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    FUCHSSTADT / SULZTHAL

    Windräder lassen auf sich warten

    Bereits Ende 2017 war für den Windpark bei Fuchsstadt gerodet worden. Foto: Wolfgang Dünnebier

    Der Bau der Windparks in Fuchsstadt und Sulzthal verschiebt sich. Während die Aufstellung der Rotoren in Sulzthal von diesem in das kommende Jahr umterminiert wird, ist in Fuchsstadt noch unklar, wann es weiter geht.

    Und dies, obwohl dort die Vorbereitungen schon weiter gediehen sind. Die Baustraße ist schon errichtet und die Flächen für die Fundamente geschottert. Verzögert wird der Baubeginn durch die Insolvenz des Windradherstellers Senvion. Er sollte die drei Anlagen liefern. Das Unternehmen ist offenbar wegen des Preisdrucks bei den Bieterverfahren um Windkraftstandorte unter Druck geraten. „Wir bauen bei Fuchsstadt auf jeden Fall“, versichert eine Sprecherin des Anlagenbetreibers Green City (München). Offen sei aber wann (wir berichten noch).

    Andere Ursachen hat die Verzögerung in Sulzthal. „Aus organisatorischen Gründen wurde der Bauzeitenplan für das Projekt geändert“, teilte Felix Rehwald, Unternehmenssprecher von Enercon, auf Nachfrage mit. Trotzdem soll es mit den Vorbereitungen auf den drei im Winter gerodeten Flächen im Sulzthaler Gemeindewald weitergehen: „Ab Juni werden die Wurzelstöcke gezogen – dies ist aus Umweltschutzgründen erst ab diesem Zeitpunkt möglich“, berichtet Rehwald weiter.

    Der aktualisierten Planung zufolge sollen bis zum Jahresende die Zuwegungen und Kranstellflächen hergestellt und die drei Fundamente gegossen werden. Die kreisförmigen Beton-Fundamente haben jeweils einen Durchmesser von 21 Metern und sind dreieinhalb Meter dick. Noch im Januar hatte Enercon mitgeteilt, dass auch die Windräder noch in diesem Jahr aufgestellt werden sollen, nach der neuen Planung gibt es nun eine Verschiebung auf Sommer 2020.

    Insgesamt 207 Meter hoch

    Der Windrad-Hersteller Enercon plant bereits seit dem Jahr 2013 im Waldgebiet „Bühnholz“ südlich von Sulzthal die Errichtung von Windenergieanlagen aus eigener Fertigung. Vorgesehen sind drei Windräder mit 149 Metern Nabenhöhe und 68 Meter langen Rotorblättern. Jede Anlage hat eine Leistung von bis zu drei Megawatt. Enercon hatte Anfang 2018 von der Bundesnetzagentur den Zuschlag für einen von nur zwei Windparks in Bayern erhalten. Als durchschnittlichen Einspeise-Vergütung wurden damals 4,73 Cent je Kilowattstunde festgelegt.

    Bürgermeister August Weingart (CSU) wusste gestern noch nichts vom neuen Zeitplan: „Unser letzter Stand war, dass Ende des Jahres mindestens ein Windrad läuft.“ Für die kommenden Tage sei die Einrichtung der Baustelle im Wald geplant. Dass sich der eigentliche Bau dann auf die Zeit nach der Kommunalwahl verschiebt, sei für ihn zweitrangig: „Mir ist wichtig, dass die Maßnahme läuft, egal wann.“

    Für den Windpark ist auch eine 9,2 Kilometer lange Leitung zur Netzanbindung am Umspannwerk Fuchsstadt notwendig. Sie führt unter anderem über das Gebiet der Gemeinde Elfershausen. (dübi/rr)

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