• aktualisiert:

    Bad Kissingen

    Sparkasse: 2018 war ein Rekordjahr bei den Immobilien

    Zufriedenstellende Bilanz: Vorstandsvorsitzender Roland Friedrich (links) und Vorstandsmitglied Michael Rendl bei der Jahrespressekonferenz der Sparkasse Bad Kissingen. Foto: Siegfried Farkas

    Die Bilanzsumme ist leicht gestiegen, der Bilanzgewinn im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken - wenn der Vorstand der Sparkasse Bad Kissingen auf 2018 zurückblickt, gibt es nichts von extremen Ausschlägen nach oben oder unten zu berichten. Unterm Strich ist die Sparkasse nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Roland Friedrich mit dem Geschäftsjahr zufrieden. Angesichts schwieriger Rahmenbedingungen, wie etwa des rückläufigen Zinsüberschusses, könne die Sparkasse mit der Entwicklung des vergangenen Jahres leben.

    In Zahlen heißt das: Die durchschnittliche Bilanzsumme sei um 5,3 Millionen Euro "leicht auf 1,603 Milliarden Euro gesteigert" worden, berichtete Friedrich. Dabei  habe die Sparkasse 45 800 Kunden betreut. Rein rechnerisch sei also fast jeder zweite Einwohner des Landkreises Kunde des Hauses. Den Bilanzgewinn für 2018 gab Friedrich mit 1,1 Millionen Euro an. Das sei "überraschend" weniger als im Jahr davor (1,4 Millionen Euro). Der Gewinn werde genutzt,  um das Eigenkapital weiter zu stärken.

    Bank verwaltet 1,6 Milliarden Euro Kundenvermögen

    Die Details der Geschäftsentwicklung bei der Sparkasse machen deutlich, wo das Haus von der allgemeinen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft beeinflusst ist. Die Kunden der Sparkasse hätten im vergangenen Jahr 59,3 Millionen Euro neu auf ihren Konten und Depots dort angelegt. Das bedeute einen Zuwachs des verwalteten Geldvermögens der Kunden um 3,8 Prozent. Damit hätten die Kunden der Sparkasse insgesamt über 1,6 Milliarden Euro anvertraut.

    Friedrich wertet das als Bestätigung, dass die Sparkasse "als sicherer Anlageort" gefragt sei. Rein betriebswirtschaftlich belaste das die Sparkasse allerdings sogar eher, weil sie für Anlagen, die sie nicht wieder ausreichen kann, Verwahrentgelt bezahlen müsse.

    Friedrich: Bei Wertpapieren Entwicklungsland

    Bei den Wertpapieren habe die Sparkasse 2018 einen Nettoabsatz von 84,5 Millionen Euro erreicht. In Bezug auf Wertpapiere als Teil der Vermögensbildung sei Deutschland allerdings noch ein "Entwicklungsland", sagte Friedrich. Dabei sei es angesichts der aktuellen Zinslage ein empfehlenswerter Beitrag zum Vermögensaufbau, mit breit angelegten Fondsparplänen in kleinen monatlichen Beträgen zu arbeiten. Er selbst mache das auch nicht anders. Viele Menschen ließen aber ihr Geld lieber bei null Prozent Zinsen auf dem Girokonto liegen.

    Bei der Vermittlung von Lebensversicherungen legte die Sparkasse 2018 sowohl bei der Beitragssumme als auch bei den Stückzahlen an die 20 Prozent zu. Der Gesamtbestand an Sachversicherungen sei um neun Prozent gesteigert worden.

    Rekordjahr bei Immobilien

    Beim Thema Immobilien berichtete Friedrich aus Sparkassensicht von einem Rekordjahr. Das Preisvolumen der vermittelten Objekte bezifferte er mit knapp zehn Millionen Euro. Das entspreche einer Steigerung um 30,9 Prozent. Im Landkreis besteht aber offenbar ein Nachfragegefälle. Auf dem Immobilienmarkt in Bad Kissingen sei die Nachfrage weiterhin sehr hoch. In Hammelburg hielten sich Angebot und Nachfrage die Waage und in Bad Brückenau sei das Angebot etwas höher als die Nachfrage. 

