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    Rupboden

    Ausbau der KG 30 im Kosten- und Zeitplan

    Über die aktuelle Situation und den Baufortschritt informierte sich Landrat Thomas Bold (CSU) am Dienstag vor Ort im Gespräch mit Verantwortlichen der beauftragten Baufirma August Ulrich GmbH (Elfershausen) und des Planungsbüros Robert Zehe (Bad Neustadt an der Saale).

    Der bisherige Straßenzustand stammte aus den 60er Jahren. "Wir haben die Straße bei der Gebietsreform 1972 in diesem Zustand vom Altlandkreis Bad Brückenau übernommen." Immer wieder war der Ausbau in den Investitionshaushalt des Landkreises aufgenommen worden. "Aber der staatliche Zuschuss lag nur bei 40 Prozent." Erst vor drei Jahren wurde dieser auf 69 Prozent der förderfähigen Kosten erhöht, weshalb der Kreistag vor zwei Jahren das Ingenieurbüro Robert Zehe mit der Planung beauftragte und im April die Maßnahme genehmigte.


    Von zwei auf eins ist billiger

    Ursprünglich in zwei unabhängigen Bauabschnitten geplant, in einem ersten Schritt zwischen Rupboden und der Kreuzung der KG 31 auf einem Kilometer Länge, dann als Fortsetzung auf den folgenden 2,2 Kilometern nach Roßbach, wird die Kreisstraße nun in nur einer Baumaßnahme bis Juli 2019 ausgebaut. "Dadurch sparen wir enorme Kosten", rechnete Bauleiter Steffen Kiesel vom Tiefbauamt des Landkreises vor: Die Baustelle braucht nur einmal eingerichtet zu werden und die beim Abtrag eines Hügels anfallende Erdmasse muss nicht zwischengelagert werden, sondern kann unmittelbar zur Auffüllung einer Senke genutzt werden.


    Rodung erforderlich

    Zunächst musste der beidseitig der Straße angrenzende Baumbestand stellenweise um bis zu zehn Meter gerodet werden. Grund sind die Vorgaben der staatlichen Förderrichtlinien: Die stückweise nur 5,20 Meter schmale, für den Begegnungsverkehr nach heutigem Maßstab viel zu enge Straße muss in ganzer Länge auf sechs Meter verbreitert werden. An beiden Seiten wird sie zusätzlich durch einen jeweils 1,5 Meter breiten Bankettstreifen begrenzt, gefolgt von einem Entwässerungsgraben auf beiden Seiten. Schließlich ist bis zur Waldgrenze eine Böschungsfläche im Verhältnis 1 zu 1,5 vorgeschrieben. Kiesel: "Steht der Wald also drei Meter über Straßenniveau, brauchen wir mindestens 4,5 Meter Abstand."


    Gefährdungspotenzial verringern

    Ebenfalls in den Förderrichtlinien wird ein größerer Mindestkurvenradius und ein hoher Sicherheitsstandard gefordert, bevor Zuschüsse genehmigt werden, bestätigt Landrat Bold: Die teilweise sehr engen Kurven müssen begradigt oder zumindest abgeflacht werden, Hügel müssen abgetragen, Senkungen aufgeschüttet werden. "Das dient der Verbesserung der Sichtverhältnisse und der Minimierung des Gefährdungspotenzials."

    Es ist nicht einmal das Verkehrsaufkommen, weshalb eine Verbreiterung der Kreisstraße erforderlich ist, sondern vor allem der Begegnungsverkehr von Lastwagen und Bussen. Außerdem wird die KG 30 später als Umleitungsstrecke genutzt, wenn später die Staatsstraße zwischen Zeitlofs und Rupboden ausgebaut wird. Bold: "Dann kommt hier noch der Schulbusverkehr dazu."

    Sobald der erste Streckenabschnitt der KG 30 zwischen Rupboden und der Kreuzung zur KG 31 freigegeben ist, wird ab Frühjahr 2019 die zweite Teilstrecke nach Roßbach ausgebaut. Während dieser Monate ist geplant, den ab Roßbach rechtsseitig auf 650 Metern Länge führenden Radweg und in Verlängerung einen privaten Feldweg bis zur Einfahrt in die KG 31 als Umleitungsstrecke zu nutzen. Kiesel: "Sieben Eigentümer haben der zeitlich befristeten Umnutzung schon zugestimmt, mit dem letzten verhandeln wir immer noch." Sollte dieser Plan scheitern, würde der Umweg für die Roßbacher länger.

    Kostenberechnung: Die Gesamtkosten liegen nach Plan knapp über 4,0 Millionen Euro bei 3,2 Kilometern Straßenlänge. Davon sind reine Baukosten 3,5 Millionen Euro, Grunderwerb und Vermessung kosten 125 000, Landschaftsbau und Ausgleichsmaßnahmen 144.000 Euro. Die Planungskosten liegen bei 263 000 Euro. Von den Gesamtkosten werden knapp 3,7 Millionen Euro als förderfähig angesehen, für die beim Freistaat ein Zuschuss von etwas über 2,5 Millionen Euro beantragt ist. Danach verbleibt für den Landkreis ein Eigenanteil von knapp 1,5 Millionen Euro. Sigismund von Dobschütz

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