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    Bad Kissingen

    Tausende strömten am ersten Tag über die Abenteuer & Allrad

    Das Überfahren der Wippe ist eine Attraktion im Landrover-Parcours bei der Abenteuer & Allrad. Foto: Wolfgang Dünnebier

    Die  Messe Abenteuer  & Allrad 2019 scheint nahtlos an die Erfolge der Vorjahre mit jeweils rund 50 000 Besuchern  anzuknüpfen. Schon am Donnerstag schaufelten Shuttle-Busse  fast pausenlos Menschen auf das Gelände. Gefragt ist alles, was das Leben im rollende Eigenheim angenehmer macht. Vor allem eine Altersgruppe gibt die Richtung vor: Angehende Rentner, gut betucht, die das Arbeitsleben ganz weit hinter sich lassen wollen.

    Ein halbes Jahr Lieferzeit

    Deren individuellen Wünsche füllen beispielsweise auch die Auftragsbücher der Firma Iglhaut Allrad mit Sitz in Marktbreit und Kitzingen. Sie ist einer der über 300 Anbieter, die sich dem Publikum mit ihren Ständen vorstellen. Das Unternehmen baut  handelsübliche Transporter auf Allradantrieb um. "Unter einem halben Jahr Lieferzeit geht gar nichts", vertröstet Firmenchef Michael Iglhaut Interessenten, die den präsentierten Fuhrpark mit begeisterten Blicken umrunden. Seit drei bis vier Jahren geht es mit dieser Firmensparte aufwärts .Gefertigt wird auf Bestellung. Wer kauft, kann sich den Straßenverlauf von weiter oben anschauen. Das Komplettpaket umfasst auch eine Höherlegung des Fahrzeugs um zwölf Zentimeter. Mit dem Kontostand geht es dagegen runter. Ab 22 000 Euro lässt sich die Kundschaft den Umbau kosten.                  Doch es geht noch teurer und größer. Das zurück zur Natur nehmen Ingrid Schmidt-Müller und Reinhard Müller  aus der Nähe von Marburg wörtlich. Sie stellen zusammen mit dem Hersteller Zirbenbox aus Österreich ihren Ferienwohnung-Ersatz vor. Ganz aus wohlriechendem Holz ist der Wohnbereich samt Duschkabine auf ihrem Laster. Für Kühlung in heißen Regionen sorgt die spezielle Außenhaut. Sie besteht  aus einer Schicht Filz unter einer Lage Aluminium und einer Bespannung aus Cabriolet-Stoff.             

    Ganz in Zirbenholz präsentiert sich der mobile Wohnraum von Ingrid Schmidt-Müller und Reinhard Müller. Foto: Wolfgang Dünnebier

    Auf dem Landweg nach Australien

    Den Einstand ins Rentenalter will das bewegte Paar mit einer über 300-tägigen Reise auf dem Landweg nach Australien feiern. Die aktuelle Kohlendioxid-Diskussion fährt eher im Hintergrund mit. "Die einen fliegen, die anderen fahren mit dem Schiff, und wir können ja auch mal stehen bleiben", schmunzelt sie. Außerdem habe man sich wohlweislich für den kleineren Vierzylinder-Motor entschieden.  

    Percic Miran präsentiert ein elektrisches Rettungsfahrzeug. Foto: Wolfgang Dünnebier

    Unter Umweltaspekten einen Schritt weiter ist Percis Miran mit seiner Firma C & S (Schwäbisch Gmünd), die in Kooperation mit ZF Sachs (Schweinfurt) elektrisch angetriebene Rettungsfahrzeuge im Quad-Format baut. Sie fahren  für bis zu fünfstündigen mit intelligenter Neigungstechnik ins Gelände, um Mountainbiker oder Wanderer aus Situationen zu retten, wo sonst nur der Hubschrauber hinkommt.      

    Auch am Stand von Genesis  Import (Schwarzach) brummt es. Das Unternehmen importiert  Campingartikel aus Südafrika und der übrigen  Welt. Allerdings dreht es sich hier um kleinere  Mobile, in denen die Bewohner in der Wildnis enger zusammen rücken müssen. Ein Renner sind Wohnaufsätze für Pritschenwagen. Geschäftsführer Dror Harel weiß, woran das liegt: "Fast alle namhaften Hersteller haben Pick ups in ihr Programm aufgenommen", Entsprechend steige  die Nachfrage.        

    Die Auswahl an Dachzelten steigt. Foto: Wolfgang Dünnebier

    Dachzelte stark gefragt

    Auffallend auf dem Ausstellungsgelände ist im Vergleich zu den Vorjahren die starke Zunahme an Dachzelten. Durch das Aufklappen oder Hochklappen wird das Auto  überall schnell zur Unterkunft. Ganz ohne Angst vor Ameisen oder Sturzbächen von unten. Schier unübersehbar sind  auch die dargebotenen Kleinbus-Ausbauten. Damit kann man sich unterwegs ziemlich unaufällig  fast überall zur Ruhe betten. Wer auffallen möchte, bekommt das ganze innen und außen sogar im Hippie-Design der 1960er-Jahre.          Für Gesprächsstoff ist also gesorgt. In allen Ecken wird gefachsimpelt und umworben. Ob mit dicken Auspuffrohren, fetten Reifen und Scheinwerfern. Schlange steht die Kundschaft schon mal vor den Essensständen, oder dem  Landrover-Parcours, wo sich die Mitfahrer von gelände-erfahrenen Chauffeuren sogar über eine spektakuläre  Wippe mitnehmen lassen können. Vorträge zu  Fernreisen und der Familientag am Sonntag runden das Angebot ab.      

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