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    Aura an der Saale

    Auf dem Biohof ein Schwein leasen

    Der Käufer bezahlt das Tier, das bei den Brands verbleibt, gefüttert und gepflegt und auch zum Schlachten gebracht wird. Danach liegt es abholbereit, in Vierteln oder Hälften geteilt.

    Bio liegt im Trend. Allerdings ist nicht immer Bio, wo es draufsteht. Wer sicher gehen will, kauft Fleisch und Wurst, Gemüse und Obst bei Direktvermarktern. Die langen Warteschlangen bei Wochen- und Bauernmärkten belegen den "Hunger" nach natürlich gewachsener Kost.

    Der Naturland-Bio-Hof in Aura hat sich jetzt etwas neues einfallen lassen, um den Endverbraucher so eng wie möglich ans Produkt zu binden: Bei der Familie Brand können Konsumenten ein Schwein leasen. Der Nebenerwerbsbetrieb, der zwölf Hektar bewirtschaftet, betreibt zwar keinen Ackerbau , hat aber Tiere. Die Schweine aus eigener Zucht fühlen sich im Sinne des Wortes sau-wohl im großzügig gezäunten Waldstück mit Behausungen und Kuhle. Die rotbunten Gesellen der "Rote Liste"- Rasse Husum versorgen Agnieszka und Roland Brand in ursprünglicher Art. Sogar auf dem letzten Weg zur Schlachtbank zeigt das Ehepaar Fingerspitzengefühl und Tierliebe . Es gewöhnt die Tiere mit Futter an einen Fahrzeuganhänger, der eines Morgens dann zum Bio-Schlachthof Obbach abfährt. So bleibt den Tieren der Stress erspart.

    Die Husumer Sattelschweine zeichnen sich durch hochwertiges und besonders schmackhaftes Fleisch und Fett aus. Ihre ganzjährige Freilandhaltung kennt keine Turbo-Mast, kein Soja und keine Gentechnik. Der seit heuer mit dem Prädikat "Naturland" ausgestattete Bio-Hof Brand bietet auch ein "Schweine-Leasing" an.

    Dabei bezahlt der Käufer das Tier, das bei den Brands verbleibt, hier vorbildlich gefüttert und gepflegt und auch zum Schlachten gebracht wird. Danach liegt es abholbereit, in Vierteln oder Hälften geteilt, dem oder den Käufern zur Verfügung, denn auch mehrere Familien können ein Schwein leasen. Für den eigenen Hofladenverkauf stellt die Landwirtfamilie nur Wurst her.

    Esel, Muli, Alpaka, Ziegen, Schafe, Enten

    Wie kamen die Brands eigentlich zu ihrem landwirtschaftlichen Engagement ? Die Eltern von Roland Brand vererbten ihrem Sohn eine kleine Landwirtschaft, die dieser zugunsten eines Elektroinstallation-Betriebs aufgab. Die Idee, die Landwirtschaft wieder aufleben zu lassen, entstand 2016. Ohne Ackerbau boten Grünland und Streuobstwiese die Grundlage für andere ökologische Aktivitäten. Die gepachteten Streuobstwiesen, grundgereinigt, beweiden inzwischen extensiv fünf Esel, ein Muli, ein Alpaka, Ziegen und Schafe. Auf einer Grünfläche tummeln sich freilaufende Hühner und Enten. Rund 400 hochstämmige Obstbäume erhalten ihre Pflege und Schnitt.

    "Bester Honig Bayerns"

    Genug Arbeit sollte man meinen, doch es kam noch mehr hinzu. Ein angekauftes Grundstück mit einem alten Bienenhaus wurde reaktiviert . Nach einem Bienen- und Honiglehrgang startete die Auraer Familie mit drei Bienenvölkern, die inzwischen auf mehr als 20 angewachsen sind. Das Engagement lohnte. Bei Honigprämierungen in Hof, Eichstätt und Nüdlingen sammelten die Brands sechsmal Silber und einmal Gold und die Auszeichnung "Bester Honig Bayerns". Das Aktivitäten von Agnieszka und Roland Brand vervollständigen das Angebot "Ferien auf dem Bauernhof". Zwei Ferienwohnungen sind im "Schafhof" bereits vorhanden, drei weitere im Bau. Nicht nur für Kinder sondern auch für Erwachsene dürfte eine Auszeit in der Natur des idyllischen Dörfchens an der Saale ein Erlebnis sein.

    Mit dem Beitritt zu "Naturland" verkauft die Landwirtfamilie die Bio-Produkte Freiland-Eier, Honig , Apfelsaft aus Bio-Äpfeln, Suppenhühner und Enten. Außerdem vermarktet sie Schweinfleisch, verschiedene Brände sowie Alpaka- und Schafwolle.

    Hofbesichtigungen bei den Brands sind nach Anmeldung möglich unter Tel.: 0151/53225044 oder unter der E-Mail-Adresse info@bauernhof-brand.de. Die Homepage lautet www.ferienwohnung-bauernhof-brand.de.

    3095 (A. Brand) und 4701(Foto: Ehling)

    Über glückliche Schweine in der Freilandhaltung freuen sich die Tiere und die Landwirtin.

    Winfried Ehling

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