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    Bad Kissingen

    Landratswahl: Thomas Menz soll für die SPD antreten

    Thomas Menz wird vom Kreisvorstand der SPD als Kandidat für das Amt des Landrats im Kreis Kissingen vorgeschlagen. Foto: Siegfried Farkas

    Der Name ist nicht wirklich eine Überraschung. Thomas Menz soll bei der Kommunalwahl im März für die SPD in das Rennen um das Amt des Landrats gehen. Der 47-Jährige ist Fraktionssprecher der Sozialdemokraten im Kreistag und sitzt auch im Stadtrat von Bad Kissingen. Menz ist nach Amtsinhaber Thomas Bold (CSU) und der grünen Bundestagsabgeordneten Manuela Rottmann jetzt der dritte Kandidat für das Amt.

    Das heißt, genau genommen ist er noch gar nicht Kandidat. Kreisvorsitzender Norbert Schaub stellte Menz am Donnerstag in Winkels als den Mann vor, den der Kreisvorstand der Sozialdemokraten als Kandidaten vorschlägt. Stattfinden soll die Nominierung erst am 30. November.

    Die SPD freue sich, wieder einen Kandidaten aufbieten zu können, erklärte Schaub. 2014 und 2008 war der Landrat für den Kreis Kissingen jeweils ohne sozialdemokratischen Bewerber gewählt worden. Gut für die Demokratie sei auch, dass diesmal bereits drei Kandidaten zur Auswahl stehen.

    Menz erklärte seine Kandidatur zunächst ganz einfach mit Liebe zum Landkreis. Freunde sagten ihm nach, er bekomme schon Heimweh, wenn er nur ein Landkreisschild hinter sich lasse, berichtete er. Die fachlichen Voraussetzungen für so ein Amt bringe er durch seine bisherige Arbeit im Kreistag mit. Verwaltungstätigkeit sei ihm aus Ausbildung und Berufsleben geläufig.

    Viele Anliegen im Bereich Gesundheit

    Bei seiner Vorstellung am Donnerstag in Bad Kissingen legte Menz gleich eine Art Wahlprogramm vor. Als Ziele bezeichnete er darin unter anderem den Erhalt der Krankenhausstandorte im Landkreis. Auch eine Geburtsstation müsse es wieder geben. Einsetzen wolle er sich zudem für die Schaffung einer Hospizstation im Landkreis. Die nächste Einrichtung dieser Art sei in Würzburg.

    Ein Anliegen ist ihm außerdem, am Landratsamt einen Pflegestützpunkt anzusiedeln. Der soll Beratung und Hilfe rund um das Thema Pflege für Betroffene und Angehörige liefern. Ebenfalls in den Bereich Gesundheit fällt der Einsatz für einen Erhalt der Hausarztstruktur. Bei der Lösung von Problemen hilfreich sein könnten hier sogenannte Mehrbehandlerpraxen.

    Mit Wasserstofftankstelle einen Akzent setzen

    Das Radwegenetz müsse ausgebaut, der Öffentliche Personennahverkehr erweitert werden. Zudem wünscht sich Menz, der Landkreis möge mit einer Wasserstofftankstelle einen Akzent in Sachen neue Techniken setzen.

    Die Schulstandorte im Bäderlandkreis will Menz gestärkt wissen. Für Bürger und Wirtschaft sei schnelles Internet wichtig. Wünschenswert findet er zudem Schulungsangebote für den Umgang mit dem Internet.

    Anlaufstelle für Beratung rund ums Ehrenamt

    Als stellvertretendem Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes legt Menz nach eigenem Bekunden einen Schwerpunkt auf das Thema Ehrenamt. Ihm schwebe vor, im Landratsamt eine Servicestelle Ehrenamt einzurichten. Die könne Ansprechpartner für Menschen sein, die sich für Ehrenämter interessieren, aber Sorge haben, sie dann auch zu bewältigen. Die könne über gesetzliche Vorgaben informieren und ganz allgemein sagen, worauf es ankommt, wenn man einen Verein gründen will. Ein Anliegen von Menz im Bereich Soziales ist zudem die Jugendsozialarbeit an Schulen. Die müsse weiter gefördert werden.

    Seine Aussichten bei der Wahl schätzt Menz hoch ein: "Wenn ich meinen würde, dass ich keine Chance habe, wüsste ich etwas anderes zu tun", erklärte der 47-Jährige. Und Kreisvorsitzender Schaub ergänzte: "Wir setzen auf Sieg." Da gehe es auch um sozialdemokratische Werte.

    Dass Menz' Name schon einmal auf einer CSU-Liste stand – 2002 bei Karl Heinz Laudenbachs Wahl  zum Kissinger OB, gehörte er zu dessen Stadtratskandidatenteam – kreiden ihm die Genossen nicht an. Schaub sagte, Menz habe eben eine Weile gesucht, wo sein Heimathafen ist und ihn bei der SPD gefunden. Der Kandidat selbst ergänzte, er habe sich als junger Mensch engagieren wollen, dieses Engagement aber nach kurzer leidvoller Erfahrung beendet. In die SPD sei er bereits 2011 eingetreten. Parteipolitik habe im Kommunalen aus seiner Sicht ohnehin wenig verloren.

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