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    Bad Kissingen

    Stadtbücherei spürt die Konkurrenz der Smartphones

    Der Bestand der Stadtbücherei Bad Kissingen wird nach Angaben von Leiterin Gabriele überprüft und erneuert. Foto: Siegfried Farkas

    Greg ist der Liebling der Kinder. Wenn Gabriele Reichert, die Leiterin der Stadtbücherei Bad Kissingen, berichten soll, welche Bücher in welcher Altersgruppe zu den Favoriten gehören, ist die Reihe von Gregs Tagebüchern aus der Feder des amerikanischen Autoren Jeff Kinney bei den jungen Leser ganz vorne dabei. Mein Lotta-Leben, eine Reihe von Alice Pantermüller, und die Conni-Bände aus dem Carlsen-Verlag folgen ausweislich der Entleihzahlen 2018 nicht weit dahinter.

    Schon der kurze Blick auf den jungen Teil der Kunden in der Stadtbücherei belegt: Das Buch mag in der gewachsenen Konkurrenz der inzwischen ziemlich vielfältigen Welt der Informations- und Unterhaltungsmedien an Beachtung verloren haben. Die grundsätzliche Bedeutung des Lesens für Bildung und Freizeit stellt das jedoch nicht in Frage.

    Bei Leserzahlen wieder ein bisschen zugelegt

    Im vergangenen Jahr hat die Bücherei nach dem Bericht für 2018, den Kulturreferent Peter Weidisch jetzt dem Wirtschaftsausschuss des Stadtrats vorstellte, bei den Leserzahlen sogar ein bisschen zugelegt. 1633 Leser weist die Statistik für die Bücherei insgesamt aus. Das ist etwas mehr als in den beiden v0rangegangenen Jahren, aber nicht mehr so viel wie früher. 2011 war für die Stadtbücherei im vergangenen Jahrzehnt mit 1978 Nutzern das Jahr mit der höchsten Gesamtzahl an Nutzern gewesen.

    Eingebüßt hat die Stadtbücherei im Vergleich über ein Jahrzehnt hinweg sowohl bei den Erwachsenen als auch bei jungen Lesern. Prozentual ist der Rückgang bei den Kindern mit 20 bis 25 Prozent sogar ein wenig größer als bei den Erwachsenen. Der Anteil der Kurgäste, die in Bad Kissingen die Statistik immer ein wenig ergänzen helfen, oszilliert seit Jahren um die 100 Leser.

    Bestand wird regelmäßig ergänzt und erneuert.

    Ihren Bestand an Medien hält die Stadtbücherei nach Angaben von Gabriele Reichert seit Jahren von der Größenordnung her gleich. Inhaltlich werde die Auswahl aber gepflegt und beständig ergänzt und erneuert. Gut 22 000 Medien groß war der Bestand nach Weidischs Angaben im vergangenen Jahr. Rechnet man die fast 27 000 E-Medien hinzu, die über den Verbund e-medien-franken erreichbar sind, ergibt sich ein Angebot von nahezu 50 000 Einheiten.

    Den höchsten Anteil bei den klassischen Medien nahmen 2018 die Sachbücher mit 7829 Büchern ein. Es folgten die Belletristik mit 5554 Werken und die Kinderbücher mit 4951 Büchern. CDs, DVDs, Hörbücher und Kinderhörbücher sowie Spiele und Zeitschriften gibt es auch in der Stadtbücherei. Zahlenmäßig spielen sie aber nur eine nachgeordnete Rolle.

    Zufriedenstellende Entwicklung bei den Ausleihzahlen

    Bei den Ausleihzahlen kann die Leiterin der Stadtbücherei für die vergangenen Jahre von einer ähnlichen Entwicklung berichten wie bei den Nutzerzahlen. Die Nutzung des Angebots ist nach wie vor ordentlich. Die früheren Werte werden aber nicht mehr erreicht. Fast 56 750 Ausleihen stehen laut Weidischs Bericht für 2018 zu Buche. Im Jahr davor waren es noch etwas mehr als 57 000 Entleihungen gewesen. Früher, berichtet Gabriele Reichert auf Nachfrage, lag dieser Wert regelmäßig über 60 000.

    Beunruhigt ist die Büchereileiterin über diese Entwicklung nicht. Übergeordnete Fachstellen berichteten, die Kissinger Zahlen lägen im Rahmen der normalen gesellschaftlichen Entwicklung. Als Hauptgrund des Rückgangs sieht auch Gabriele Reichert die Entwicklung der Smartphonenutzung an. "Da bleibt eben nicht mehr soviel Zeit."

    Belletristik am stärksten genutzt

    Rein rechnerisch den höchsten Anteil der Entleihungen erreichten vergangenes Jahr in der Stadtbücherei mit 22 Prozent die Belletristikbücher. Die E-Medien kamen mit 21 Prozent nur knapp dahinter ins Ziel. Auf Kinderbücher entfielen 16 Prozent der Entleihungen. Im Vergleich zu ihren eher geringeren Anteilen am Bestand besonders gut genutzt waren Zeitschriften mit 12 Prozent und Hörbücher mit 10 Prozent der Entleihungen.

    Im Erwachsenenbereich kann Gabriele Reichert "bei den Romanen" im Jahr 2018 keine klaren Favoriten der Kissinger Leser ausmachen. Aber bei den Sachbüchern. Die Kunst des guten Lebens nahm da vergangenes Jahr Platz eins unter den begehrtesten Büchern in der Stadtbücherei ein. Gefolgt von: Aufräumen für Faule.

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