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    Hammelburg

    Parkour-Sport in Hammelburg

    Für Simon Bahmer und Dominik Busch sind Geländer oder Mauern keine Barrieren, sondern Spielgerät für kreative Bewegungsübungen. Sie führen Einsteiger in die Trendsportart Parkour ein.
    Simon Bahmer zeigt einen sicheren Absprung von einem Treppengeländer. Foto: Arkadius Guzy       -  Simon Bahmer zeigt einen sicheren Absprung von einem Treppengeländer. Foto: Arkadius Guzy
    Simon Bahmer zeigt einen sicheren Absprung von einem Treppengeländer. Foto: Arkadius Guzy
    Mit Anlauf nähert Dominik Busch sich dem Turnkasten, springt ab und stützt sich mit seinem linken Arm auf dem Lederüberzug des Sportgeräts ab. So schwingt er sich, die Beine voraus, über den Kasten, bereit das nächste Hindernis zu nehmen. Luca und Tobias machen es ihm Runde für Runde nach. "Die Bewegungstechnik muss stimmen. Sie ist das Anspruchsvolle an Parkour", sagt Busch. Zusammen mit Kumpel Simon Bahmer zeigt er Neulingen, wie sie den Einstieg in diese Trendsportart schaffen.

    Bei Parkour geht es darum, sich schnellstmöglich fortzubewegen, erklärt Busch. Nicht auf vorgegebenen Pfaden. Der Traceur, so heißt ein Parkour-Sportler, sucht sich seinen eigenen Weg. Geländer, Mauern, Kanten bilden dabei keine Hindernisse. Ganz im Gegenteil: Sie laden zu einem kreativen Bewegungsspiel ein. Die Traceurs versuchen den Hindernis-Parkour geschickt und in einem Zug zu überwinden - alles in einer fließenden Aktion.

    Bis sich die Neulinge allerdings nach draußen wagen können, üben Busch und Bahmer mit ihnen die kommenden Samstag über in der TV/ DJK-Halle. Dafür haben sie aus Turnkästen, Bänken und Matten dort einen Kurs aufgebaut.


    Kondition und Koordination

    "Das Training fordert einen", meint Luca. Denn neben Körperbeherrschung und Balancegefühl ist auch Kondition gefragt. So müssen die beiden Einsteiger Liegestützen machen oder wie ein Frosch quer durch die Halle hüpfen.

    Die beiden 22-jährigen Trainer machen den Sport seit etwa einem oder anderthalb Jahren. Busch ist während seines Studiums in Bamberg darauf gestoßen. Er hat die Anregung an Simon Bahmer weitergereicht, der seine Freizeit schon immer sehr sportlich gestaltet.

    Zwar wäre es übertrieben von einer Parkour-Szene in Hammelburg zu sprechen, doch gibt es eine Handvoll Jungs, die sich treffen und in der Stadt Parkour ausprobieren, wie Bahmer berichtet. Er ist auch mit dabei. Der Kreis wird in den kommenden Wochen um Luca und Tobias wachsen. Busch und Bahmer überlegen, ob sie vielleicht noch einmal einen Kurs für alle Interessierten anbieten. Der erste Anlauf hat aufgrund der geringen Teilnehmerzahl nicht geklappt, sodass das samstägliche Training nur im kleinen Rahmen abläuft: Die beiden nutzen die Vereinshalle dann sowieso für ihre eigenen Übungen.

    Parkour ist eigentlich eine Trendsportart aus den Großstädten. Die bieten mit ihrer großflächig bebauten und gestalteten Architekturlandschaft einen abwechslungsreichen Spielplatz für die Sportler. Gerade manche Betonsünde erfährt durch die Hindernisläufer einen neuen Sinn. Ab der Jahrtausendwende wurde Parkour richtig populär. Der französische Extremsportler Sébastien Foucan lieferte sich als "Mollaka" in "Casino Royale" sogar eine Verfolgungsjagd mit James Bond, die Parkour-ähnliche Elemente enthielt.

    Doch man muss nicht Meter weit in die Tiefe springen. Busch und Bahmer sind überzeugt, dass auch kleinere Aufgaben an Gleichgewichtssinn und Koordination zu Beginn völlig reichen. Daher finden sich selbst in einer Kleinstadt wie Hammelburg Hindernisse, die die eigene Kreativität und den Bewegungsdrang reizen. So treffen sich die Hammelburger Parkour-Sportler zum Beispiel am Parkdeck.
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    Arkadius Guzy

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