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    HAMMELBURG

    Weinmesse: ein wichtiger Schritt nach vorne

    Auf ein Neues im nächsten Jahr – da waren sich alle einig: (von links) Adolf Keller, Stefan Ruppert, Ernst Stross, Theresa Schmid, Thomas Bold, Antonia Müller und Susanne Volkheimer.
    Auf ein Neues im nächsten Jahr – da waren sich alle einig: (von links) Adolf Keller, Stefan Ruppert, Ernst Stross, Theresa Schmid, Thomas Bold, Antonia Müller und Susanne Volkheimer.

    Elf ansässige Winzer stellten am Samstag ihre Weine auf der ersten Hammelburger Weinmesse vor. Diese Premiere in der Wandelbar des Deutschen Hauses bewerteten sie als vollen Erfolg. Initiatorin und Organisatorin der Messe war die ehemalige Hammelburger Weinprinzessin Theresa Schmid, die ihr Weinstudium mit dieser praktischen Arbeit krönte.

    „Unsere Winzer vertreten die Hammelburger Region schon lange auf auswärtigen Messen und haben jetzt erstmals im größeren Rahmen die Möglichkeit, die Vorzüge ihrer Weinprodukte gemeinsam vor Ort zu präsentieren“, freute sich die amtierende Hammelburger Weinprinzessin Antonia Müller. Und dann entfuhr es ihr unter kräftigem Applaus der über 100 Gäste, deren Anzahl sich im Laufe des Tages etwa verdreifachte: „Unsere Winzer sollten sich nicht länger in Einzelaktionen verstecken!“

    Verlockendes Ambiente

    Baldauf, Eilingsfeld, Hümmler, Müller, Keller, Neder, Plewe, Ruppert, Schäfer, Schloss Saaleck und Winzerkeller – die Namen dieser elf ausstellenden Winzerbetriebe waren auf den beleuchteten, eckigen Säulentischen gut zu lesen. Einladend darauf arrangiert waren Weinflaschen, Gläser und Infomaterial. Das gemütliche Ambiente des geschickt beleuchteten Kellergewölbes von Katharina Rösser lockte überdies zum Verweilen. Besser hätte man diese Weinmesse kaum vorbereiten können, so das breite Echo der Besucher.

    Auch die Winzer attestierten Schmid anerkennend professionelles Geschick und treffsicheres Geschmacksempfinden. „Diese Messe wird gut angenommen“, war diese mit der Besucherresonanz zufrieden. Mit der positiven Zusammenarbeit der Winzer in einer verstärkten Präsentation als Grundidee sei das Ziel dieser Messe erreicht worden.

    „Auf die Idee, zusammen statt einzeln so etwas zu veranstalten, hätte man schon in früheren Zeiten kommen können“, zeigte sich Winzer Peter Plewe begeistert. „Gemeinsam erreichen wir Winzer mehr als im Alleingang“, fand auch Wolfgang Eilingsfeld. Ihren Dank sprachen der Veranstalterin Schmid auch die Weinbau-Vorsitzenden Stefan Ruppert (Hammelburg) und Adolf Keller (Ramsthal) aus. Dem schloss sich Susanne Volkheimer, Projektleiterin von „Frankes Saalestück“, lobend an. Dass es solch eine Weinmesse auch im kommenden Jahr geben soll, stand außer Frage.

    „Auf den passenden Kohlensäuregehalt im Wasser kommt es an“, erklärte Sommelier Thomas Stobbe vom Restaurant-Hotel Neumühle anhand des Fuldaer Rhönsprudels. Denn zu stark blubberndes Radauwasser schade dem Weingeschmack. Die Besucher konnten sich anhand seiner Probemischungen von Wein und Wasser selbst ein Urteil bilden, wie diese sich geschmacklich im Mund verändern.

