• aktualisiert:

    Hammelburg

    Abschied mit "viel Wehmut"

    Sechs Monate lang hat Martin Kuhn im Rahmen der Personalentwicklung die Polizei-Dienststelle Hammelburg geleitet. Spektakuläre Einsätze gab es in seiner Amtszeit nicht. Am Montag übergibt er offiziell an Christian Pörtner.
    Die Polizei-Dienststelle Hammelburg ist in einem der Wahrzeichen der Stadt, dem Roten Schloss, untergebracht. Der Kitzinger Martin Kuhn war dort sechs Monate lang Chef. Foto: Ralf Ruppert       -  Die Polizei-Dienststelle Hammelburg ist in einem der Wahrzeichen der Stadt, dem Roten Schloss, untergebracht. Der Kitzinger Martin Kuhn war dort sechs Monate lang Chef. Foto: Ralf Ruppert
    Die Polizei-Dienststelle Hammelburg ist in einem der Wahrzeichen der Stadt, dem Roten Schloss, untergebracht. Der Kitzinger Martin Kuhn war dort sechs Monate lang Chef. Foto: Ralf Ruppert

    Viele positive Erfahrungen und menschliche Begegnungen nimmt Martin Kuhn aus Hammelburg mit: Sechs Monate lang war der 39-Jährige Leiter der Polizeiinspektion (PI) Hammelburg . "Es ist schon auch viel Wehmut dabei", sagt er zum Abschied. Kommenden Montag, 2. März, wird sein Nachfolger Christian Pörtner offiziell zum Leiter der Hammelburger Polizei bestellt, Martin Kuhn kehrt zurück ins Polizeipräsidium Würzburg.

    Die Leitung der PI Hammelburg war für den Kitzinger eine Zwischenstation auf dem Weg zum höheren Dienst. Im Jahr 2000 begann Martin Kuhn seine Laufbahn im mittleren Dienst bei der Polizei in Eichstätt. Nach Stationen in Schwaben und Sulzbach-Rosenberg kam er 2006 zurück nach Unterfranken: zunächst nach Aschaffenburg, ab 2009 bei der Einsatzzentrale in Würzburg. Dort sei ihm auch der Name Christian Pörtner erstmals begegnet, der vor ihm die Einsatzzentrale mit aufgebaut hatte.

    Von Ochsenfurt an die Saale

    Im Rahmen der Personalentwicklung arbeitete Martin Kuhn zum einen in der Pressestelle des Polizeipräsidiums, zum anderen war er ein Jahr lang stellvertretender Leiter der PI Ochsenfurt. Von dort aus ging es dann am 1. September als Dienststellenleiter nach Hammelburg . "Die Räume hier im Roten Schloss sind eine der schönsten Dienststellen in der Region", war er von Anfang an beeindruckt. Kontakt zu seinem Vorgänger Alfons Hausmann hatte er bereits im Juli aufgenommen.

    Der Start sei dann doch anders gelaufen als geplant: Ende August verunsicherte die Brandserie in der Hammelburger Altstadt viele Anwohner. "Das war natürlich ein Schwerpunkt zu Beginn", erinnert sich Kuhn. In Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei habe es Nachbarschaftsbefragungen und schließlich die Hausdurchsuchung bei einem Verdächtigen gegeben. "Ich war sehr guter Dinge, dass damit die Gefahr gebannt war", berichtet Kuhn. Und er behielt recht: Es gab keine weiteren Brände. Allerdings ist der Fall für die Polizei immer noch nicht abgehakt: "Die Auswertung der Spuren dauert noch an", wartet auch Kuhn auf Beweise vom Landeskriminalamt.

    Schwerpunkt auf Drogen-Delikte

    Von spektakulären Kriminalfällen ist Kuhn in seiner eigenen Zeit als Dienststellenleiter verschont geblieben. "Wir haben eine hohe Sicherheit hier im Schutzbereich", verweist der 39-Jährige auf wenige Straftaten und eine hohe Aufklärungsquote. Einer seiner Schwerpunkte sei die Drogen-Kriminalität gewesen, berichtet Kuhn. Mehr Einsätze und vor allem mehr Prävention habe er initiiert. An der Realschule habe es bereits Vorträge in den 8. Klassen gegeben, an der Mittelschule und am Gymnasium sollen sie noch folgen. "Wir haben mehr Aufgriffe von Jugendlichen", berichtet er aus der Statistik der PI. Am weitesten verbreitet sei in der Region nach wie vor Cannabis, aber auch Amphetamine würden immer wieder gefunden.

    Austausch mit Behörden

    Bei den internen Abläufen sei ihm wichtig gewesen, den Informationsfluss in der Dienststelle zu verbessern. Allerdings habe es auch bislang bereits eine sehr gute Zusammenarbeit und Vernetzung gegeben. Als Beispiel berichtet er über die Aufklärung eines Fahrraddiebstahls aus einer Garage: Die Streife habe gemeinsam mit der Ermittlungsgruppe Spuren gesichert, die tatsächlich zur DNA eines überregional tätigen Täters gepasst haben. Aus seiner Führungsaufgabe habe er viel mitgenommen, etwa als er verstärkte Verkehrskontrollen anregte: "Es war eine gute Erfahrung, dass die Mannschaft das auch so annimmt", lobt Martin Kuhn alle Mitarbeiter der Hammelburger Polizei . Ein "sehr enges Miteinander" bescheinigt der scheidende Polizeichef auch sämtlichen Partnern in der Region: Der Austausch mit der Stadt und dem Landratsamt sowie den neun Bürgermeistern im Zuständigkeitsbereich habe reibungslos funktioniert. Mit der Bundeswehr gab es in Kuhns Zeit Absprachen, wie bei Polizei-Einsätzen auf dem Lagerberg verfahren wird.

    Die Übergabe an Christian Pörtner wird Kuhns letzte Amtshandlung in Hammelburg sein. Nach einigen Monaten im Polizei-Präsidium muss der zweifache Familienvater dann ab Oktober wieder die Schulbank drücken: Die Vorbereitung auf den höheren Dienst steht an.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Bad Kissingen-Newsletter!

    Ralf Ruppert

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!