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    BAD KISSINGEN

    Leserforum: Lohnende Aufgabe

    Im Artikel über die Info-Veranstaltung der Senioren Union mit der zukünftigen Staatsministerin für Digitalisierung zitieren Sie diese mit einem ihrer Ziele: „Das Stadt-Land-Gefälle soll durch die Digitalisierung wesentlich geringer werden“. Ihrer Meinung nach müsse dabei die Bevölkerung „mitgenommen“ werden.

    Wirklich die ganze Bevölkerung? Die Aussage ist ja grundsätzlich richtig, jedoch was passiert mit den Menschen die kein Internet haben. „Erleichterungen für die Bürger zeichneten sich auch beim Wegfall von zeitraubenden Behördengängen ab“, so die zukünftige Staatsministerin. Aber was geschieht mit den Mitbürgern die keinen Zugang zum Internet haben bzw. es sich nicht leisten können? Wenn sie den Kontakt zu Ihrer Gemeinde halten wollen, dann sind sie weiterhin -gerade auf dem Land- außen vor. Sicher, es gibt die Möglichkeit zu telefonieren. Wenn man dann nach umständlicher Suche im Telefonbuch, sofern man überhaupt noch eines bekommt, eine Rufnummer findet. Dabei hat das Bundesinnenministerium, bisher CDU-geführt, schon längst eine passende Anwendung vorgestellt. Seit dem Start der einheitlichen Behördennummer 115 im Jahr 2009 (siehe: www.115.de ) können immer mehr Menschen in Deutschland diesen Service nutzen.

    Unter dieser Rufnummer ist eine schnelle unkomplizierte telefonische Kontaktaufnahme mit den Verwaltungen möglich. Aber Bayern ist auf der Landkarte auch heute noch ein weißer Fleck. Die ver.di-Senioren in Bad Kissingen haben sich mit diesem Thema auseinander gesetzt und haben beim Seniorenbeirat der Stadt Bad Kissingen und bei den Senioren 60plus der SPD umfassend darüber informiert und dabei große Zustimmung erhalten. In Bad Kissingen hat man zwar mit dem Bürgerservice-Portal einen ersten Schritt in Sachen Bürgerfreundlichkeit gemacht, aber der nützt nur Bürgern mit einem Internetanschluss. Ein Zugang über die bundeseinheitliche Rufnummer ist nicht möglich und auch noch nicht vorgesehen. Entsprechende Vorstöße sind bei der Stadtverwaltung Bad Kissingen bisher ins Leere gelaufen. In der „Apotheken Rundschau“ vom Dezember 2017 teilt das Bundesgesundheitsministerium mit, dass die Pflege-Beratung über die Rufnummer 115 zu erreichen sei.

    Beim Anruf der 115 erfährt man dann: „… diese Region ist noch nicht angebunden“. Also weiter suchen um Informationen zu bekommen. Bei einem Besuch im Dezember in Bremen wurde die Behördenrufnummer 115 in der Stadt flächendeckend beworben. Zitat: „Eine Nummer – Alle Behörden, 115 Bürgertelefon Bremen“. Sicherlich wäre dieser Service auch etwas für die Neubürger Bad Kissingens. Es wäre für sie eine gute Unterstützung sich schnell und umfassend zu informieren um sich dann besser in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden. So bleibt nur die Hoffnung, dass die neue Digitalstaatsministerin Dorothee Bär sich der Aufgabe einer sinnvollen Anbindung an moderne Techniken in ihrem Wahlkreis annimmt. Schließlich ist das über 150 Jahre alte Telefon mittlerweile auch digital. Also kein Grund sich nicht darum zu kümmern, sondern eine lohnende Aufgabe!

    Manfred Töpperwien 97688 Bad Kissingen

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