• aktualisiert:

    Maßbach

    Auch ohne Maßbacher VG-Standesamt darf man sich weiter trauen

    Das Standesamt der  Verwaltungsgemeinschaft Maßbach wird eventuell  aufgelöst. Die Städte Schweinfurt und Bad Kissingen sollen Angebote machen.  Entschieden ist noch nichts. Aber eines scheint klar: Trauungen sind auch  weiterhin vor Ort möglich. Foto: Dieter Britz
    Das Standesamt der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach wird eventuell aufgelöst. Die Städte Schweinfurt und Bad Kissingen sollen Angebote machen. Entschieden ist noch nichts. Aber eines scheint klar: Trauungen sind auch weiterhin vor Ort möglich. Foto: Dieter Britz

    Der Haushalt der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Maßbach für das Jahr 2019 steht. Die Mitglieder der Gemeinschaftsversammlung stimmten dem Zahlenwerk bei einer Sitzung im Maßbacher Rathaus einstimmig zu. Außerdem wurden der neue Geschäftsverteilungsplan VG vorgestellt und ein Gutachten für Stellenbewertungen in der Verwaltung in Auftrag gegeben.

    Den Entwurf des Haushaltsplans hatte erstmals Michael Weigand komplett aufgestellt. Er erläuterte, dass der Verwaltungshaushalt für das Jahr 2019 gut 1,318 Millionen Euro in Einnahmen und Ausgaben ausmacht, das sind 11.000 Euro oder 0,83 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Über 75 Prozent der Ausgaben im Verwaltungshaushalt sind Personalausgaben. Der Vermögenshaushalt für Investitionen macht gerade 51.000 Euro oder 3,7 Prozent des Gesamthaushaltes aus.

    Weniger Einwohner, weniger Umlage

    Weitaus wichtigste Einnahmequelle ist die Verwaltungsumlage, die die Gemeinden entsprechend ihrer Einwohnerzahl jeweils am 30. Juni des Vorjahres zu zahlen haben. 2019 sind es 1,031 Millionen Euro. Die Einwohnerzahl der VG betrug zum 30. Juni 2018 6530 und ist damit gegenüber 2017 um weitere 28 Einwohner gefallen. Trotzdem konnte die Umlage pro Einwohner von 166,61 auf 157,81 Euro im Jahr gesenkt werden. Zweitwichtigste Einnahmequelle sind die Finanzzuweisungen mit 121.000 Euro. Dieses Geld, etwa 18 Euro pro Einwohner, bekommt die VG, weil sie auch zahlreiche staatliche Aufgaben (der sogenannte "übertragenen Wirkungskreis") erledigt. An Verwaltungsgebühren sind 47.500 Euro Einnahmen eingeplant. Der Abwasserzweckverband Obere Lauer zahlt eine Umlage von 53.500 Euro, da die Verwaltung der VG auch für den Zweckverband arbeitet. Dieses Jahr finden die Europawahlen statt, für die Durchführung bekommt die VG 8100 Euro. Weitere 7000 Euro Einnahmen stehen als Erstattung für Volksentscheide auf der Einnahmenseite, falls es einen Volksentscheid über das kürzlich erfolgreich abgeschlossene Volksbegehren ("rettet die Bienen") gibt.

    Umstellung auf neues Sitzungsprogramm

    Weitaus größter Posten auf der Ausgabenseite sind die Personalkosten mit 996.800 Euro. Die Aufwendungen für Wahlen sollen 10.000 Euro betragen. Für Wartung und Pflege der Software, EDV-Gebühren, Umstellung auf ein neues Sitzungsprogramm und Einführung eines Dokumenten-Management-Systems samt Installation und Schulungen sind zusammengenommen 110.000 Euro eingeplant. Das Rathaus, in dem die Verwaltungsgemeinschaft ihren Sitz hat, gehört der Marktgemeinde Maßbach . Die Verwaltungsgemeinschaft zahlt dafür 30.000 Euro Miete pro Jahr. Strom, Heizung, Abfallgebühren, Reinigungskosten usw. kosten fast noch einmal so viel. Da Microsoft das Betriebssystem Windows 7 im Frühjahr 2020 endgültig auslaufen lässt, müssen etwa zehn neue PCs mit Windows 10 angeschafft werden. Dafür stehen Vermögenshaushalt 15.000 Euro auf der Ausgabenseite.

    Bei der Vorstellung des neuen Geschäftsverteilungsplanes teilte Frank Mauer, der neue Geschäftsleiter mit, dass mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die seit Gründung der Verwaltungsgemeinschaft vor 40 Jahren dabei sind, in nächster Zeit in den Ruhestand oder Vorruhestand gehen. Deshalb werde es Veränderungen geben müssen. Das Standesamt binde drei Mitarbeiter. Schweinfurt oder Bad Kissingen seien bereit, für die Verwaltungsgemeinschaft das Standesamt zu übernehmen. "Wir lassen uns ein Angebot dazu machen", sagte Frank Mauer. Trauungen seien auch bei einer Verlagerung weiterhin in den Gemeinden möglich.

    Gutachten kostet etwa 7500 Euro

    Die bayerische Akademie für Verwaltungsmanagement München bekam einstimmig den Auftrag, ein Gutachten für die Bewertung von 14 der insgesamt 20 Stellen in der Verwaltungsgemeinschaft zu erstellen. Es soll etwa 7500 Euro kosten. Das letzte Gutachten aus dem Jahr 2000 sei bereits mehrfach überholt, so Geschäftsleiter Frank Mauer. Die Verwaltungsgemeinschaft sei verpflichtet, die Mitarbeiter angemessen zu versorgen und angemessen zu bezahlen. Ansonsten mache sich die Verwaltungsgemeinschaften regresspflichtig. Im Extremfall könne eine falsche Entlohnung beziehungsweise Eingruppierung sogar Vorteilsnahme im Amt und damit ein Straftatbestand sein.

    Die Verwaltungsgemeinschaft Maßbach besteht aus dem den Gemeinden Markt Maßbach , Rannungen und Thundorf. Die etwa 20-köpfige Verwaltung hat ihren Sitz im Maßbacher Rathaus. Das Parlament der Verwaltungsgemeinschaft ist die Gemeinschaftsversammlung, in der jede Gemeinde entsprechend ihrer Einwohnerzahl mit ihren Bürgermeistern und mit Gemeinderäten vertreten ist. Maßbach entsendet sechs Mitglieder, Rannungen und Thundorf je drei. Vorsitzender der Gemeinschaftsversammlung ist Matthias Klement , der Maßbacher Bürgermeister.

    Dieter Britz

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Anmelden