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    BAD KISSINGEN

    Insekten-Biotop-Gehege als neue Attraktion

    Auf die Tiere im Bad Kissinger Wildpark zu treffen, macht richtig Spaß. Jetzt kann man auch alle möglichen Insekten am K... Foto: Daniel Biscan

    Der Wildpark Klaushof wächst und gedeiht. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Grenzen erweitert werden, sondern vielmehr, dass er an Attraktionen reicher wird. Demnächst will der Freistaat dort sogar ein  Naturerlebniszentrum  ausweisen. Davon wird Umweltminister Marcel Huber heute beim Ortstermin berichten.

    Brandneu ist auch das Insekten-Biotop-Gehege, das jetzt rechtzeitig zum Wildparkfest am 16. September fertig wurde. „Unser Ziel war es, den Besuchern verschiedene Wald-Attraktionen anzubieten“, sagt Wildparkleiter Axel Maunz auf Anfrage. Auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern wurden jetzt verschiedene Biotope angelegt, auf denen sich Insekten ansiedeln, beziehungsweise die sie umschwärmen können. Mit dabei sind sonniges Felsgestein, ein Tümpel, ein Schmetterlingswald und eine Blühwiese. „Wir wissen ja, dass Insekten immer seltener werden, weil sie außer Raps keine Blüten mehr finden.“

    Blühpflanzen zu jeder Jahreszeit

    Für Maunz, den Initiator des Insekten-Projekts, war klar, dass man deshalb eine Wiese schaffen muss, auf der zu jeder Jahreszeit Blühpflanzen zu finden sind. Auch am Waldrand sind „interessante Insekten-Gesellschaften“ anzutreffen, so der Stadtförster weiter. Und selbst die Bäume auf Streuobst-Wiesen seien stets von Insekten umschwärmt. Lauter solche Areale wurden jetzt im Wildpark angelegt. „So wollen wir Insekten anlocken“, sagt Maunz.

    Aber auch die Wildpark-Besucher sollen nun im Insekten-Biotop-Gehege all die Bienen, Fliegen und Schmetterlinge sehen und intensiv erleben können. Die Gäste laufen also im Gehege an den verschiedenen Biotopen vorbei und können sich informieren.

    Schwerpunkt Honigbiene

    „Wir wollen uns im Besonderen der Honigbiene annehmen“, sagt Maunz und macht auf die große Bedeutung dieser Insekten im Öko-System aufmerksam. Ein paar wenige Bienenstöcke, genauer gesagt Bienenkugeln, finden sich nun also künftig im Klaushof. „Wir wollen die Möglichkeit schaffen, dass der Besucher dort mal reinriechen, hinhören und zuschauen kann“, beschreibt der Wildpark-Chef den für Besucher interessanten neuen Zugang. Pflegen will die Bienenvölker zunächst Veterinäroberrat Richard Roider.

    Wer also am kommenden Sonntag zum  Sommerfest  kommt, kann sich von der neuen Einrichtung ein Bild machen. Denn das Wildpark-Team hofft natürlich auch dieses Jahr wieder auf zahlreiche Besucher. Die Veranstaltung gibt es seit 2011. Damals feierte der Wildpark sein 40. Bestehen. Der Event kam so gut an, dass das Fest seitdem jährlich stattfindet. Längst geht es im Wildpark nicht mehr nur darum, Kinder zu den Tieren ins Freigehege zu locken.

    Ein Fest für die Familie

    Die Veranstaltung im Wildpark ist inzwischen ein Fest für die ganze Familie geworden. Groß und Klein kommen also auch am Sonntag ab 13 Uhr wieder auf ihre Kosten. Eigentlich wird fast jedes Jahr was Neues im Park geboten, wenn die Gäste herbeiströmen.

    Dass es jetzt ein Insekten-Gehege gibt, ist der Aufmerksamkeit des Wildparkleiters zu verdanken. Er bekam nämlich im Sommer 2017 zufällig mit, dass der Freistaat ganz kurzfristig „Waldattraktionen“ fördern wird. Er setzte sich hin und arbeitete ein Projekt aus. Die Skizze schickte er bis Oktober ans zuständige Münchner Ministerium. „Weil die bayerische Initiative nicht so bekannt war und man kurzfristig entscheiden musste, gab es nicht viele Bewerbungen“, sagt Maunz.

    Anfang 2018 wurden aus 60 Einsendungen insgesamt 16 Bewerber ausgewählt – und Bad Kissingen war dabei. Jetzt werden die Projektkosten von 50 000 Euro zu 80 Prozent vom Freistaat Bayern gefördert. Auch die Stadt trägt mit 15 000 Euro ihr Scherflein zu der neuen Einrichtung bei.

    Infos: www.wildpark-klaushof.de

    Isolde Krapf

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