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    Bad Kissingen

    Landratswahl 2020 im Kreis Kissingen: Wer sind die Kandidaten?

    Würde Landrat Thomas Bold (CSU) im März 2020 wiedergewählt, ginge er in seine vierte Amtszeit. Bei der Wahl hat er diesmal zwei Mitbewerber.
    Amtsinhaber Thomas Bold tritt wieder an. Um den Chefsessel im Landratsamt (im Bild) bewerben sich noch zwei weitere Kandidaten. Foto: Isolde Krapf

    Landrat Thomas Bold erklärte bereits im Sommer 2019, dass er bei der Kommunalwahl 2020 wieder antreten will. Zum 4. Mal zum Landrat gewählt wurde keiner seiner Vorgänger. Rein theoretisch könnte der 59-Jährige, bliebe er im Amt, sogar eine fünfte Amtsperiode anhängen. Gegenwind bekommt er bei der Wahl von einem SPD-Kandidaten und einer Mitbewerberin von B'90/Die Grünen, die aktuell noch im Bundestag sitzt.

    Wer kandidiert für das Amt des Kreischefs im Landkreis Bad Kissingen?

    • Thomas Bold (CSU): Der 59-Jährige hat, nach 18 Jahren Amtszeit, freilich die größte Erfahrung in Sachen Kreispolitik.  Der gebürtige Neuwirtshäuser war in seinem früheren Berufsleben 16 Jahre lang Polizist. Seit 1983 ist er Mitglied der CSU. Er engagierte sich in der Jungen Union. 1990 wurde er zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Wartmannsroth gewählt. Er ist seit 2002 im Amt und heute auch stellvertretender Bezirksvorsitzender der CSU Unterfranken.
    • Thomas Menz (SPD):  Der gebürtige Bad Kissinger ist gelernter Bürokaufmann und kam über den Zivildienst 1993 zum Roten Kreuz, wo er sich ehrenamtlich engagierte. Seit 1993 ist er dort angestellt. Heute ist der 48-Jährige stellvertretender BRK-Kreisgeschäftsführer und in der Breitenausbildung tätig. Zwei Jahre war er im Bad Kissinger CSU-Ortsverband aktiv (2002 bis 2004). 2011 fand er bei der SPD eine neue politische Heimat. Seit 2014 sitzt er im Stadtrat und im Kreistag.
    • Dr. Manuela Rottmann (B'90/Die Grünen):  Die gebürtige Würzburgerin kam nach Hammelburg, als sie in der 8. Klasse war. Dort lebt sie auch heute. Sie studierte Politik, Soziologie, Volkswirtschaft und hauptsächlich Jura. Sie arbeitete mehrere Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Frankfurt und Berlin. Sechs Jahre war sie Dezernentin für Umwelt und Gesundheit bei der Stadt Frankfurt. Von 2012 bis 2017 arbeitete sie für die DB Netz AG. Mit 19 Jahren trat sie den Grünen bei und engagierte sich auf verschiedenen Ebenen.  2017 wurde sie in den Bundestag gewählt.

    Wie ging die Landratswahl im Jahr 2014 aus? 

    Landrat Thomas Bold (CSU) hat bei drei Kommunalwahlen, was die Mitbewerber angeht, mehrere Varianten durchexerziert. 2002 trat er gegen vier (SPD; FDP, B'90/Die Grünen/Bürger für Umwelt und ÖDP), 2008 gegen zwei Mitbewerber (Bürger für Grollmann, B'90/Die Grünen/BfU) an. 2014 kandidierte er allein und fuhr 92 Prozent der Wählerstimmen ein. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 64 Prozent.

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    Isolde Krapf Foto: Angie Wolf
    Es wird spannend zu beobachten sein, ob die Landkreis-Wähler honorieren, was CSU-Amtsinhaber Thomas Bold in nunmehr 18 Jahren als politische Leitlinien vorgab. Er kurbelte zahlreiche interessante Projekte für den Landkreis an und wusste entsprechende Zuschüsse zur rechten Zeit an Land zu ziehen. Die Christsozialen gehen jedenfalls davon aus, dass ihr Kandidat die absolute Mehrheit der Stimmen bekommen wird.
    Eins ist klar: Der bundespolitische Trend wird sich allgemein auf die Ergebnisse der Kommunalwahlen auswirken, wenngleich die Landratswahl in erster Linie auch eine Persönlichkeitswahl ist. Insofern ist der Blick zurück auf die Ergebnisse von 2002, 2008 und 2014 der beiden Mitbewerber interessant. 2002 hatte Dr. Reinhard Schaupp für die SPD 27 Prozent verbucht, Monika Horcher für Die Grünen 4 Prozent. 2008 gab es keinen SPD-Bewerber, Norbert Schmäling fuhr für B'90/Die Grünen/ÖDP knapp 20 Prozent ein.
    Und wie sieht das Ergebnis der Direktwahlen im März 2020 aus? Wird Kandidat Thomas Menz auch jetzt für die SPD, wie früher, ein schönes zweistelliges Ergebnis einfahren in einem traditionell "schwarz" geprägten Landkreis, der aber bislang etliche "rote" Ecken hatte? Er hat jedenfalls sechs Jahre kommunalpolitische Erfahrung aufzuweisen. Zugute kommt ihm auch, dass er lange Jahre ehrenamtlich tätig war und sich soziale Themen auf die Fahnen schreibt. Grünen-Kandidatin Manuela Rottmann hat schon angekündigt, dass sie auf das grüne Ergebnis von 2008 (20 Prozent) noch einiges drauf packen will. Bei ihr kann man davon ausgehen, dass sie als frühere Dezernentin der Stadt Frankfurt die Kommunalpolitik aus dem Effeff kennt. Ein Pluspunkt beim Wähler ist sicher auch, dass dass sie seit 2017 im Bundestag sitzt und beurteilen kann, dass die Entscheidungen des Bundes oft fernab von der Realität in den Städten und Kommunen getroffen werden.

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