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    BAD KISSINGEN

    Freistaat will das ehemalige Solereservoir verkaufen

    Das ehemalige Solereservoir, eine denkmalgeschützte Lagerhalle, die eher versteckt und unscheinbar an der Salinenstraße steht, soll verkauft werden Foto: Siegfried Farkas

    Das ehemalige Solereservoir gehört nicht zur ersten Garde der staatlichen Kurbauten in Bad Kissingen, aber es steht unter Denkmalschutz. Jetzt soll es verkauft werden.

    Wahrscheinlich ist selbst den meisten Kissingern nicht bewusst, dass es sich bei dem an der Salinenstraße gelegenen Objekt um ein bedeutsames Zeugnis jener Zeit handelt, als die Stadt zum Weltbad aufstieg. Entstanden ist das Anwesen in den Jahren 1850 bis 1852 nach Plänen eines Architekten mit Namen Knörr. Also schon kurz nachdem König Ludwig I. den berühmten Architekten Friedrich von Gärtner (1791-1847) in Kissingen Arkadenbau und eisernen Brunnenpavillon, Ludwigsbrücke, Krugmagazin und evangelisches Bethaus hatte errichten lassen.

    Versteckt und unscheinbar

    Wer das relativ versteckt und unscheinbar platzierte Anwesen überhaupt schon registriert hat, kennt es als Lager- und Abstellhalle. Als solche wurde es zuletzt regelmäßig genutzt. Gebaut worden ist der eingeschossige Satteldachbau, der Giebelmauern aus Sandstein hat und ansonsten eine hölzerne Ständerkonstruktion darstellt, aber für einen anderen Zweck.

    Im Kissingen-Band der Reihe Denkmäler in Bayern wird dieser Zweck so beschrieben: „Der Aufstieg Kissingens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war auch mit einer stärkeren Differenzierung der Kuranwendungen verbunden.“ Zur reinen Trinkkur seien damals auch Moor- und vor allem Solebäder gekommen. Die an den Salinen gewonnene Sole sei durch eine gusseiserne Soleleitung, die Friedrich von Gärtner anlegen ließ, nach Kissingen gelangt. Diese Leitung endete zunächst im Solereservoir.

    Sole zentral gesammelt

    „Hier“, heißt es im Denkmalbuch, „wurde die Sole zentral gesammelt und dann in Bottichen zu den einzelnen Kurhäusern gebracht, in denen Solebäder verabreicht wurden“. Rund zwei Jahrzehnte später sei dann eine neue Leitung entstanden, „die die Obere Saline direkt mit dem neu gebauten Aktienbad (später unter dem Namen Luitpoldbad bekannt) verband“.

    Die Aufgabe, für die es gebaut wurde, hat das Solereservoir schon lange verloren. Die darauf folgende auch. Lagerhalle sei das Anwesen gewesen, heißt es im Exposé der Immobiliengesellschaft des Freistaats Bayern (IMBY) Dass es jetzt verkauft werden soll, begründet die IMBY mit dem Wegfall der bisherigen Nutzung. Das Objekt sei „in den letzten Jahren für Lagerzwecke der Besitzverwaltungen sowie des Zentrums Staatsbäder genutzt“ worden, teilt Dieter Knauer, der Geschäftsführer der IMBY auf Anfrage mit. Weil dieser Bedarf zwischenzeitlich aber nicht mehr bestehe, „steht das Objekt zur Veräußerung“.

    Keine Versorgungsanschlüsse

    Das Grundstück habe eine Größe von 1450 Quadratmetern, heißt es im Exposé für das Objekt. Beim Blick auf die Anforderungen im Bereich Infrastruktur fehlt es an vielem. Wasser-, Abwasser-, Strom-, Gas- und Telekommunikationsanschlüsse seien im Gebäude nicht vorhanden. Eine Heizanlage bestehe ebenfalls nicht.

    Aktuell, so die IMBY weiter, sei ein Teil des Grundstücks als Pkw-Abstellplatz vermietet. Das sieht man vor Ort. Teile der Lagerhallen seien verpachtet. Schriftliche Angebote für das Objekt nimmt die Immobiliengesellschaft des Freistaats laut Exposé bis 14. Juni entgegen. Zu den Preisvorstellungen seines Unternehmens wollte sich Geschäftsführer Dieter Knauer am Freitag nicht äußern.

    Das ehemalige Solereservoir wird aktuell nicht mehr genutzt und soll deshalb verkauft werden. Foto: Siegfried Farkas
    Blick auf ein Detail des Gebälks. Foto: Siegfried Farkas
    Abgeschlossen: eine Tür am Solereservoir. Foto: Siegfried Farkas

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