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    Aura an der Saale

    Kerstin Müller aus Aura ist Bayerische Wollkönigin

    Die neue Bayerische Wollkönigin heißt Kerstin Müller und kommt aus Aura. Am Samstag wurde die 21-jährige Schäfertochter in München bei einem Hoffest im Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gekrönt.

    Das Fest stand ganz im Zeichen von Schaf und Ziege und lockte viele Besucher in den Schmuckhof des Landwirtschaftsministeriums. Feierlich krönte der Vorsitzende der Bayerischen Woll-Erzeugergemeinschaft, Bonaventura Lohner, die Schäfertochter Kerstin Müller zur Bayerischen Wollkönigin für die Amtszeit 2015/ 16. Ihm assistierten die Vorgängerinnen Carina I., Andrea I. und die vorhergehende Amtsinhaberin Julia I. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und Landtagsabgeordneter Thorsten Schwab (beide CSU) gehörten zu den ersten Gratulanten.

    Glanzvoller Empfang

    Eine große Überraschung wartete noch am Abend auf Kerstin I. in ihrem Heimatort Aura. Der Musikverein, die Vereinsvorstände und Bürgermeister Thomas Hack bereiteten der neu gewählten Repräsentantin einen glanzvollen Empfang.

    Kerstin Müller aus Aura reizt es nicht nur, in der Öffentlichkeit für die Leistungen der bayeri schen Schafhaltung und die Qualität ihres nachwachsenden Rohstoffs Wolle zu werben. Sie freut sich auch auf eine erlebnisreiche Zeit und viele Kontakte. "Ich habe auch in meinem Beruf viel mit Menschen zu tun. Ich mag das", sagt sie.
    Obwohl ihr die Schafe sehr viel bedeuten, entschied sich die 21-Jährige nach der Schule doch für einen Beruf, bei dem der Mensch ganz im Mittelpunkt steht. Ihre Arbeit als medizinische Fachangestellte macht ihr viel Freude. Und sie genießt es, nach Dienstschluss noch einmal zum Vater in den Stall zu gehen. "Das brauche ich einfach. Ein Leben ohne Schafe kann ich mir nicht vorstellen."

    Im Betrieb der Eltern einspringen

    So ist es auch ganz selbstverständlich, dass Kerstin Müller im Betrieb der Eltern einspringt, wenn sie gebraucht wird. "Ich helfe im Stall, auf der Weide, bei der Heuernte. Das macht Spaß und ist eine gute Abwechslung zum stressigen Berufsalltag."

    Ihre Eltern, Heidi Sattes-Müller und Harald Müller, betreiben eine Schäferei mit Herdbuchzucht für Merinolandschafe. Das heißt, außer Lammfleisch und Wolle erzeugt der Betrieb auch geprüfte Vatertiere, die auf Auktionen verkauft werden. Vom Frühjahr bis zum Herbst sorgt die Schafherde der Müllers in der Rhön dafür, dass die Landschaft etwa am Kreuzberg und Arnsberg artenreich bleibt. Kerstins Bruder Martin führt die Schäfertradition der Familie in der fünften Generation fort.

    Zeit für die Musik

    Wie viel Zeit für ihre Hobbys noch bleiben wird, macht Wollkönigin Kerstin jetzt noch keine Sorgen. Die musikbegeisterte Schäfertochter spielt Klarinette und Schlagzeug im Jugendmusikverein Aura. Ausgedehnte Modeshopping-Touren gehören nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Nur bei schönen Schuhen wird sie manchmal schwach. Und sie legt Wert auf gutes Essen. Dazu gehört auch ein leckeres Lammgericht.

    Botschafterin sein

    "Als Wollkönigin möchte ich Botschafterin für die Schafhaltung sein", sagte Kerstin I. in ihrer Antrittsrede in München. "Ich möchte Ihnen meine Begeisterung für die Schafe und deren Produkte nahebringen!"

    Viele Termine liegen nun vor der neuen Bayerischen Wollkönigin. Auch in ihrer Heimat werden in nächster Zeit einige Auftritte folgen, bei denen man die Botschafterin einheimischer Schäfereiprodukte sicher antreffen kann.


    Titel Wollkönigin kann nur eine unverheiratete Schäfertochter werden. Anders als bei Weinköniginnen wird sie ohne Konkurrenz von der Bayerischen Woll-Erzeugergemeinschaft ausgewählt und repräsentiert die bayerische Schafhaltung und Wollerzeugung jeweils für zwei Jahre mit ihrem Fachwissen.

    Insignien Die Insignien der Bayerischen Wollkönigin sind eine goldene Krone mit sieben Schäferschippen, die die bay eri schen Regierungsbezirke symbolisieren und ein Zepter mit zwei gekreuzten Schippen in edelsteinbesetzten Ringen, die einen Bausch hochfein gekräuselter Schafwolle einschließen. Das Diadem mit dem goldenen Schaf tragen die ehemaligen Königinnen.

    Vorgängerinnen Mit Kerstin I. aus Aura an der Saale trägt zum dritten Mal eine Schäfertochter aus Unterfranken die Krone. Sandra und Carina Scherpf aus Hammelburg wurden 1997 und 2008 Bayerische Wollkönigin.

    Internet Mehr über bayerische Schafhaltung und Wollprodukte unter http://www.alpinetgheep.com/wollprodukte.html Christine Schormeyer

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