• aktualisiert:

    BAD KISSINGEN

    Wenig Beachtung für den Jubilar

    Rundes Jubiläum für die Kissinger Ausgabe von König Ludwig I. Das Denkmal des für den Aufstieg der Stadt zum Weltbad so wichtigen Wittelsbacher wurde vor 125 Jahren errichtet. Foto: Siegfried Farkas

    Ludwig I. war der Erste. Das hört sich an wie ein billiger Kalauer über die Reihenfolge der bayerischen Könige mit Namen Ludwig. Aus lokalhistorischer Sicht markiert es aber einfach den großen Stellenwert des Monarchen für Kissingens Entwicklung im 19. Jahrhundert. Unter den Wittelsbachern, die zwischen 1825 und 1918 über Bayern herrschten, sind er und Prinzregent Luitpold für die Stadt die entscheidenden. Der von vielen als Kini verehrte Ludwig II. und Maximilian II. reichen an sie nicht im Ansatz heran.

    Einer der wichtigen Wittelsbacher

    Kissingens wichtige Wittelsbacher haben beide in der Stadt gebaut. Ludwig I. legte mit Arkadenbau, Ludwigsbrücke, Krugmagazin und dem leider verschwundenen Eisernen Brunnenpavillon das Fundament für die Entwicklung des viereckigen Landstädtchens zum Weltbad. Und die Prinzregentenzeit setzte der Entwicklung zum Treffpunkt der mondänen Welt mit Kurtheater, Wandelhalle und Regentenbau die Krone auf.

    Die Kissinger wussten das zu würdigen. Sie setzten Ludwig I. ein Denkmal. „Errichtet von den dankbaren Bewohnern der Stadt Bad Kissingen am 25. August 1891“ steht darauf. 125 Jahre ist das jetzt her. Ein rundes Jubiläum, das in der Stadt deutlich geringer gewürdigt worden ist als der 150. Jahrestag des Kampfs um Kissingen am 10. Juli 1866.

    „Errichtet“ mögen die Kissinger das Denkmal vielleicht haben, künstlerisch verantwortlich dafür war aber der Bildhauer Konrad Knoll aus München. Dessen Urheberschaft ist seitlich auf der Standplatte der Statue abzulesen. Der Ludwig ist Knolls einziges Werk in Bad Kissingen. In München stammt unter andrem der Fischbrunnen auf dem Marienplatz von ihm.

    Arkadenbau in klein

    Knoll hat der Figur deutliche Hinweise auf den Grund der Kissinger Dankbarkeit beigegeben. Auf einer kleinen Säule steht eine Andeutung des Arkadenbaus, den Friedrich von Gärtner, neben Leo von Klenze ein Stararchitekt Ludwigs, im Auftrag des Königs entworfen hat. Gärtners Bauten waren es, die mit den Quellen Kissingens Ruhm in der Adelswelt des 19. Jahrhunderts begründeten.

    Die Bedeutung des in Straßburg geborenen Ludwig für Kissingen wird auch durch die Platzierung des Denkmals unterstrichen. Ludwigs Abbild steht vor seinem Arkadenbau. Es prägt den gesamten offenen Bereich des Kurgartens. Auch dafür gibt es einen historischen Bezug. Ludwig hat in Kissingen nicht nur bauen lassen, sondern die Entwicklung der Kuranlagen darüber hinaus persönlich beeinflusst. Nach Angaben der Staatsbad GmbH auf badkissingen.de ordnete er nicht nur an, dass Blumenbeete und Alleen geschaffen werden sollten. Der König habe einst selbst zum Stift gegriffen, „um aufzuzeichnen, wie die Bäume im Kurgarten angeordnet werden sollen“.

    Auffallend gewürdigt worden ist Ludwigs Denkmal zu seinem 125-jährigen Bestehen nicht. Vielleicht kommt ja noch etwas nach. Das Denkmal errichteten die Kissinger Ludwig ja auch erst 23 Jahre nach seinem Tod.

    _ Foto: Siegfried Farkas
    _ Foto: Siegfried Farkas
    _ Foto: Siegfried Farkas

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!