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    BAD BOCKLET

    Freistaat investiert kräftig in Bad Bocklet

    In sein kleinstes Staatsbad investiert der Freistaat gerade etliche Millionen. Die Caritas modernisiert derzeit das Badehaus und will 2019 den Fürstenbau runderneuern. 10,25 Millionen Euro lässt sich der Freistaat dies kosten. Aber auch die Kommune hat, im Rahmen des Konsortialvertrags mit München, verschiedene Maßnahmen im Kurpark ausgehandelt. So soll zum Beispiel am Badehaus ein Kneipp-Garten angelegt und im Kurpark bald ein neuer Pavillon errichtet werden.

    Dass momentan im Kurbereich regelmäßig Baulärm zu hören ist, finden manche Gäste gar nicht lustig, weiß Bürgermeister Andreas Sandwall. Aber Modernisierungen haben nun mal ihren Preis. Dem Marktgemeindechef ist es deshalb wichtig, dass alle Bauarbeiten im Staatsbad bis 2020 abgeschlossen sind und wieder Ruhe einkehrt. „Wir wollen mit den Maßnahmen der Kommune – den Pavillon mal ausgenommen – sogar schon 2019 fertig sein.“

    Aufträge noch 2018

    In den zuständigen Gremien sei alles abschließend besprochen, sagt Sandwall. Der Freistaat stellte rund 1,5 Millionen Euro für verschiedene Neuerungen im Kurpark bereit. „Entscheidend wird aber sein, wann die bauausführenden Firmen bei der derzeitigen Hochkonjunktur im Baugewerbe Zeit haben.“ Die Aufträge sollen jedenfalls laut Bürgermeister diesen Sommer noch rausgehen.

    Als Sandwall im Mai 2017 Bürgermeister wurde, sei es ihm wichtig gewesen, die Sache voranzutreiben, sagt er im Gespräch mit der Redaktion. Im Juli 2017 habe er im Heimatministerium in Nürnberg mit den zuständigen Personen verhandelt und ein paar neue und wichtige Maßnahmen im Kurpark angesprochen. Ergeben habe sich die aktuell angestrebte Modernisierung des Kurparks, nach Sandwalls Angaben, aus dem 2015 von Landschaftsarchitektin Marion Dubler vorgelegten Pflegewerk für Park und Saale-Auen.

    Altes sichtbar machen

    Bei diesem Konzept handle es sich um eine Art Bestandsaufnahme dessen, was im Kurpark an Wegen, Blumen, Sträuchern, Bäumen und Gebäudlichkeiten zu finden ist. Gleichzeitig wird in dem Konzept der Bestand auch gelegentlich mal hinterfragt und es werden moderne Alternativen aufgezeigt, erklärt Kurdirektor Thomas Beck die inhaltliche Struktur dieses Gesamtwerks. Als Beispiel nennt Beck die Sandsteinmauer des Gartens, welche unter dichtem Efeu verborgen ist.

    Auf historischen Bildern sei die Mauer jedoch sehr gut erkennbar. Deshalb entschloss man sich, das grüne Rankwerk zu entfernen und die Einfriedung wieder sichtbar zu machen. Saniert werden muss laut Kurdirektor auch der Treppenaufgang zum Fürstenbau, denn einzelne Fugen sind locker und so haben sich Stufen gesetzt.

    Vielleicht eine Schranke anbringen

    Ebenso wurde der Zugangsweg vom großen Parkplatz aus zum Kurpark einer näheren Prüfung unterzogen. „Es fahren einfach zu viele Leute mit dem Auto dort rein“, beklagt Bürgermeister Sandwall. Das führe zum einen dazu, dass sich auf dem Sand-Kies-Weg immer wieder tiefe Löcher auftun. Vor allem aber vertragen sich benzingetriebene Fahrzeuge nicht mit dem Heilquellenschutz, der für den gesamten Kurpark gilt, sagt Sandwall. Voraussichtlich werde der Weg mit einer Schranke abgesperrt.

    Diese soll dann nur noch in Einzelfällen hochgehen, wenn zum Beispiel Menschen mit Behinderung passieren wollen. Das Eingangsstück des Wegs wird, laut Bürgermeister, zudem asphaltiert, was für den Heilquellenschutz sicherer sei als der bisherige Zustand des Wegs. Im Rahmen der Modernisierungsarbeiten ist ein neues Beschilderungskonzept für Kurpark und Kommune geplant, das gerade erarbeitet wird, führt der Marktgemeindechef die Planungen weiter aus.

    Musik im Pavillon

    Last but not least soll im Kurpark nun doch wieder ein Pavillon errichtet werden. Das alte hölzerne Häuschen aus dem Jahr 1911, das man mehrfach zum Rakoczy-Fest an die Bad Kissinger ausgeliehen hatte, sei nicht mehr zu sanieren gewesen, sagt Kurdirektor Beck. Vor vier Jahren wurde das kleine Bauwerk endgültig entfernt und verschrottet. Doch inzwischen sei klar geworden, dass in den Park wieder ein Pavillon hingehört, so Beck. Geplant ist aber eine modernere Version des historischen Schattenspenders. „Wir wollen Strom und Wasser dort haben, so dass der Pavillon dann auch für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden kann.“

    Interessant ist auch ein weiteres Projekt, das die Kommune bald angehen will. Nachdem die Caritas in ihre thematische Neuausrichtung den guten alten Dr. Kneipp aufnahm und seine Anwendungen Bestandteil moderner Therapien werden sollen, habe sich auch die Marktgemeinde mit diesem Thema auseinandergesetzt, sagt Sandwall. Wassertreten kann man ja am Badehaus schon länger. Nach Sandwalls Angaben soll das Areal rund um das Kneipp-Becken nun bald zu einem blühenden Garten werden, in dem man die Kneipp'schen Pflanzen und Heilkräuter genauestens studieren kann.

    Erlebnis Saale

    Der Kurgast müsse jedoch nicht befürchten, dass der lieb gewonnene Kurpark grundlegend verändert wird. Vielleicht werde aber die Sicht dort mitten im Grünen schöner, wenn zum Beispiel, wie geplant, hie und da ein paar Baumgruppen gelichtet und so neue Sichtachsen geschaffen werden. Passend dazu plant das Wasserwirtschaftsamt, die Saale, direkt am Kurpark, „erlebbar“ zu machen, sagt Sandwall. Noch 2018 will zudem der Landkreis zwischen Aschach und Kurpark eine Fahrradbrücke über die Saale bauen.

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