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    Hammelburg

    Hammelburg wird auch Standort fürs Naturerlebniszentrum

    Bei der Bewerbung um eine Zweigstelle des Naturerlebniszentrums Klaushof hat Hammelburg das Rennen gemacht. Das Konzept birgt Überraschungen.
    Das Kellereischloss in Hammelburg soll Naturerlebniszentrum werden. Von links: Landrat Thomas Bold, Zentrumleiterin Lisa Graskamp, Bürgermeister Armin Warmuth und der Bayerische Umweltminister Thorsten Glauber. Foto: Wolfgang Dünnbeier

    Bei seinem kurzfristig angekündigten Besuch in Hammelburg brachte der Bayerische Umweltminister Thorsten Glauber eine gute Nachricht mit. Im Kellereischloss kommt ein zweiter Standort des Naturerlebniszentrums unter. Dabei wird es sich um ein weiteres Standbein der Einrichtung am Klaushof Bad Kissingenhandeln.             

    Was an den beiden  Bildungsstätten geboten werden soll, ist offen. "Das Konzept ist noch in Arbeit", sagte Glauber. "Hammelburg hat die überzeugendste Bewerbung abgegeben", lobte er mit einem Dank an die anderen Bewerber. Ziel der Naturerlebniszentren ist es, den Wert der Biodiversität zu vermitteln. Im Klaushof sollen die Themen Wald und Tier im Mittelpunkt stehen. In Stadtzentrum vom Hammelburg geht es voraussichtlich um Technik für die Artenvielfalt, nachhaltige Energiegewinnung und Klimawandel.               

    Vorgesehen sind dafür Ausstellungsflächen sowie Gruppen- und Seminarräume. Der Raumumfang in dem staatlichen Gebäude ist noch unklar. Das Naturerlebniszentrum wird sich das Gebäude mit der im Schloss schon lange untergebrachten Niederlassung der Gebietswinzergemeinschaft Franken, der Polizei, einer Bankfiliale und einem Notar teilen.       

    Einzug verzögert sich

    Frei werden dafür bisher dort untergebrachte Räume der Stadt Hammelburg. Die Stadtbücherei, die Touristinformation, der städtische Sitzungssaal sowie einzelne Büros will die Stadt in ein eigenes Bürgerhaus am Marktplatz umsiedeln. Durch einen Bürgerentscheid ist der Zeitplan allerdings etwas durcheinander geraden.  Mit dem Baubeginn für das Bürgerhaus rechnet Bürgermeister Armin Warmuth frühestens 2020.             

    Bürgermeister Armin Warmuth (rechts) und Landrat Thomas Bold (links) führten Umweltminister Thorsten Glauber (Mitte) durch das Kellereischloss, wo bisher auch die Stadtbücherei untergebracht ist.  Foto: Wolfgang Dünnebier

    Entsprechend unklar blieb bei der Ankündigung des Ministers der Zeitplan für die  Verwirklichung der  Zweigstelle in Hammelburg. Bürgermeister Armin Warmuth kann sich auch einen abschnittsweisen Einzug vorstellen. "Jetzt können wir endlich durchstarten", freute sich Zentrumleiterin Lisa Graskamp. Insgesamt sind für die beiden Standorte des Naturerlebniszentrums zunächst 9,4 Millionen Euro zugesagt und zehn Stellen vorgesehen. Zwei davon sind bereits besetzt.            

    Werbung um Ehrenamtliche

    Eingeladen zu der frohen Verkündigung des Ministers waren auch Vertreter von Umweltschutzverbänden. "Nur durch Sie als handelnde Personen in der Fläche können wir Leute für unserer Ideen im Interesse der Artenvielfalt gewinnen", sagte Minister Glauber und bat um weitere ehrenamtliche Unterstützung bei der Umweltbildung. Bei der Biodiversität und der Verbreitung von Ökoflächen sieht Glauber Franken gegenüber Südbayern, wegen seiner landschaftlichen Kleingliedrigkeit, klar im Vorteil.                

    Pestizide in Hausgärten verbieten

    Glauber warb für blühende Bänder quer durch Bayern, entlang von Straßen und Flüssen. Außerdem bekräftigte er seine Anstrengungen, den Einsatz von Pestiziden in Hausgärten komplett zu verbieten. "Das wird keine leichte Geschichte im Bundesrat", räumte er ein. Man könne aber nicht von anderen Dinge fordern, die man daheim nicht selbst lebt.       

    Bürgermeister Armin Warmuth freut sich, dass die Stadt das Kellereischloss künftig noch besser als Attraktion bewerben kann. Das neue Standbein fürs Naturerlebniszenrum sei in Hammelburg bestens aufgehoben, sei doch die Stadt mit 129 Kilometern Fläche von der Ausdehnung her die größte Stadt Unterfrankens.        

    Nach Einschätzung von Landrat Thomas Bold hat der Landkreis Bad Kissingen in etlichen Bereichen bereits viel für die Nachhaltigkeit getan. Seit 1991 gibt es das Biosphärenreservat, das inzwischen auf 40 Kommunen in zwei Landkreisen erweitert ist. "Ich hoffe, mit den noch zu entwickelnden Bildungsangeboten entfaltet das Projekt eine hohe Strahlkraft im Landkreis und darüber hinaus", schloss der Landrat.       

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