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    Hammelburg

    Hammelburg: Aluminium-Fasten ist aktueller denn je

    Ein Fastenkalender der katholischen Pfarrgemeinde  thematisiert den Raubbau an der Natur. Unterdessen fressen sich die Bagger in der Partnergemeinde Juruti Velho voran. 
    Pfarrgemeinderatsvorsitzende Barbara Oschmann hat, zusammen mit Pastoralreferent Markus Waite, einen Fastenkalender herausgegeben. Foto: Wolfgang Dünnebier

    Der Aluminium-Fasten-Kalender der katholischen Kirchengemeinde Hammelburg ist aktueller denn je. Mit dem Kalender gibt Pfarrgemeinderatsvorsitzende Barbara Oschmann mit Unterstützung von Markus Waite ab Aschermittwoch sieben Wochen lang täglich einen Impuls zum sparsamen Umgang mit Aluminium. Nach der ersten Erscheinung 2019 wurden wegen der Nachfrage auch aus anderen Gemeinden 1000 Exemplare nachgedruckt.

    Den Anstoß zu dem Kalender hatte Barbara Oschmann 2015 bei einer Reise mit Pfarrer Thomas Eschenbacher und einer Gruppe von Ministranten nach Juruti Velho, Hammelburgs brasilianische Partnerstadt, bekommen. Die Gruppe sah wunderbare Landschaften, aber auch die gewaltige Naturzerstörung durch den Abbau von Bauxit als Grundstoff zur Aluminiumherstellung. Auf dem Gebiet des Partnerbistums Óbidos werden dafür große Flächen Regenwald abgeholzt.

    Abbau bis 30 Meter an die Häuser

    Im Sommer 2019 war zur Besiegelung einer Partnerschaft wieder eine Delegation dort und musste miterleben, wie weit sich die Bagger zur Rohstofferzeugung weiter ins Land gefressen haben. "Es wird immer dramatischer. Bis auf 30 Meter wird dort an die Häuser heran abgeholzt", berichtet Oschmann von der Notlage mancher Brasilianer. "Das wird für viele zu einer Lebensfrage", hat sie als Botschaft mitgebracht.

    Der Maniok-Anbau ging wegen des Eingriffs in die Natur bereits stark zurück, der Fischfang ebenfalls, nachts ist der Lärm der Maschinen zu hören, sagt Oschmann. Der Himmel sei so hell wie bei Vollmond, die Wolken seien rot wegen des Staubes. Die Folgen seien dramatisch. Es gebe keine Jagd mehr, keine Früchte vom Wald, kein Öl und keine Milch. Statt der versprochenen Wohltaten gab es nur Verluste, so Oschmann weiter.

    Schwester Johannita auf Heimaturlaub 

    Aus erster Hand wird man sich über die Situation bald auch bei Ordensschwester Johannita Sell informieren. Die gebürtige Hammelburgerin war 1964 vom Orden der Maria-Stern-Schwestern nach Juruti Velho entsandt worden und wirkt dort seitdem mit großem Elan. Ende März kommt die 81-Jährige zu einem dreimonatigen Heimaturlaub nach Hammelburg. Den Fastenkalender gibt es in Hammelburg im Weltladen und im Pfarrbüro gegen eine Spende. 

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