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    Euerdorf

    Warnung vor gefährlichem Hund: Zweifel an der Geschichte - war alles erfunden?

    Aufregung im Kreis Bad Kissingen: Ein gefährlicher, streunender Hund soll eine Frau angegriffen und schwer verletzt habe...

    Es war eine Schreckensmeldung am Dienstagabend: Ein freilaufender Hund soll Nachmittag eine Spaziergängerin bei Euerdorf im Kreis Bad Kissingen angegriffen haben. Er soll sich unter anderem in ihrem Gesicht verbissen und so die Frau schwer verletzt haben. Dann soll das Tier in unbekannte Richtung geflohen sein. So zumindest die erste Meldung der Polizei.

    Die Beamten sprachen dann eine Warnung an die Bewohner aus - die Polizei bat um äußerste Vorsicht.

    Doch am Mittwoch dann die Kehrtwende: "Während der Ermittlungen ergaben sich Ungereimtheiten", sagt jedoch der Hammelburger Polizei-Chef Alfons Hausmann. Die Suche nach einem angeblich streunenden Hund und die Warnung der Bevölkerung wurden im Laufe des Tages zurückgenommen.


    Ungereimtheiten in den Berichten des Opfers

    EinsatzGegen 14.15 Uhr führte eine 46-jährige Euerdorferin mit ihrer Schwägerin und ihrer Nichte ihre Hunde auf einem Feldweg bei Euerdorf aus. Nach dem Spaziergang kam laut der Erstmeldung der Polizei ein verwahrlost aussehender Mischling angerannt und wollte die Hunde, die sich gerade wieder im Fahrzeug der Frau befanden, angreifen.

    Die 46-Jährige stellte sich nach eigenen Angaben dem angreifenden Tier in den Weg und wurde daraufhin gebissen. Fest steht, dass sie sich tiefe Bisswunden im Gesicht, an beiden Armen, der rechten Brust und dem rechten Unterschenkel zugezogen hat. Die Frau wurde daraufhin ins Bad Kissinger Krankenhaus gebracht, wo Polizisten auf sie aufmerksam wurden. Erst dadurch wurde der Vorfall öffentlich.


    Die Polizeiinspektion Hammelburg suchte daraufhin mit mehreren Streifen und ortsansässigen Jägern vergebens nach einem streunenden Hund. Im Zuge der Nachforschungen wurde bekannt, dass am Vortag in unmittelbarer Nähe ein von einem Hund gerissenes Reh aufgefunden wurde. Die Polizei rief die Bevölkerung zur äußersten Vorsicht auf.


    Wurde sie von ihrem eigenen Hund angegriffen?


    Das Opfer blieb auch am Mittwoch bei ihrer Version, räumte aber bei den Vernehmungen ein, selbst einen Problemhund zu haben, der sie schon mehrfach gebissen habe. Polizei und ein Sachverständiger des Veterinäramtes Bad Kissingen ließen sich das Tier gleich vorführen. Ergebnis: "Es handelt sich um einen Kampfhund-Mix mit gesteigerter Angriffslust", berichtet Hausmann vom Ortstermin. Der Hund habe bei der Vorführung einen Maulkorb getragen, der auch nicht abgenommen werden konnte.


    Hund wurde ins Tierheim gebracht


    Für eine Umerziehung sei er vermutlich schon zu alt. Weil die Halterin keine Genehmigung für den Hund hat, wurde er sofort ins Tierheim gebracht. Auf die Besitzerin kommt eine Anzeige zu.

    Für Spaziergänger gibt Hausmann Entwarnung: "Es hat keine Gefahr für andere bestanden, aber für die Familie." Ralf Ruppert/red


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    Ralf Ruppert

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