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    Bad Kissingen

    Stadtwerke Bad Kissingen erhöhen die Strompreise

    Strom wird im nächsten Jahr wieder teurer in Deutschland. Auch die Stadtwerke Bad Kissingen erhöhen die Preise. Foto: Jan Woitas/dpa

    Dieses Phänomen kennen zurzeit viele Haushalte in Deutschland: Die Tage werden kürzer, die Lampen leuchten länger, der Strombedarf steigt, zumindest gefühlt, und die Post verteilt Briefe vom Stromversorger mit der Nachricht, dass die Strompreise bald ebenfalls steigen. So eine Ankündigung haben jetzt auch in Bad Kissingen zahlreiche Haushalte von den Stadtwerken bekommen.

    Im Schreiben an die Kunden ihrer Sondertarife Kiss Privat/Business rechtfertigt die Stadtwerke Bad Kissingen GmbH die Erhöhungen mit dem Hinweis auf "die gesetzlichen Rahmenbedingungen". Die zwängen das Unternehmen "wieder einmal" dazu, "die Mehrkostenbelastung an die Kunden weiterzuleiten" und seine Preise "zum 1. 1. 2020 anzupassen". Wobei die Stadtwerke selbst ihre Preise nur zum geringen Teil von vielleicht 20 Prozent "selbst beeinflussen" könnten.

    Stadtwerke machen Rahmenbedingungen verantwortlich

    Konkret verweist das Tochterunternehmen der Stadt Bad Kissingen auf steigende Netzentgelte. In fünf Jahren habe sich hier ein Anstieg um knapp 20 Prozent ergeben. Ähnlich sehe die Entwicklung bei Steuern, Abgaben und Umlagen aus. "Getrieben von den politischen Vorgaben zum massiven Ausbau der erneuerbaren Energien" stiegen die umlagebedingten Mehrkosten weiter an, schreiben die Stadtwerke ihren Kunden.

    Die Preise in besagten Sondertarifen steigen nicht linear, sondern je nach Verbrauch unterschiedlich. Das macht es etwas schwieriger zu beziffern, wieviel die Erhöhung für den einzelnen Haushalt konkret ausmacht. Im Schreiben an die Kunden der Tarife Kiss Privat/Kiss Business stellt das Unternehmen in drei Modellrechnungen vor, wie sich der angekündigte Anpassungsschritt auswirke.

    Drei Modellrechnungen

    Bei einem Verbrauch von 2500 Kilowattstunden im Jahr ergebe sich ein Anstieg um 55,33 Euro im Jahr oder um 6,56 Prozent rechnen die Stadtwerke den Kunden vor. Bei einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden im Jahr spricht das Unternehmen von 60,69 Euro jährlichen Mehrkosten für den betreffenden Haushalt oder einem Anstieg um 6,17 Prozent. Und bei 3500 Kilowattstunden Verbrauch summiere sich der Anstieg auf 66,04 Euro im Jahr. Das seien 5,86 Prozent mehr.

    Nach Angaben von Online-Plattformen wie stromvergleich.de verbraucht ein Zwei-Personen-Haushalt in Deutschland ohne Warmwasserbereitung durchschnittlich etwa 3000 Kilowattstunden im Jahr. Erfolge die Warmwasserbereitung ebenfalls mit Strom, liege der Wert höher.

    Grundpreise steigen deutlicher

    Im Preisblatt, das der örtliche Energieversorger seinen Kunden der Tarife Kiss Privat/Kiss Business mit verschickt, sind nur die neuen Grundpreise je Zähler und Verbrauchspreise je Kilowattstunde aufgelistet. Wer auf dieser Basis wissen will, wie sich seine Stromkosten 2020 entwickeln, der muss nachsehen, wie hoch der Stromverbrauch in seinem Haushalt üblicherweise ausfällt, und dann zum Rechner greifen. 

    Die Grundpreise pro Zähler werden in den Preisstufen 1 bis 3 jeweils um zweistellige Prozentsätze angehoben. Die Verbrauchspreise je Kilowattstunde steigen um 3,8 bis 4 Prozent. Stichprobenartiges Nachrechnen vermittelt den Eindruck, dass der prozentuale Preisanstieg bei höheren Verbräuchen tendenziell etwas geringer ausfällt.

    Insgesamt 90 Millionen Kilowattstunden

    Mit elektrischer Energie versorgt werden von den Stadtwerken Haushalte im Gebiet der Stadt Bad Kissingen inklusive der Stadtteile. Die Gesamtlieferung gibt das Unternehmen mit 90 Millionen Kilowattstunden an.

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