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    Schildeck

    Warum in Schildeck bald Wohnmobile gebaut werden

    Die Präsentation des RocketOne auf der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart war ein Erfolg. Die Rocket Camper GmbH aus Remshalden freut sich über Aufträge. Ausgebaut werden soll der Kastenwagen in Schildeck.
    Mario Volklandt vor dem RocketOne der Rocket Camper GmbH aus Remshalden. Der Kastenwagen wird in der Fachpresse gefeiert. Foto: volklandt-consulting

    RocketOne heißt der Entwurf eines ausgebauten Kastenwagens, mit dem die RocketCamper GmbH aus Remshalden bei der Urlaubsmesse in Stuttgart Sympathien einheimste. 300 000 Besucher tummelten sich binnen einer guten Woche auf den Ausstellungsflächen in zehn Hallen. Das ist ein neuer Rekord.

    Entsprechend war auch am Stand der Remshaldener viel los. Ihr Entwurf sorgte beim Publikum und in der Fachpresse für Aufsehen. Präsent war das Unternehmen bei der Messe, um zu schauen, wie die Studie ankommt.  Das Echo könnte für die Erfinder kaum erfreulicher sein.

    So kürte etwa die Zeitschrift Autobild den RocketOne zu ihrem Lieblingskonzept dieser Messe. "Endlich mal echte Innovation", schreiben das Auto-Blatt. Der ungewöhnliche 6-Meter-Kastenwagen mit Aufstelldach und Möbelzeile zum Teil aus echter Eiche quer zum Auto, Taschen an der Wand als Stauraum und überall USB-Steckdosen gefiel den Redakteuren der Fachpresse, obwohl statt Bad nur ein Campingklo an Bord ist. Ebenfalls an Bord sind ein Waschbecken, Kocher und Kühlschrank. Ungewöhnlich ist auch, dass der Tisch an Seilen aufgehängt wird.

    Junge Leute ansprechen

    Mit dem luftigen Entwurf samt guter Rundumsicht und Platz für fünf Mitfahrer wollen die vor allem auch junge Leute ansprechen, die, ohne zwischen zu vielen Möbeln eingeengt zu sein, gemeinsam bequem reisen wollen. Die ersten Exemplare waren schnell geordert, heißt es. Die Preise stehen noch nicht fest. 

    Mario Volklandt stellte auf der CMT in Stuttgart ein Wohnmobil vor. Foto: volklandt-consulting

    Von dem Erfolg profitiert auch die Volklandt Consulting (Zeitlofs). Sie ist auf Campingfahrzeuge spezialisiert und soll den Kastenwagen ausbauen. Für Donnerstag, 5. März, hat Mario Volklandt den ersten Spatenstich an einer neuen Produktionshalle in Schildeck angesetzt. In einer 4500 Quadratmetern großen Halle möchte er dort künftig Wohnmobile einrichten. Vorgesehen ist außerdem ein Laden für Campingzubehör auf 400 Quadratmetern. Damit möchte er von der unmittelbaren Nähe zur Autobahnabfahrt profitieren. Als Service für Kunden plant er zudem zwei bis drei Wohnmobilstellplätze.

    Am neuen Standort soll die Firma gebündelt werden. Bislang sitzen Entwicklungsabteilung und Schreinerei in Oberzell und der Ausbau in Schondra. Wenn es wie bisher weiter läuft, denkt Volklandt daran, die Zahl der Mitarbeiter von bisher 25 auf 35 aufzustocken.

    Zweiter Stand mit Faltcaravans 

     Volklandt war auch mit einem eigenen Stand bei der CMT erfolgreich. Er vertrat dort die Firma Alpenkreuzer mit Faltcaravans. Der Zeitlofser hat die inzwischen in holländischem Besitz befindliche Firma mit seinem Know-How bei der Einführung der neuen Modelle unterstützt. Ursprünglich gibt es sie bereits seit 1958. Als einer der Deutschland-Repräsentanten der Firma bietet Volklandt die Modelle auch in seiner Campingwelt Rhön mit Sitz in Bad Brückenau an.

    Doch Volklandt zog in Stuttgart noch mehr Aufträge an Land. "Wir schieben in China die Fertigung eines Wohnwagens mit an", sagt der Entwickler. Die Unterstützung aus dem Sinntal reicht vom Design über Konstruktionsdetails bis zur Planung und Aufstellung der Produktionsstraße. Sorge, dass die Neuentwicklung dem europäischen Markt Konkurrenz machen, hegt Volklandt nicht. Das sei wegen der Transportkosten unrentabel.

    Mario Volklandt (links) bei der Produktion in Obersinn. Foto: volklandt-consulting

    Hersteller in ganz Europa und den Vereinigten Staaten zählt Volklandt zu seinen Kunden, wenn es um spezielle Lösungen für die Fertigung von Caravans geht. Darum drehen sich weitere Verträge. die bei der CMT geschlossen wurden. Mit welchen Herstellern, das bleibt Geschäftsgeheimnis.

    "Wir haben mehr verkauft, als beim Caravansalon in Düsseldorf", bilanziert Volklandt rückblickend den Messe-Erfolg in Stuttgart, ohne Zahlen zu nennen. Nach seiner Beobachtung entwickelt sich Camping zunehmend zu einem generationenübergreifenden Projekt in Familien. "Am meisten kaufen die über 55-Jährigen", berichtet der Entwickler. Verreisen tun dann aber auch Kinder und Enkel mit den Fahrzeugen.

    Mitarbeiter campen selbst gerne  

    Er weiß, wovon er spricht. Schon seit 30 Jahren ist er in der Branche aktiv. Volklandt Consulting ist aus Knaus Tabbert in Mottgers hervorgegangen. Als dort 2015 die Entwicklungsabteilung abgezogen wurde, machte sich Volklandt samt Kollegen selbstständig. "Wir sind alle selbst leidenschaftliche Camper", sagt er. Aus Spaß am Thema habe er am Landratsamt ein Stellplatz-Konzept für die Rhön vorgestellt. Lukrativ seien die Gäste für die Region allemal. Es lohne sich, dieses naturverbundene Klientel zu umwerben. Es gibt Untersuchungen, nach denen Wohnmobilisten pro Tag 45 Euro in der Region lassen, in der sie unterwegs sind.

    In einer ersten Version des Artikels hatten wir irrtümlich geschrieben, dass Mario Volklandt den Rockster One entworfen hat. Tatsächlich war es die Rocket Camper GmbH, die den Wagen an ihrem Stand präsentierte. Wir bitten um Verzeihung für das Versehen.        

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