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    Aura an der Saale

    Kanalsanierung in Kleinaura

    Das ist der an der Klosterseite gelegene Streifen von Klein-Aura. 40 Hausanschlüsse müssen erneuert werden. Foto: Gerd S...

    Groß war das Interesse nicht nur bei den Auraer Räte, sondern auch bei den Zaungästen in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag abend. Alle erwarteten gespannt die Ausführungen des Planers Matthias Kirchner vom gleichnamigen Planungsbüro für Bauwesen in Oerlenbach zur Sanierung des Kanalsystems in Kleinaura.
    "Die Hausanschlüsse sind defekt, sie müssen alle erneuert werden", lautete Kirchners unangenehme Botschaft. Seine Erkenntnis untermauerte er mit Fotos unterirdischer Erkundigungen und Bestandsaufnahmen. Auf etwa 350 Metern Länge seien in Kleinaura rund 40 Hausanschlüsse betroffen.
    Die Fotos zeigten Versetzungen und Verschiebungen von Anschlüssen, Durchbrüche von Baumwurzeln, Ablagerungen fester Stoffe und Risse in den Rohren. "Mehr als ein halbes Jahrhundert der aus den 1960er Jahren stammenden Anlagen hat seine Spuren hinterlassen", stellte der Planer fest.
    Die Kanalsanierung stehe nicht nur öffentlich - also mit der Gemeinde als Auftraggeber -, sondern auch privat an, erklärte Kirchner. Das heiße für den angeschlossenen Privaten: "Ab Grundstücksgrenze bis zum Haus ist es Privatangelegenheit", so Kirchner. Demzufolge sei in den meisten Fällen ein Fachgutachten über den Zustand des Hausanschlusses erforderlich. Geschätzte Kosten zwischen 500 und 1000 Euro. Vielleicht könne durch einen gemeinsamen Auftrag an einen Fachbetrieb etwas eingespart werden.
    Auch weiterhin hielt das Thema Kanal die Räte in Atem. Kirchner stellte Lösungsansätze vor, mit denen einer Überlastung des Pumpwerks begegnet werden könne. Das Problem sei Fremdwasser, das durch undichte Stellen sowie durch viele Fehlanschlüsse in den Hauptkanal eindringe.

    Eine zweite Haut

    Hier schlug er eine so genannte Inlinerlösung vor, also eine in den Kanalleitungen angebrachte zweite Haut. Das erspare eine teurere Erneuerung der Leitungen. Darüber hinaus stellte Kirchner ein von ihm speziell für Aura entwickeltes Leitungssystem vor, mit dem per Auffangbehälter einer Überlastung des Pumpwerks begegnet werden könne. Auch über Lösungen von Kanal- und Mischwasserleitungen hatte sich der Techniker Gedanken gemacht. Er entwickelte verschiedene Varianten, die aber eines gemeinsam hatten: "Billig wird es nicht." Zwischen 200 000 und 300 000 Euro werde es kosten.
    Bürgermeister Thomas Hack meinte zu dem Problem: "Vor dem Problem Kanalsanierung steht jede Gemeinde irgendwann einmal. Es wäre natürlich schön, wenn man diese Maßnahmen mit förderungsfähigen verbinden könnte". Gerd Schaar

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