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    BAD BOCKLET

    LebensArt im Kissinger Bogen

    Man merkte, die Gäste der LebensArt genießen es, im historischen Ambiente des Kurgartens zu flanieren und in freier Natur ein Schnäppchen zu machen. Händler und Kunden standen am Wochenende hie und da zusammen. Da wurde Ware prüfend hochgehoben, betrachtet und befühlt. Einer probierte einen Hut, der andere eine Jacke. Man hatte das Gefühl, jeder kommt bei der Kunsthandwerkermesse auf seine Kosten. Am Samstag präsentierte sich zudem die Allianz Kissinger Bogen in der Wandelhalle.

     

    Die Idee zu dieser kommunalen Schau war bei den Treffen der vier Allianz-Bürgermeister aus Oberthulba, Bad Bocklet, Burkardroth und Nüdlingen entstanden. „Viele Bürger bekommen nicht mit, was wir planen“, sagt Bürgermeister Waldemar Bug (Burkardroth). Und Oberthulbas Bürgermeister Gotthard Schlereth traf sogar schon Leute, die diese Allianz „kritisch hinterfragen.“ Beide sind überzeugt, dass sich Allianzen deswegen auch nach außen öffnen müssen.

    Information bei Experten

    Landrat Thomas Bold ließ es sich nicht nehmen, am Samstag beim Rundgang der Bürgermeister dabei zu sein. Wer in die Wandelhalle kam, um sich zu informieren, hatte die Qual der Wahl bei den Ansprechpartnern. Neben Vertretern der vier Gemeindeverwaltungen waren zum Beispiel auch Berater für die verschiedenen Förderprogramme zur Haussanierung da. Experten in Sachen Telemedizin konnte man ebenso um Rat fragen wie die Fachleute der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale. Zudem ging's um die Ausleihe von Büchern per Internet (Onleihe) sowie um das Thema Ökostrom.

    Dass sich das erste Großprojekt der Allianz, die Revitalisierung der Ortskerne, für die Marktgemeinde Burkardroth so gut angelassen hat, darauf ist Bürgermeister Waldemar Bug schon irgendwie stolz. 50 Leerstände in Burkardroth und seinen Ortsteilen konnten „gerettet“ werden, weil junge Paare und Familien sich, statt neu zu bauen, lieber dazu entschlossen, ein altes Haus mitten im Dorf zu sanieren oder manchmal auch abzureißen und neu zu bauen.

    Der Bonus ist verlockend. Denn wer sich entschließt, bekommt zehn Prozent der Bausumme (bis zu 10  000 Euro) als Fördergeld. Auch für 2018 liegen Bug bereits wieder neun Anträge vor. „Freilich belastet das unseren Gemeindesäckel. Aber andererseits bleibt es uns erspart, ein neues Baugebiet mit 50 Bauplätzen auszuweisen.“

    Telemedizin für Senioren

    Für Bad Bocklet hochspannend ist, nach Angaben von Bürgermeister Andreas Sandwall, das Thema Telemedizin für Senioren. Im Staatsbad sind nämlich eine Reihe von Appartements für ältere Menschen in Planung, die technisch äußerst komplex und zukunftsweisend ausgestattet werden. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, die Appartements mit dem benachbarten Seniorenheim zu vernetzen, so dass die Bewohner im Ernstfall Hilfe rufen können. „Wir wollen, dass auch Senioren noch Lebensqualität spüren und möglichst lange selbstständig in ihren Wohnungen bleiben können.“

    Das Nüdlinger Vorzeige-Projekt ist ein geplantes Nahwärme-Netz, in das man vielleicht sogar kommunale Gebäude und ein paar Privathäuser mit einbeziehen könnte, sagt Bürgermeister Harald Hofmann. Gemeinsam mit dem Amt für ländliche Entwicklung (Würzburg) wird gerade eine Machbarkeitsstudie erstellt. Die Pläne sind laut Hofmann schon recht weit gediehen.

    Zudem wird das Allianz-Projekt Onleihe zentral von Nüdlingen aus gesteuert. Dabei geht es um die digitale Ausleihe von E-Books und E-Papers als Download auf den Computer oder das Handy.

    Onleihe ohne Bücher

    Die Nüdlinger waren Pioniere auf diesem Gebiet. Inzwischen haben sie den anderen drei Kommunen ihre innovative Medienausleihe zur Verfügung gestellt. Potenzielle Onleiher müssen sich lediglich über ihre Stammbücherei als Leser bei den Nüdlingern registrieren lassen.

    In Oberthulba hat man sich, im Rahmen der Allianz, dem Thema  Holz- und Forstwirtschaft verschrieben. Kein Wunder, ist der Markt doch Sitz der Fortsbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale. Und das vermutlich deswegen, weil der Markt mit 1600 Hektar Gemeindewald neben Hammelburg (2000 Hektar) und Bad Kissingen (1700 Hektar) die drittgrößte Wald-Kommune im Landkreis ist. Der alljährliche Wald- und Holztag, der stets in Oberthulba war, findet jetzt abwechselnd auch in den anderen Kommunen statt, erklärt Bürgermeister Schlereth.

    Nicht unerwähnt lassen will Schlereth aber auch das neue, für alle vier Kommunen bedeutsame Projekt des Sturzflut-Managements. Für die Ingenieurleistungen zur Erstellung dieses Konzepts wurden der Allianz unlängst Fördermittel von mehr als einer halben Million Euro bewilligt.

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