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    Im Wald für die Seele kehrt kein Frieden ein

    Im Wald für die Seele ist nach wie vor kein Frieden abzusehen. Foto: Siegfried Farkas

    Im Wald für die Seele ist immer noch keine Ruhe eingekehrt. OB Kay Blankenburg wies jetzt Vorwürfe der Stiftung Bewusstseinswissenschaften zurück. Sie ist Nutzer des Areals.

    Diese Reaktion bestand im Grunde aus dem öffentlichen Verlesen eines an die Stadt gerichteten Briefs am Rande des öffentlichen Teils einer Bauausschusssitzung im Rathaus. In dem Schreiben rechtfertigt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) den „Verkehrssicherungshieb“ im Wald für die Seele.

    „Ganz miserabler Stil“

    Darüber hinaus erklärte der OB im öffentlichen Teil lediglich noch, er enthalte sich einer persönlichen Stellungnahme, um es dann „einen ganz miserablen Stil“ zu nennen, wenn man „in der Öffentlichkeit über einen Vertragspartner“ spricht. Im nichtöffentlichen Teil, ergänzte Blankenburg an die Stadträte gerichtet, sei er bereit, jede Frage zu beantworten.

    In seinem Schreiben legt das AELF unter anderem Zuständigkeiten, Rechte und Verantwortlichkeiten rund um den Wald für die Seele klar. Dass zur Verkehrssicherung 48 Bäume „möglichst zeitnah“ aus dem Wald für die Seele entfernt werden müssten, sei „bei einem Begang“ am 15. Mai festgestellt worden. Bei den später „entnommenen Bäumen“, schreibt das Amt weiter, „handelte es sich ausnahmslos um solche mit starken Totästen, beziehungsweise Kronenteilen, die stark anbrüchig waren und jederzeit hätten herabfallen und mögliche Besucher des Waldes für die Seele hätten massiv verletzen oder gar töten können.“

    AELF: Ausreichend Zeit zu reagieren

    Als Zeitraum für den „Verkehrssicherungshieb“ seien zunächst die 21. und 22. Kalenderwoche, also Mitte Mai bis Anfang Juni, angesteuert worden. Weil diese Information die Stiftung Bewusstseinswissenschaften erst am 29. Mai, mithin zu spät erreicht habe, sei der Einschlag auf die Zeit vom 11. bis 13. Juni verschoben worden. Aus Sicht des AELF haben „für den Nutzer somit eine ausreichende Zeitspanne zu reagieren“ bestanden.

    In dem auf 4. Juli datierten Schreiben des AELF an die Stadt heißt es außerdem, die beim Einschlag „an den Wegen entstandenen Verdrückungen/Spuren“ würden schnell beseitigt. Danach seien alle Wege wieder „in einem besuchertauglichen Zustand“. Diese Arbeiten waren bis zur Demonstration gegen die Fällaktion am vergangenen Samstag bereits erledigt, erklärte das Rathaus am Donnerstag auf Nachfrage.

    Ansprüche zurückgewiesen

    Ansprüche der Stiftung Bewusstseinswissenschaften auf die bei der Aktion gefällten Bäume, weist das Amt zurück. Eigentümer der betreffenden Flächen sei die Stadt. Ihr obliege nach wie vor die forstwirtschaftliche Nutzung. Daher stünden ihr auch die Erträge zu.

    Am Ende des Briefes ist auch noch vom einem Wunsch nicht einem Ortstermin der streitenden Parteien die Rede mit dem Ziel, „die entstandenen Unstimmigkeiten vor Ort zu klären“. Offenbar handelte es sich dabei aber eher um einen allgemeinen Wunsch. Konkret zustande gekommen ist so ein Gespräch bislang nach Angaben des Rathauses nicht. Oberbürgermeister Kay Blankenburg auf der einen Seite und Joachim Galuska, der Initiator des Waldes für die Seele, auf der anderen Seite, erweckten zuletzt auch nicht den Eindruck, dass sie zu so einem Ortstermin bereit wären.

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