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    Bad Kissingen

    Wegen Coronavirus: Rehakliniken in Nordbayern stoppen Aufnahme

    Mehrere Rehakliniken in der Region nehmen angesichts der Ausbreitung des Coronavirus keine neuen Patienten mehr auf. Auch Besuche sind ab sofort verboten.
    Mehrere Rehakliniken in Franken stellen aufgrund der Corona-Pandemie die Aufnahme von Patienten ein.
    Mehrere Rehakliniken in Franken stellen aufgrund der Corona-Pandemie die Aufnahme von Patienten ein. Foto: Soeren Stache, dpa

    In den Rehakliniken der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Nordbayern werden aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus keine Patienten mehr aufgenommen. Der Stopp gelte ab sofort und bis auf weiteres, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag. Betroffen sind in Unterfranken die Frankenklinik in Bad Kissingen und die Sinntalklinik in Bad Brückenau (Lkr. Bad Kissingen).

    Weiterhin gilt der Stopp für die Frankenland-Klinik in Bad Windsheim (Mittelfranken), die Höhenklinik in Bischofsgrün, die Klinik Frankenwarte in Bad Steben und die Klinik Herzoghöhe Bayreuth (alle Oberfranken) sowie die Ohlstadtklinik und die Rheumaklinik Bad Aibling (beide Oberbayern). Ausgenommen von der Anordnung seien einzig medizinisch dringend notwendige Aufnahmen, so die DRV Nordbayern. Dazu zählten zum Beispiel Patienten, die direkt aus Akutkliniken für sogenannte Anschlussheilbehandlungen in die Reha-Einrichtungen kommen. Die Entscheidung zur Aufnahme würden hier die behandelnden Ärzte treffen.

    Neue Termine werden von der DRV Nordbayern noch nicht vergeben

    Ab wann wieder Aufnahmen möglich sind, steht nicht fest. Neue Termine können laut DRV Nordbayern noch nicht vergeben werden.

    Zudem gilt für die Kliniken des Klinikverbundes Nordbayern der DRV ab sofort ein Betretungsverbot. Besuche von Patienten in der Klinik seien nicht mehr möglich, heißt es. Auch wer einen Angehörigen am Ende der Rehamaßnahme abholen wolle, dürfe die Kliniken nicht betreten und soll sich telefonisch mit dem Personal oder dem Patienten direkt in Verbindung setzen.

    Bundesweit sind onkologische Rehakliniken angesichts der Corona-Pandemie dazu aufgerufen, ihre Ressourcen für die akute Versorgung zur Verfügung zu stellen.
    Bundesweit sind onkologische Rehakliniken angesichts der Corona-Pandemie dazu aufgerufen, ihre Ressourcen für die akute Versorgung zur Verfügung zu stellen. Foto: Friso Gentsch, dpa

    Bayern ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums wichtiger Reha-Standort: Fast jede vierte Reha-Einrichtung Deutschlands befinde sich im Freistaat. Pro Jahr würden darin rund 357 000 Reha-Patienten behandelt.

    Aufruf: Onkologische Rehakliniken sollen Akutkrankenhäuser unterstützen

    Gleichzeitig ruft die Arbeitsgemeinschaft Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin der Deutschen Krebsgesellschaft bundesweit ihre Rehakliniken dazu auf, Ressourcen für die akute Versorgung zur Verfügung zu stellen. Onkologische Rehakliniken würden über "eine hohe internistische und chirurgische Kompetenz" verfügen, sagt Prof. Oliver Rick, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft und Chefarzt der Klinik Reinhardshöhe in Nordhessen. Damit könnte die Akutmedizin entlastet werden.

    Aus Sicht des Onkologen könnten zum Beispiel nicht-intensivpflichtige Patienten nach Operationen in den Rehakliniken versorgt und das Personal in Krankenhäusern entlastet werden. Auch würden so Betten für Covid-19-Patienten frei. Jede onkologische Rehabilitationsklinik solle sich deshalb mit den Gesundheitsämtern des jeweiligen Landkreises in Verbindung setzen.

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