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    Detter

    Abtauchen in der Wildnis

    Matschen solange man will, das war beim Zeltlager des Bund Naturschutz in Detter kein Problem. Foto: Elisabeth Assmann
    Matschen solange man will, das war beim Zeltlager des Bund Naturschutz in Detter kein Problem. Foto: Elisabeth Assmann
    74 Kinder aus dem ganzen Landkreis im Alter von acht bis zwölf Jahren eroberten für ein Wochenende die Wildnis an der Schondra auf dem Jugendzeltplatz bei Detter . Die BN-Kreisgruppe Bad Kissingen bot mit ihren ehrenamtlichen Betreuern ein abwechslungsreiches, informatives Programm, aber auch viel Freiraum zum selbstständigen Kennenlernen und Genießen der Natur.

    Den meisten Kindern genügt schon die schöne Lage des Platzes: Wald, Wiese und Wasser. Was braucht man mehr? Vielleicht noch ein Lagerfeuer. Das gab es aber nicht einfach so, sondern musste bei einem Geländespiel den Lichtgeistern abgetrotzt werden.

    Neben den Gemeinschaftsspielen und -aufgaben blieb viel Zeit für individuelle Beschäftigungen. So konnten die Kinder mit Speckstein und Ton arbeiten, aus Rinde Boote schnitzen und auf der Schondra zu Wasser lassen. Geduld, Ausdauer und Kraft waren beim Aushöhlen von Holzklötzen mit Feuer nötig. Selbstgesammelte Kräuter verarbeiteten die Kinder zu Kräutersalz. Artenkenntnis anbieten, läuft nebenbei. Beim Schmetterlinge und Wassertiere bestimmen halfen die Experten vom BN.
    "So zeigen wir den Kindern, dass man in der Natur viel Schönes erleben und Spaß haben kann, wenn man schonend mit ihr umgeht," bemerkt Ingo Queck, der stellvertretende Vorsitzende der BN-Kreisgruppe. "Viele Kids kennen Natur nur noch als Ort, der mit Verboten behaftet ist und wollen dann gar nicht mehr hinaus ins Freie: Hier bei uns vermisst keiner sein Handy. Die Kinder genießen die Zeit ohne Druck."

    Nicht ganz stilecht war der Solarkocher für die Steinzeit nicht. Aber das ist den Kindern egal: Popcorn und gekochte Nudeln schmeckten lecker. Auch der Metalldetektor kam bei den Kindern gut an. Uralte Zeltheringe, einen verdeckten Kanaldeckel und auch Geld fanden die Schatzsucher auf dem Gelände.
    Der Fluss und Wald waren ebenfalls beliebte Orte zum Baden, Klettern, Erkunden und Ausruhen.
    Ein dickes Lob gaben die Kinder dem Küchenteam Heike Hanft und Martina Kessler, das immer für leckeres Essen sorgte, und trotz Entführung rechtzeitig zum Abendessen befreit werden konnte. Auch die 27 Betreuer hatten ihren Spaß und waren mit Begeisterung mit ihren Gruppen in Wasser und Wald unterwegs. "Die meisten jugendlichen Betreuer sind schon seit Kindesbeinen beim BN-Zeltlager dabei. Ich freue mich, dass so viele Kinder später als Jugendliche Verantwortung beim Zeltlager übernehmen. Die Geländespiele werden komplett von den Jugendlichen gut durchdacht vorbereitet," erläutert Elisabeth Assmann, die das Zeltlager leitete. Auch bei den Kindern kamen die jugendlichen Betreuer gut an. Eines steht für viele fest: wenn sie alt genug sind, wollen auch sie als Betreuer beim BN-Zeltlager weiter machen.
    Am Sonntag gab es einen kreativen Parcours, den sich die einzelnen Gruppen übers Wochenende überlegt hatten. Vom Gummistiefelweitwerfen, über Galgenkegeln bis zum Naturquiz hatten Betreuer und Kinder viel Spaß .
    Die Ideen für nächstes Jahr werden schon gesammelt. Denn dann gibt es das zwanzigste Kinderzeltlager der BN-Kreisgruppe. Der jetzige BN-Vorsitzende Franz Zang hatte das erste Zeltlager in Wollbach initiiert. "Dafür lassen wir uns was Besonderes einfallen," ist sich Assmann sicher.

    In den Sommerferien bietet der BUND einiges für Kinder an: Bauen von Nisthilfen für Wildbienen am Sinnberggarten in Bad Kissingen(31. Juli), den Schulwald bei Oerlenbach (8. August) erleben und Landart in Aschach (10. August).
    Genaueres unter www.bad-kissingen.bund-naturschutz.de . Rückfragen an bn-badkissingen@gmx.de

    Elisabeth Assmann

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