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    Aura an der Saale

    Wer braucht die Männer?

    Die Damen übernahmen das Zepter bei den Faschingsfreunden und gönnten sich eine eigene Prunksitzung - übrigens die einzige im Altlandkreis. Dass auch die "veredelte Form" des Weiberfaschings Zugkraft besitzt, belegte ein volles Haus. Dennoch, ganz ohne Männer geht es nicht, schon gar nicht ohne Männerballetts.
    Gleich vier Gruppen männlicher Ballettratten hatte sich der Weiberelferrat eingeladen, die den maskierten Damenkränzchen einheizten. Die weiß gekleideten Jungs aus Pfaffenhausen, die sich die "Liga der außergewöhnlichen Glieder" nennen, erreichten ihr Ziel. Ihnen ging es weniger um Perfektion, sondern um Spaß.

    Schwanger oder biersüchtig?

    Als Männlein und Weiblein präsentierten sich die Wartmannsrother Männer. Seltsam: Waren bei diesen "Chippendales" die geklonten Frauen alle schwanger, oder hatten die Bäuche etwas mit dem Bierkonsum zu tun? Dazwischen trat als Novum im Auraer Fasching die "Feierwehr-Kapelle" auf, die es seit dieser Saison gibt. "Die Idee dazu hatten Johannes Hammerl und Sitzungspräsident Manuel Kolb. Das Problem war, dass nur drei der sieben Mitglieder ein Instrument spielen", verrät Udo Tillemann, der die Trompete bläst. "Den anderen vier haben wir einen Crash-Kurs verpasst und ihnen in zwei Wochen das Notenspiel für bestimmte Lieder eingetrichtert. Etwas Untalentierte erhielten halt die einfachen Instrumente." So schlägt Manuel Kolb die Pauke, und Johannes Baldauf darf sich dem Triangel widmen. Doch die Kapelle soll keine Eintagsfliege sein: "Wir wollen darauf aufbauen und im nächsten Jahr noch eins draufsetzen."

    Das Männerballett aus Thulba, die "Red Light Chicks", gab sich verrucht. Wildes Tanz-Schlachtengetümmel stellten die Männer aus Ramsthal als Asterix, Obelix und Römer dar.

    Selbstredend schickten auch die Faschingsfreunde ihre besten Garden auf die Bühne. Die "Wilde 14", trainiert von Linda Lippert und Carolin Kaiser, eliminierte den landläufigen Spruch "vom bisschen Haushalt" mit einer schmissigen Vorstellung. Eine italienisch-temperamentvolle Darbietung inszenierten die Pizzamädels der "Dance Generation", die Jessica Kaiser trainiert.

    Spitze Pfeile schoss Büttenrednerin Petra Ruppert aus Wiesentheid auf die Männer ab. Als "Gestatten, Helene-Hannelore Geisblatt-Weichspüler, Anthropologin", ging sie der Frage nach: "Ist der Mann ein Mensch, und wenn ja, warum?" Der Vergleich des Homo sapiens masculin mit dem Hund ging zugunsten des Vierbeiners aus: "Es ist besser einen Hund zu kaufen, als sich einen Mann zu halten. Denn dem Hund braucht man keine Wäsche waschen."

    Zunder für den Moderator

    Nico Rossmann dürfte dem jüngeren Publikum aus dem Fernsehsender RTL II bekannt sein. Der gebürtige Burglauerer kalauerte mit gekonnten Pointen und genoss das Zusammenspiel mit Petra, einer zufälligen Bühnenpartnerin, die aus dem Bayerischen Wald zu Besuch war. Mal abgesehen vom Lampenfieber, das die "Woldlerin" mit Selbstgebranntem bekämpfte, gab sie dem TV-Moderator so richtig Zunder.

    Den Verbandsorden des Fastnachtsverbands Franken (FVF) übergab Sitzungspräsidentin Graser im Nachgang an Heike Frank, die im Auraer Fasching als Prinzessin, Elferratsmitglied und Zugaktivistin bekannt ist. Natürlich fehlte auch die traditionelle Verlosung nicht, die von Geschäftsleuten der Umgebung gesponsert wurde.







    Winfried Ehling

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