    Mediumwasser zum trockenen Weißwein: „Das bringt einen erfrischenden Charakter“, verriet Stobbe. „Stilles Wasser oder besser noch gar kein Wasser zum Rotwein“, empfahl der Sommelier. Die Geschmacksharmonie an Zunge und Gaumen im Mund sei das Ziel beim Wettkampf von Gerbsäure und Kohlensäure. Schwach mineralisierte Wässer seien zu bevorzugen. „Ich bin überrascht vom Interesse der Besucher“, gab Stobbe zu.

    „Die Winzer aus dem Saaletal präsentieren sich hier wunderbar“, bestätigte Astrid Hedrich-Scherpf vom Kulturlandkreis Rhön-Grabfeld. Sie regte noch eine zusätzliche Vinothek in Hammelburg mitsamt der Vermarktung von Regionalprodukten aus der Region an. „Diese Messe ist eine Supersache und eine enorme Chance für die Hammelburger Region. Man hätte sie schon früher veranstalten können“, bestätigte Thomas Lange, Winzer des Weingutes Schloss Saaleck. Nach mittlerweile zwei Weinlesen sei er mit der positiven Kundenresonanz hoch zufrieden: „Als Privatier bin ich im Weinbetrieb flexibler als die öffentliche Hand, wo gremiengebundene Entscheidungen naturgemäß länger dauern“.

    Alfred Jöring vom Projekt „Tourismus Fränkisches Saaletal“ sprach von durchgängig hoher Weinqualität, die er auf der Messe antraf. „Die Winzer haben mittlerweile Ausbildung auf internationalem Niveau genossen und sich erheblich weiterentwickelt“, sei ihm aufgefallen und er fügte an: „Diese Weinmesse ist ein wichtiger Schritt nach vorn“.

    Vinothek in Bad Kissingen?

    Nicht in Hammelburg, wo es schon einige Vinotheken gebe, sondern in Bad Kissingen könne man über eine neue Vinothek nachdenken, meinte Kellermeister Matthias Büttner vom Winzerkeller. Das verstärke den touristischen Anlauf in die Weinstadt im Saaletal.

    Der Besuch der Weinmesse sei ein „recht angenehmer Termin“ für ihn, freute sich Landrat Thomas Bold mit einem Weinglas in der Hand. „Diese Veranstaltung bewegt auch die Idee der kommunalen Allianzen ein gutes Stück voran.“ Er habe unter den Winzern viel Kompetenz, Engagement und Liebe zum qualitativ hochwertigen Weinprodukt entdeckt. Bold: „Ganz im Sinne der Dachmarke Rhön, der Gemeinsamkeit und der regionalen Identität“.

    „Wohlschmeckende Weinqualität sollte nicht versteckt in den Kellern schlummern sondern in der Öffentlichkeit punkten“, war Bürgermeister Ernst Stross (SPD) vom Erfolg dieser Messe überzeugt.

    Die Weinbergführung für die 35 Teilnehmer am Abend war schon im Vorfeld ausgebucht. Christiane Schmid und Elfriede Böck erzählten auf dem Weg durch den Weinberg Wissenswertes und Geschichtliches rund um den Heroldsberg. Kulinarisch begleitet wurde diese als mobile Ergänzung zur Messe durch das Wechselbad von heißem Glüh- und süßem Eiswein. Die Teilnehmer konnten sich vor Ort einen guten Eindruck verschaffen, wie viel Arbeit im Weinbau steckt. Insbesondere bei der aufwändigen Ernte des Eisweins.

    Stimmungsvolle Kulisse, gute Resonanz: Die Premiere der ersten Hammelburger Weinmesse in der Wandelbar wurde in höchsten Tönen gelobt.
    Stimmungsvolle Kulisse, gute Resonanz: Die Premiere der ersten Hammelburger Weinmesse in der Wandelbar wurde in höchsten Tönen gelobt. Foto: Gerd Schaar
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    Von unserem Mitarbeiter Gerd SChaar

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