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    BAD KISSINGEN

    Leserforum: Öffentliche Entschuldigung nötig

    Der Bauausschuss beschäftigte sich mit dem Parkfriedhof und den Gedenktafeln auf denen nach meiner Recherche 465 Kissinger Namen fehlen. Joachim Kohn, Justiziar der Stadt Bad Kissingen stellte dann in einer Bildschirmpräsentation Möglichkeiten vor, wie man in Zukunft diesen Platz mit Stelen oder anderen Möglichkeiten aus Stein oder Marmor mit den fehlenden Kissinger Namen gestalten kann. Besonders beeindruckend war für mich bei dieser Sitzung der Zweite Bürgermeister Toni Schick, der den Oberbürgermeister Kai Blankenburg vertrat und die Sitzung leitete. Toni Schick gehört noch zur jüngeren Generation im Stadtrat und hat die Fehler der Stadt offen zugegeben und sich auch bei den Nachfahren der im Krieg Verstorbenen entschuldigt. Besser konnte man diesen Fauxpas nicht darstellen. Meine Hochachtung vor dieser Rede.

    Es wäre sicherlich auch ein guter Abschluss gewesen, wäre da nicht der Vorschlag von Herrn Doktor Hofstetter (FDP) dazwischen gekommen. Er meinte man müsste keine neuen Steine anbringen, sondern einfach nur ein Schild mit einem QR-Code den jeder Mensch mit seinem Handy dann abscannen kann, um zu sehen welche Kriegsgefallenen hier liegen.

    Außerdem könnte man dann auch Namen streichen, wenn es sich um Kriegsverbrecher handelt. Das schlug wohl dem Fass den Boden aus. Dies war von Doktor Hofstetter eine Frechheit und menschenverachtend gegenüber den gefallenen Kissinger eine solche krasse Äußerung als Stadtrat zu tätigen, schon deshalb, weil in dieser Sitzung auch noch Angehörige saßen und sich dies anhören mussten. Bis auf Bernd Czelustek, der sich kritisch über die Bemerkung zu Kriegsverbrechern und zum QR-Code äußerte, waren die anderen Stadträte darüber sichtlich sprachlos und erschrocken.

    Dr. Hofstetter ist deutlich über das Ziel hinaus geschossen und muss sich als Stadtrat dafür auch öffentlich entschuldigen. Ich persönlich würde nur einen Rücktritt für angemessen halten, weil einem Stadtrat so etwas nicht über die Lippen gehen darf. Es war eine Frechheit war, so etwas überhaupt vorzuschlagen.

    Franz-Peter Potratzki

    97688 Bad Kissingen

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