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    WITTERSHAUSEN

    Seltene Sau vor der Flinte

    Tobias Meierl freut sich über seinen Jagderfolg. Foto: Hubertus Gleissner

    An Wildschweinen herrscht kein Mangel im Revier von Hubertus Gleissner bei Wittershausen. Im Gegenteil. Doch jetzt lief Jäger Tobias Meierl am Abend gegen 21.30 Uhr dort ein außergewöhnlich seltenes Exemplar vor die Flinte.

    Zunächst schaute der Waidmann zweimal hin. „Das habe ich noch nicht erlebt“, beschreibt Meierl sein Erlebnis. Kein Wunder: Das Tier wirkt auf den ersten Blick wie ein Hausschwein. Dabei handelte es sich um alles andere als einen Ausreißer, der die Natur dem Stall vorgezogen hätte.

    Die Kuriosität dürfte wohl vor gut 100 Jahren ihren Anfang genommen haben, berichten Gleissner und Meierl. In Kriegs- und Notzeiten wurden seinerzeit mangels Futter Hausschweine zur Nahrungsaufnahme in den Wald getrieben.

    Dort kreuzten sich vereinzelt Exemplare mit Wildschweinen. Über Jahre und Jahrzehnte kann die daraus resultierende genetische Veranlagung verborgen bleiben, bis sie irgendwann mal wieder vereinzelt in einem Bestand hervortritt.

    „In Norddeutschland kommt das öfters vor“, weiß Gleissner. In seinem Revier, das seit 60 Jahren in vierter Generation in Familienhand ist, kann er sich an so etwas nicht erinnern.

    Neues Rekordjahr in Sicht

    Aktuell macht der Überschuss an Wildschweinen jede Menge Arbeit. Als Gleissner vor 15 Jahren anfing, wurden dort pro Jahr zehn bis 15 Wildschweine erlegt. Im vergangenen Jahr seien es auf den 500 Hektar 25 bis 50, erzählt er. Die Vermeidung von Wildschäden erfordert große Aufmerksamkeit.

    Für dieses Jahr rechnen Gleissner und seine Jagdkameraden sogar mit einem neuen Rekordjahr.

    Dass wieder so ein besonderes Schwein zur Strecke gebracht wird, erscheint wegen der Seltenheit dagegen eher unwahrscheinlich. (dübi)

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