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    Wildflecken

    Alles, nur kein Gleichschritt

    Bestes Wanderwetter ließ auch in diesem Jahr die Tour auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken wieder zu einem tollen Erlebnis für Gruppen, Familien und Einzelwanderer werden. Auch wenn es bei längerem Sonnenschein schon ein wenig schweißtreibend war vom Sportplatz Wildflecken aus bis zum Steinküppel hoch zu gehen, die Mühe wurde durch beeindruckende Fernsicht belohnt: Kreuzberg und Arnsberg bieten von Westen her einen ungewohnten Anblick. Und das spezielle Rund-Panorama mit Dammersfeld, den beiden Auersbergen sowie in weiter Ferne Vogelsberg und Sodenberg kann man nur vom 746 Meter hohen Steinküppel aus genießen, auf dem eine Besucherplattform aufgebaut ist.
    "Leider nur einmal im Jahr kann man hierher, aber die Gelegenheit nutzen wir gerne", sagt Wolfgang Faulhaber, der mit seinem Wanderfreund Torsten Danz sowie den drei Jungen Linus, Christopher und Cedric aus Hambach bei Schweinfurt in die Rhön gekommen ist. "Wir sind Wiederholungstäter, wenn man einmal da war, kommt man immer wieder", bekennt Danz. Die Erwachsenen finden die Geschichte des jetzt 80 Jahre alten Übungsplatzes spannend. Und die Buben interessieren sich mehr für die militärische Technik, die im Rahmen der beiden Volkswandertage von der Bundeswehr gezeigt wird, "aber auch die wunderbare Natur gefällt mir", sagt Cedric, dem es obendrein die Bratwürste an den Versorgungsstationen - das betont er - angetan haben.


    Die Wanderstrecke, die auch heuer wieder jede Menge Naturfreunde und Fitness-Fans angezogen hat, führte zunächst hinauf zur Dorfstelle Reußendorf, wo sich Gelegenheit bot, sich vor Munitionsresten und Blindgängern verschiedener Geschoss-Generationen zu gruseln. Die Fachleute der Bundeswehr gaben aber auch gerne genauere Erklärungen zu Verwendungszweck, technischen Hintergründen und Einsatzmöglichkeiten der Geschosse. Bei näherer Betrachtung wird einem klar, warum es auf dem Truppenübungsplatz unbedingt geboten ist, ausschließlich auf den Wegen zu gehen und die verschiedenen Blindgänger-Warnschilder ernst zu nehmen.
    Die lange Tour (rund 23 Kilometer) führte vom Steinküppel aus hinab ins Tal der kleinen Sinn, an den abgesiedelten Ortschaften Altglashütten, Dörrenberg und Neuglashütten vorbei zu einer Schießbahn und dann auf die Panzerringstraße. Immer wieder wurden an den Wanderstrecken - es gab auch zwei kürzere - Getränke und anderer Proviant angeboten, was bei der großen Hitze auch mehr als sinnvoll war. Und wer über nicht so gute Kondition verfügte, der musste sich nicht sorgen, denn mehrere Sani-Fahrzeuge waren entlang der Strecken postiert, und per Handy konnte man sich im Notfall bei den Einsatzkräften bemerkbar machen.
    Auch wenn wieder jede Menge los war auf den Wegstrecken, wer sich für die lange Tour entschied, der konnte ganz gut ein paar Stunden einsam und allein vor sich hin trotten, im Bewusstsein bald wieder von der "Zivilisation" begrüßt zu werden. In diesem Jahr waren besonders viele Übungsareale der Militärs zu besichtigen: So das - natürlich unbewohnte - "Dorf Bagrami", in dem die Bundeswehr den Häuser- und Straßenkampf üben kann. Auch waren viele kugeldurchsiebte "Pappkameraden" zu sehen, die vor den Infanteristen bei Übungen überraschend hochgeklappt werden können. Etliche Autowracks und ausgemusterte gepanzerte Fahrzeuge säumten die Wege.
    Zudem hatten auch 2018 die Freunde der US-Army wieder ein Lager im Stil der 60er Jahre mit Original-Fahrzeugen und Ausrüstungsgegenständen eingerichtet, der Bundesforst, der auf dem Truppenübungsplatz für den Wald zuständig ist, stellte seine Arbeit vor, und für die Kinder gab es Spielemobil, Hüpfburg, Kletterwand und natürlich jede Menge Speiseeis . Joachim Rübel

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