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    Bad Kissingen

    Standpunkt: Bad Kissingen wird seiner Verantwortung gerecht

    Der städtische Finanzausschuss hatte recht, auf den Verkauf der Eule zu verzichten. Und zwar nicht nur, weil man damit in Wahlkampfzeiten Punkte sammeln kann.

    Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Bad Kissingen noch immer sparen muss. Sicherlich, die städtische Finanzlage hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Doch das ist kein Freibrief für das Rathaus, das Geld der Bürger jetzt auf einmal mit vollen Händen auszugeben. Noch dazu wäre der Schuldenabbau der vergangenen Jahre ohne die Hilfe der Staatsregierung nicht möglich gewesen. Es ist dem Freistaat also nicht zu verdenken, dass er von den unterstützten Kommunen auch eigene Konsolidierungsbeiträge verlangt.

    Es war aber auch der Freistaat, der Bad Kissingen zusammen mit Bad Neustadt zum Oberzentrum erklärt hat. Eine Einstufung, die Angebote mit Strahlkraft für das Umland unterstellt. Ohne Kosten und ohne Defizite ist so eine Wirkung in der Region nicht zu bekommen. So gedacht, sorgen wegstreichen, einsparen und verkaufen nicht nur für eine Art Gewinn, sondern auch für Verlust an Qualität und Strahlkraft.

    Die Entscheidung, auf einen möglichen Verkauf der Eule zu verzichten, ist deshalb richtig. Die Gaststätte ist eine Art alternatives Kulturzentrum. Sie hat immer noch soziale Bedeutung in der Stadt.  Und was hätte ein Verkauf wirtschaftlich schon gebracht. Große Einnahmen ganz sicher nicht. Höchstens die Gewissheit, dass man sich wegen der bestimmt irgendwann anstehenden Sanierungskosten rechtzeitig aus der Verantwortung gezogen hätte. 

    Selbst wenn sie die gesellschaftliche Bedeutung der Eule nicht so einschätzen wie eben beschrieben, muss man von städtischen Entscheidern erwarten können, dass sie den gleichen Fehler nicht zweimal machen. Dabei hätten sie sich in diesem Falle den gleichen Fehler ja sogar bereits zum dritten Mal geleistet. Erthal, Eissporthalle, Eule - was braucht es eigentlich noch an schlechten Erfahrungen, um einzusehen, dass der Verkauf prominenter Immobilien für die Stadt nicht der richtige Weg ist?

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