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    Bad Kissingen

    Kaninchenrettung in Rottershausen

    Um sogenannte Deutsche Riesen handelt es sich nach Angaben der Kaninchenschützer bei den in Rottershausen eingefangenen Kaninchen. Im Bild zu sehen sind drei der fünf eingefangenen Tiere. Foto: Raffaela Göhrig

    Raffaela Göhrig aus Euerbach im Landkreis Schweinfurt hat sich einer besonderen Aufgabe verschrieben. Seit zehn Jahren, berichtet die 36-Jährige, sei sie "in Eigeninitiative im Kaninchenschutz aktiv" und inzwischen zum in der Region "gut ausgelasteten Ansprechpartner" für Fragen rund um diese Tiere geworden. In den vergangenen Tagen war die Kaninchenschützerin auch im Landkreis Bad Kissingen unterwegs.

    Eine Frau aus Rottershausen habe sie am Maifeiertag angerufen und auf fünf Kaninchen der Rasse Deutscher Riese hingewiesen, die in dem Ortsteil von Oerlenbach "in der Pampa herumsprangen". Mit weiteren Helfern - zeitweise seien bis zu neun Menschen im Einsatz gewesen - habe sie sich in der Folge an die nicht ganz einfache Aufgabe gemacht, die auf freier Flur herumhoppelnden Kaninchen einzufangen. Bei vier Tieren seien sie und die Helfer noch am Donnerstag erfolgreich gewesen. Das fünfte, ein besonders großes Weibchen, habe sich am Freitagabend einfangen lassen. Insgesamt handle es sich um vier Weibchen und ein zeugungsfähiges Männchen.

    Ursprünglich möglicherweise bis zu sieben Tiere

    Ursprünglich, teilt Raffaela Göhrig mit, seien es nach Angaben von Anwohnern mindestens sieben Tiere gewesen. Für zwei von ihnen sei die Hilfe zu spät gekommen. Eines von ihnen habe den Erzählungen nach möglicherweise ein Hund totgebissen.

    Während der Einfangaktion, schreibt Raffaela Göhrig, habe ein Passant die Kaninchen als "Attraktion von Rottershausen" bezeichnet. Die Tiere seien vermutlich bereits mindestens 14 Tage im Ort unterwegs gewesen. Etliche Menschen hätten das gewusst. Zum Teil seien die Bunnies gefüttert und mit Wasser versorgt worden. Angeblich habe eine Familie aus einem Nachbarort am Aufenthaltsort der Kaninchen sogar ein Picknick gemacht. Kinder hätten die Tiere dabei aus der Hand mit Karotten gefüttert.

    Keine Dauerlösung

    Vielfach sei so etwas gewiss gut gemeint gewesen, schreibt die Kaninchenschützerin. Eine Dauerlösung könne es jedoch nicht sein. Schließlich sei der Tisch in der Natur nicht immer so reich gedeckt wie im Frühjahr. Sie bezweifle zudem, ob jemand die Ausdauer gehabt hätte, die Kaninchen dauerhaft mit frischem Wasser zu versorgen.

    Größere Probleme als die Versorgung seien ohnehin einerseits die Fressfeinde und andererseits die unkontrollierte Vermehrung der Kaninchen. Wenn im Schnitt jedes Weibchen vier bis fünf Junge habe, nehme die Population schnell zu, ohne dass "Bedarf" bestehe. Eines der weiblichen Tiere sei wohl auch bereits trächtig.

    Raffaela Göhrig geht davon aus, dass die Tiere ausgesetzt wurden. Bei einem Einzeltier, könnte man vielleicht noch an Ausbüxen glauben. Bei fünf bis sieben Deutschen Riesen sei so etwas aber schon sehr unwahrscheinlich. Tiere auszusetzen, sei aber strafbar. Sie verurteile das ausdrücklich.

    In Außengehegen untergebracht

    Untergebracht hat Raffaela Göhrig die Tiere, wie sie schreibt, vorübergehend bei sich in Außengehegen. Die Kaninchen seien jetzt nach Geschlechtern getrennt. Größere Schäden oder gesundheitliche Beeinträchtigungen kann die Kaninchenschützerin nicht erkennen. Die Tiere sollen aber einem Gesundheitscheck unterzogen werden. Den Rammler wolle sie kastrieren lassen. Scheu vor Menschen plage die Tiere nicht. Sie ließen sich bereitwillig aus der Hand füttern.

    Behalten möchte die 36-Jährige die Kaninchen nicht. Dazu habe sie gar nicht die Kapazitäten. Vermittlung habe für sie "oberste Priorität". Aus Erfahrung wisse sie aber, "dass es bereits für Zwergkaninchen schwierig ist, ein liebevolles, artgerechtes Zuhause mit entsprechenden Platzverhältnissen zu finden". Wie werde das erst bei solchen Tieren sein, "die fünf Kilo und mehr wiegen".

    Abgabe nach üblichen Richtlinien

    Abgegeben würden die Kaninchen "nach den im Kaninchenschutz üblichen Richtlinien", schreibt Raffaela Göhrig. Das neue Zuhause werde angeschaut, es werde ein Schutzvertrag geschlossen und eine Schutzgebühr fällig. Wichtig sei, dass die Tiere "ihr weiteres Leben in geschützter, mardersicherer Außenhaltung verbringen" könnten. Für Innenhaltung seien die Kaninchen kaum geeignet. Sie wollten "rennen und buddeln".

    Kontaktaufnahme mit Raffaela Göhrig ist unter bunnyrescue@gmx.de möglich.

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