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    LKR. BAD KISSINGEN

    Hoher Krankenstand in der Gesundheitsregion

    Der Krankenstand ist unter Arbeitnehmern in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld deutlich höher als im Durchs... Foto: Armin Weigel/dpa

    Gesundheitsregion nennen sich die Kreise Kissingen und Rhön-Grabfeld. Den Krankenstand der Arbeitnehmer vor Ort können sie damit nicht meinen. Der ist der höchste in Bayern.

    Auf diesen ersten Platz würden die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld vermutlich gern verzichten. Die DAK weist ihnen in ihrem jährlichen Gesundheitsreport mit einiger Regelmäßigkeit im Bayernvergleich den höchsten Krankenstand der Arbeitnehmer vor Ort zu. In der aktuellen Ausgabe des Gesundheitsreports ist das wieder einmal so. Im Schnitt seien in den beiden Landkreisen 2017 an jedem Tag 47 von 1000 Arbeitnehmern krank geschrieben gewesen, berichtet die DAK. Diese 4,7 Prozent seien der höchste Wert im Freistaat. Der Landesdurchschnitt betrage 3.6 Prozent.

    Auswertung der Krankmeldungen

    Woran es liegt, dass die beiden Landkreise, die sich gerne Gesundheitsregion nennen, schon mehrfach den höchsten Krankenstand im Freistaat hatten, vermag die DAK nicht aufzuklären. „Die Auswertung erfolgt auf Basis der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen“, für die DAK-Versicherten in Deutschland erklärt Jörg Müller, der Leiter des Schweinfurter Servicecentrums der Krankenversicherung auf Nachfrage. Diese Zahlen würden für die Regionen einfach heruntergerechnet.

    Mit der Quote von 4,7 Prozent übertrifft die Region nicht nur den bayerischen Landesdurchschnitt deutlich. Sie lässt auch den Bundesdurchschnitt von 4,1 Prozent hinter sich. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahr gestiegen sind die Anteile übrigens sowohl im Bund, als auch im Land und in der Region.

    Niedrigste Quoten im Süden des Freistaats

    Die niedrigsten Krankenstandsquoten Bayerns wiesen nach den Zahlen der DAK im Jahr 2017 die Landkreise Starnberg und München auf. Würzburg und Umland kamen exakt auf den Bayernschnitt von 3,6 Prozent. Schweinfurt und Umgebung verbuchten mit 4,3 Prozent den zweithöchsten Wert.

    Dass die Arbeitnehmer im Norden Unterfrankens häufiger ausfallen als ihre Kollegen anderswo im Freistaat, hat vor allem mit Erkrankungen im Bereich des Muskel-Skelett-Systems zu tun. Auf diese Gruppe von Problemen oder Erkrankungen im Bewegungsapparat waren laut DAK-Gesundheitsreport in der Region 50 Prozent mehr Fehltage zurückzuführen, nämlich 438 je 100 Versicherte, als im Bundesdurchschnitt. Deutlich über dem Bundesschnitt liegt zudem die Zahl der Verletzungen, von denen die Versicherten der Region betroffen waren.

    Volkskrankheit Rückenschmerzen

    Überdurchschnittlich war 2017 in den Kreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld auch die Zahl der durch Rückenschmerzen ausgelösten Fehltage. Im Bayernschnitt waren auf diesen Grund vergangenes Jahr je 100 Versicherte 66,3 Fehltage zurückzuführen. Der Vergleichswert in den Kreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld lag bei 100,2 Fehltagen. Auch die durchschnittliche Falldauer bei Rückenschmerzen war in der Region höher als im Freistaat. 12,5 Tage betrug sie laut Gesundheitsteport der DAK in den Kreisen Kissingen und Rhön-Grabfeld. Der Bayernschnitt lag mit 11,2 Tagen etwas niedriger.

    Allerdings gilt, so die DAK: „Die große Mehrheit in Bayern meldet sich mit Rückenschmerzen nicht krank. 85 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit.“ Entscheidend sei auch, „ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen“. Ebenfalls nicht günstig sind lauf DAK hoher Termin- und Leistungsdruck oder, wenn jemand seinen Job mit wenig Freude erledige. „All diese Faktoren machen eine Krankmeldung wahrscheinlicher.“

    Unterschiede zwischen Stadt und Land

    Weniger auffällig als beim Muskel-Skelett-System sind die Unterschiede bei psychischen Erkrankungen, Problemen mit dem Atmungssystem, der Verdauung oder dem Kreislauf. Solche Unterschiede seien möglicherweise auf typische Differenzen zwischen ländlichen und städtischen Bereichen zurückzuführen, sagte dazu Jörg Müller. Probleme mit dem Muskel-Skelett-System spielten in ländlichen Gebieten eher eine Rolle. In städtisch geprägten Bereichen nähmen üblicherweise die Krankenstände wegen psychischer Erkrankungen stärker zu.

    Langzeiterkrankungen

    Entscheidende Auswirkungen auf die Krankenstandsquote einer Region haben die Langzeiterkrankungen. Wie die DAK mitteilt, waren 4,7 Prozent der Erkrankungsfälle in den beiden Landkreisen für 50,4 Prozent der hier registrierten Fehltage verantwortlich. Als Langzeiterkrankungen gelten Fälle, die 43 Tage oder länger andauern. Ein- bis dreitägige Erkrankungen lösten lediglich 5,9 Prozent der Fehltage aus. Krankschreibungen von vier bis sieben Tagen Dauer sorgten für 11,1 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage in der Region.

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