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    BAD KISSINGEN

    Schwerer Weg zum Dialog

    Der Wald für die Seele ist Thema eines Offenen Briefes von sechs Künstlern an die Stadt Bad Kissingen. Foto: Siegfried Farkas

    Thea Keßler gehört zu den Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit ihren Werken im Wald für die Seele eingebracht haben. Das Team hat einen Offenen Brief an die Stadt Bad Kissingen verfasst. „Wir denken positiv und hoffen immer noch auf eine Lösung“, sagt die Ramsthalerin.

    „Das Gelände soll Menschen die Möglichkeit geben, sich selbst zu begegnen“, erklärt Thea Keßler im Gespräch mit der Redaktion. In ihrer schriftlichen Stellungnahme ergänzt sie: „Erinnern möchte ich auch daran, dass das Projekt Wald für die Seele am 12. April als Bestandteil des Kunstfestivals Kunst und gesund des Stadtkultur-Netzwerks Bayerischer Städte eröffnet wurde.“

    Bäume zur Seelen-Erfahrung

    Im Brief thematisieren die sechs unterzeichnenden Künstler die „Verkehrssicherungsmaßnahmen in einem Naturschutzgebiet“. Dadurch seien die „Kunstwerke teilweise erheblich verwüstet“ worden. Dies sei vor allem am Landschaftskunstwerk „Lebenslauf“ zu erkennen. Demgegenüber stellt das Künstler-Team die Präambel der Nutzungsvereinbarung, die zwischen der Stadt und der Stiftung Bewusstseinswissenschaften geschlossen worden war. Demnach bestehe die Grundidee darin, „Bäume und Pflanzen so zu nutzen, dass sie unterschiedliche Seelenerfahrungen anstoßen. Sukzessive sollen also Pflanzen und Landschaftskunstwerke (Besinnungsstationen) zu unterschiedlichen Themen entstehen“.

    Da sich Landschaftskunstwerke nicht einfach versetzen lassen, richten die Künstler jetzt also an die Verantwortlichen die Frage, „wie sie mit unseren Kunstwerken nach Ablauf der Nutzungsvereinbarung umzugehen“ gedenken. Die Forderung: eine „nachhaltige und dauerhafte Lösung für das Bestehen des Waldes für die Seele“.

    Stationen des Lebens beschädigt

    Dies bekräftigt Thea Kessler auf Nachfrage: „Wir sind interessiert daran, dass ein beruhigter Rahmen für Gespräche geschaffen wird.“ Und: „Wir stellen uns die Frage: Wie geht es weiter?“ Deshalb könne sie derzeit nicht sagen, ob die Kunstwerke wieder in ihren alten Zustand versetzt werden. So sei eben insbesondere der „Lebenslauf“ durch die Abholzung von Bäumen in Mitleidenschaft gezogen worden. Laut Thea Keßler handelt es sich bei dem Kunstwerk um ein etwa 2000 Quadratmeter großes Areal mit ausgetrocknetem Bachlauf, auf dem man die Stationen des Lebens von der Kindheit bis zum Tod ablaufen kann. Mittendrin liege jetzt ein Baum. „Uns reizt es andererseits schon, uns weiter um das Gelände zu kümmern.“ Der „Lebenslauf“ sei nicht fertiggestellt gewesen und sollte weiter gepflegt werden: „Das Ganze sollte ja auch im Jahr 2025 noch schön sein.“

    „Desinteresse am Projekt“

    Dass die Stadt mit der Kündigung der Nutzungsvereinbarung zum Jahr 2025 „ihr Desinteresse an diesem Projekt und den damit verbundenen innovativen Ansätzen zum Ausdruck gebracht“ habe, wie es im Offenen Brief heißt, kommentiert Oberbürger Kay Blankenburg (SPD) auf Nachfrage dieser Redaktion nicht, ebenso wie die Frage nach der Zukunft der Kunstwerke.

    Es handele sich um ein laufendes Verfahren, weswegen man sich zu dem Thema in der Öffentlichkeit nicht äußere, heißt es aus der Stadt Bad Kissingen. Stattdessen seien Gespräche mit den Beteiligten – aber eben nicht öffentlich – geplant. Wann die Gespräche stattfinden und mit wem genau, auch darüber gab es keine Auskunft. „Wir sind um eine vernünftige Lösung bemüht“, ergänzte Friederike Grell, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt.

    Offener Dialog gefordert

    Für einen offenen Dialog plädiert auch die Geschäftsleitung der Heiligenfeld GmbH, vertreten durch Michael Lang, Stephan Greb, Birgit Winzek und Dr. Jörg Ziegler. Sie hat in einer Stellungnahme dem Klinik-Heiligenfeld-Gründer Joachim Galuska den Rücken gestärkt und ihr Bedauern „über die derzeitigen Umgangsformen im Konflikt um das gemeinsam entwickelte Projekt“ ausgedrückt.„Wir wünschen uns, dass sich die Vertreter der Stadt dem Dialog zuwenden und der Streit nicht weiter eskaliert.“ Parallel verweist die Heiligenfeld GmbH in einer Pressemitteilung ergänzend zum Offenen Brief auf eine Online-Petition gegen die Zerstörungen im Wald für die Seele, in die sich 348 Bürger eingetragen haben.

    Sechs Künstler haben den Offenen Brief unterzeichnet: Thea Keßler, Bernhard Gößmann-Schmitt, Kathrin Hubl, Helmut Droll, Uta Galuska und Georg Neugebauer. Acht Landschafts- und Pflanzenkunstwerke sind bis heute entstanden: „Lebenslauf“, Märchenbaum, Poesiebaum, „Medizinrad“, „Himmelsleiter“, „Labyrinth“, „Iglu“ und „Umsicht“.

    Von Annett Lüdeke

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