    Die allgemeinen Anstiege bei den Immobilienverkäufen zahlten sich für die Sparkasse auch bei der Kreditnachfrage aus. Der Bestand an Finanzierungen habe sich um 41,6 Millionen Euro oder 5,6 Prozent auf 783,5 Millionen Euro erhöht. Die Kredit-Neubewilligungen von 2018 beliefen sich gar auf 172,8 Millionen Euro. Es ist also im Gegenzug auch intensiv getilgt worden. 

    Schmerzhaft: Zinsüberschuss weiter rückläufig

    Nicht günstig, aber zeittypisch entwickelte sich für die Sparkasse 2018 der erzielte Zinsüberschuss. 25,8 Millionen Euro nannte Friedrich hier. Das seien zwei Millionen oder 7,2 Prozent weniger als im Jahr davor. Strukturell bedingt werde der Zinsüberschuss weiter sinken. Gegensteuern sei notwendig.

    Ihre Kosten hat die Sparkasse nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden im Griff. Die Personalkosten, die zwei Drittel der Gesamtkosten ausmachten, seien um 1,7 Prozent gestiegen. Die Tariflohnsteigerung von 3,19 Prozent habe man nur zum Teil kompensieren können. Der Sachaufwand der Sparkasse dagegen sank 2018 um 5,8 Prozent oder 420 000 Euro, also deutlich.

    Die Gewerbesteuer, die die Sparkasse Bad Kissingen 2018 an die Kommunen im Landkreis zahlte, bezifferte Friedrich mit insgesamt 1,3 Millionen Euro. Jenseits solcher Verpflichtungen betätigte sich das Kreditinstitut erneut aber auch als Sponsor und Spender. 220 000 Euro habe das Haus 2018 für gemeinnützige Zwecke und Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

    Hohe Teilzeitquote bei Mitarbeitern

    Die Zahl der Mitarbeiter gibt das Unternehmen zum Stand 31. Dezember 2018 mit 323 Personen an. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter betrage 46,2 Jahre. Die Teilzeitquote sei mit 37 Prozent so hoch wie bei keiner anderen Sparkasse in Bayern.

    Die Themen, bei denen die Sparkasse und ihre Kunden miteinander in Kontakt treten, haben sich nach Angaben von  Friedrich und Vorstandsmitglied Michael Rendl deutlich gewandelt. Standard-Service trete in den Filialen immer weiter in den Hintergrund. Gleichzeitig steige die Nachfrage nach "hochwertiger Beratung". Ihr bestehendes Netz an 17 Geschäftsstellen mit persönlicher Beratung, zwei Selbstbedienungsgeschäftsstellen und 26 Geldautomaten sowie monatlichen Besuchen in zwei Wohnparks für Senioren greift die Sparkasse nicht an. "Die Filialen werden weiter der Schwerpunkt unserer Geschäftspolitik bleiben", erklärte Friedrich dazu. Er ergänzte aber auch: "Die meist frequentierte Filiale ist die Internetfiliale."

    Internetfiliale ist größte Filiale

    Rendl untermauerte das mit Zahlen. Die Zahl der Klicks in der Internetfiliale der Sparkasse Bad Kissingen sei von 5,8 Millionen 2010 bis 2018 auf 14,7 Millionen gestiegen. Diese Entwicklung werde auch weitergehen. Nicht zuletzt, weil die Sparkasse mit den Möglichkeiten des Digitalen in ihrem Bereich Schritt halten will und ihren Kunden Dienstleistungen wie die digitale Geldbörse oder den elektronischen Safe anbietet.

    Was erwarten Friedrich und Rendl für die nächsten Jahre? Niedrigzins oder Nullzins könnten für einige Zeit Dauerbaustellen bleiben. Das müsse die Sparkasse bei ihrer Geschäftspolitik berücksichtigen. Die Zahl der Mitarbeiter werde weiter sinken. Das werde aber keine dramatische, sondern eine organische Entwicklung sein. Die Verlagerung der Anforderungen weg vom Service hin zu qualifizierter Beratung werde sich fortsetzen. 

    Noch lange eigenständig bleiben

    Eine rückläufige Entwicklung erwartet Friedrich auch beim Bilanzgewinn. Das müsse die Sparkasse durch verbesserte Effizienz auffangen. Schließlich wolle die Sparkasse Bad Kissingen, so die beiden Vorstände, "noch viele Jahre" eigenständig bleiben.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!