ angrenzte. Die Sportplatzfrage war hiermit geklärt. Später wurde der Sportplatz erneut auf seinen jetzigen Standort unterhalb der FC-Halle auf das Hans-Pfister-Sportgelände verlegt. Auf dem alten FC-Platz steht jetzt das Feuerwehrhaus.

    1950 wurde am Fußballplatz eine Tribüne gebaut, auf der 400 Zuschauer Platz fanden. Foto: Archiv 1. FC Bad Brückenau

    Im Januar 1950 wurde der Bau einer überdachten Tribüne beschlossen und schon im August war der FC im Besitz einer überdachten Sitztribüne für 400 Zuschauer. Der Bau konnte nur dank großzügiger Spenden ermöglicht werden.

    Einen Sportplatz und eine Tribüne hatte der FC, Umkleiden gab es aber noch keine. „Bevor die FC-Halle gebaut wurde, haben sich die Fußballer im Gasthof Grüner Baum umgezogen“, erzählt Dirk Stumpe, Marketingleiter des FC. Der Bau seiner Sporthalle ab dem Jahr 1958 war eines der größten Projekte für den FC. Der Verein hat die ehemalige RAD-Exerzierhalle in Einraffshof erworben, dort abgebaut und in der Bahnhofstraße wieder aufgebaut. 119 000 DM sollte der Bau kosten, am Ende waren es dann über 250 000 DM, da man im Untergeschoss noch eine Wettkampf-Kegelbahn einbaute.

    FC-Halle wurde 1962 eingeweiht

    Vieles haben die Mitglieder in Eigenleistung erbracht, insgesamt wurden 6590 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Am 4. August 1962 wurde die FC-Halle eingeweiht. Die Kegelbahn gibt es heute nicht mehr, im Untergeschoss des Gebäudes sind die Umkleiden der Fußballer und das Sportheim untergebracht, in der darüber liegenden Halle stehen Trainingsgeräte, die von den Handballern und Fußballern genutzt werden. Als es die Sporthalle im Schul- und Sportzentrum noch nicht gab, trainierten die Handballer in der FC-Halle und in der Sporthalle der Rhön-Kaserne. Die „Heimspiele“ fanden in der Bayernhalle in Bad Kissingen statt.

    Der Handball-Kreismeister und unterfränkische Vizemeister 1967. Foto: Archiv 1. FC Bad Brückenau

    Gab es zur Vereinsgründung vor 100 Jahren nur die Abteilung Fußball, ist in den folgenden Jahrzehnten der Verein stetig gewachsen. Ab 1946 gab es eine Handballabteilung, 1959 kam Faustball dazu. Sportkegeln wurde beim FC von 1962 bis 1975 angeboten, der Skiklub war von 1967 bis 1981 ebenfalls eine Abteilung des FC. Die Schwimmabteilung bestand von 1971 bis 1973 und die Radsportabteilung von 1989 bis 2005. 18 Mannschaften, davon vier Fußball-Mannschaften in Spielgemeinschaften, nehmen aktuell in Handball und Fußball am laufenden Spielbetrieb teil.

    Hochkarätige Mannschaften aus Handball und Fußball waren zu Gast

    Höhepunkte gab es in der 100-jährigen Vereinsgeschichte einige. Hochkarätige Mannschaften aus Fußball und Handball waren zu Gast in Bad Brückenau. 1983 spielte eine Rhön-Auswahl der Fußballer gegen Eintracht Frankfurt und 1995, zum 75-jährigen Vereinsjubiläum, war 1860 München zu Gast. Vor wenigen Jahren kickte die erste Mannschaft in einem Trainingsspiel gegen Paok Saloniki, ein Verein aus der ersten griechischen Liga, der zum Trainingslager in der Kurstadt war.

    Die Nationalmannschaft von Katar war 1987 zu Gast im Schul- und Sportzentrum. Foto: Archiv 1. FC Bad Brückenau

    Auch die Handballer spielten gegen erstklassige Mannschaften. Die Nationalmannschaft von Katar war 1987 und der damalige Bundesligist Wallau-Massenheim war 2004 zu Gast im Schul- und Sportzentrum. Die Handball-Damen wurden 1979 Meister und schafften den Aufstieg in die Oberliga, wo sie sich vier Jahre halten konnten.

    Neben dem Sportlichen gab es in der Geschichte des 1. FC Bad Brückenau auch einige gesellschaftliche Höhepunkte „Die Älteren schwärmen noch heute von den Faschingsbällen in der FC-Halle“, erzählt Dirk Stumpe. „Ein weiterer Höhepunkt, wenn auch kein positiver, war auch die Kroaten-Geschichte während der WM 2006“, so Stumpe.

    Chronik wird beim Festkommers vorgestellt

    Den letzten großen Umbruch erlebte der Verein 2007, als der Vorstand von 42 auf fünf Leute verkleinert wurde. „Wir haben uns gesagt, wir gehen jetzt neue Wege. Auch um den Verein zu entschulden“, sagt Dirk Stumpe. Vorsitzender ist Stefan Richter, sein Stellvertreter und Fußball-Abteilungsleiter ist Heribert Jakobsche, Wolfram Vorndran ist kaufmännischer Leiter Dirk Stumpe Marketingleiter und Klaus Sieß ist Handball-Abteilungsleiter.

    Am 9. November feiert der 1. FC Bad Brückenau mit einem Festkommers für geladene Gäste sein 100-jähriges Jubiläum. An diesem Tag wird auch die Chronik vorgestellt, in der Dirk Stumpe in Zusammenarbeit mit Jürgen Pfister, Heribert Jakobsche, Herbert Berger, Christian Riemey, Klaus Abersfelder, Walter Schöpfner, Wolfram Vorndran und Hans-Jörg Heidelmeier die vergangenen 100 Jahre Revue passieren lässt. „Wir werden die Chronik bei Heimspielen von Handball und Fußball verkaufen“, so Stumpe.

    Um nicht zu vergessen, wer im Jubiläumsjahr eines der 574 Mitglieder war, hat der FC in Zusammenarbeit mit Stickerstars aus Haßfurt, bekannt aus der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ ein Stickeralbum erstellt. „220 aktive Spieler aus dem Jugend- und Erwachsenenbereich, Trainer und Offizielle sind darin abgebildet, ähnlich wie in den Panini-Alben von Fußball-WMs“, erklärt Dirk Stumpe. Seit dem 26. Oktober bis 4. Januar ist das Album bei Rewe zu kaufen, ab einem bestimmten Einkaufswert bekommt man Sticker dazu und man kann die Sticker auch kaufen. „Wir werden auch Tauschbörsen veranstalten, damit jeder sein Album voll bekommt", verspricht Stumpe.

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