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    HAMMELBURG

    Wind wollte nicht so wie die Paraglider

    Fliegerisch kann es nur besser werden als 2017. Mit dieser Hoffnung starten die Piloten des Gleitschirmfliegervereins Saaletal ins neue Jahr. Nach immer neuen Rekordflügen vom Startplatz am Ofenthaler Berg aus schlug den Fliegern jetzt das launische Wetter ein Schnippchen. Der erforderliche Südostwind stellte sich über die vergangenen zwölf Monate nur selten ein – und wenn, dann blieb er nicht lange. Die Flieger empfinden dies als Ausdruck einer schon länger andauernden Destabilisierung des Klimas.

    Meistens herrscht dennoch gute Laune beim Warten auf den richtigen Wind fürs Abheben übers Saaletal. Vorsitzender Marcel Lübbe hielt bei der Jahresversammlung im Gasthaus Schulheiß in Feuerthal dankbar Rückschau auf ein unfallfreies Jahr.

    Bewährt habe sich die neue Gastflugregelung. An den Wochenenden dürfen nur noch heimische Piloten starten, um den Andrang auch im Mischflugbetrieb mit den Drachenfliegern in sicherem Rahmen zu halten. Als Luftaufsichten sind künftig Michael Heid, Jürgen Vollert und Sebastian Heilmann Ansprechpartner.

    Um mehr Windrichtungen fliegerisch zu nutzen, will der Verein nach zusätzlichen Fluggeländen Ausschau halten. Gerne ist der Verein im neuen Werbefilm der Stadt (www.habtv) einer der Imageträger für eine lebenswerte Region. Der Vereinsausflug in den Pfingstferien führt erstmals nach Kössen.

    Als Vereinsmeister steht dieses Mal Jürgen Vollert oben auf dem Treppchen. Er sicherte sich in der Addition der sechs punktbesten Streckenflüge den Titel. Dazu fuhr er auch an die Hänge des Soca-Tales in Slowenien. Am meisten Punkte heimste er im alpinen Umfeld bei einem anspruchsvollen Dreiecksflug mit über drei Stunden Flugzeit über 60 Kilometer ein. Das Fläche Dreieck mit Landung nahe am Startplatz bildet die Königsdisziplin beim Streckenfliegen. Auch in Bassano (Italien) sammelte Vollert Punkte.

    Auf Platz zwei in der Vereinsmeisterschaft landete Karsten Suckert. Er schuf sich beim Vereinsausflug in Greifenburg die Grundlage für seinen Platzierung. Unter thermisch turbulenten Bedingungen meisterte er dort binnen gut fünf Stunden die rund 100 Kilometer lange Mölltalrunde um die Kreuzeck-Gruppe. Auf Rang drei landete Vorjahresmeister Wolfgang Weippert. Er beschränkte sich bei seinen Flugeinreichungen dieses Jahr auf inländische Fluggebiete und flog mit knapp 40 Kilometern auch die weiteste Distanz von Hammelburg aus.

    Deswegen holte Weippert auch den Hausmeisterpokal, bei dem alleine die drei besten Flüge von Hammelburg aus in die Wertung kommen. Auf Platz zwei landete in diesem Wettbewerb Heiko Haas.

    Wobei die Ergebnisse 2017 wetterbedingt hinter den Vorjahren zurück blieben. Den Allzeit-Vereinsrekord vom Ofenthaler Berg stellte Michael von Schaabner im Jahr 2015 mit seinem Flug über 165 Kilometer in den Raum Karlsruhe auf.

    Der Hassenbacher glänzte in diesem Jahr erneut. Mit 154 Kilometer leistete er wieder den weitesten Flug aller Vereinsmitglieder, allerdings nicht vom heimischen Startplatz, sondern vom Kreuzberg bis nach Röslau in Oberfranken. Insgesamt reichen 22 von rund 50 Mitgliedern Flüge ein, teils mit richtig sportlichen Ambitionen, teils unter dem Motto „Dabei sein ist alles“.

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