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    Bad Brückenau

    Bad Brückenau: Ein Politiker mit Augenmaß

    Nach 18 Jahren als Ortsoberhaupt von Motten wagt Jochen Vogel den Sprung in die Kleinstadt. Als Bürgermeister möchte er dort anknüpfen, wo Brigitte Meyerdierks aufhört. Er ist gut vernetzt und bringt kommunalpolitische Erfahrung mit.
    Mit seiner Familie wohnt Jochen Vogel in seinem Elternhaus in Motten. Seine Frau Claudia und er haben drei Kinder:  die siebenjährige Anna (fehlt auf dem Bild), die fünfjährige Klara und Sohn Toni. Er ist 15 Monate alt. Foto: Ulrike Müller       -  Mit seiner Familie wohnt Jochen Vogel in seinem Elternhaus in Motten. Seine Frau Claudia und er haben drei Kinder:  die siebenjährige Anna (fehlt auf dem Bild), die fünfjährige Klara und Sohn Toni. Er ist 15 Monate alt. Foto: Ulrike Müller
    Mit seiner Familie wohnt Jochen Vogel in seinem Elternhaus in Motten. Seine Frau Claudia und er haben drei Kinder: die siebenjährige Anna (fehlt auf dem Bild), die fünfjährige Klara und Sohn Toni. Er ist 15 Monate alt. Foto: Ulrike Müller

    Es gibt eine Geschichte, die Jochen Vogel gerne erzählt. Es ist die Geschichte vom Mottener Dorfplatz. Den haben die Bürger fast vollständig in Eigenleistung erbaut - mit dem Ergebnis, dass es für die meisten "unser Dorfplatz" sei, sagt Vogel. Das Amt des Bürgermeisters vergleicht er mit der Führung eines Unternehmens, das einem gehört. "Ich habe mir immer die Frage gestellt: Wie würde ich es für mich selber machen?"

    Es ist diese Art von Politik - praktisch, mit Augenmaß und durchdacht -, für die Jochen Vogel steht. 18 Jahre lang hat er das ziemlich erfolgreich gemacht. So erfolgreich, dass drei Kommunen in Hessen und die CSU Bad Kissingen ihn als Bürgermeisterkandidaten anfragten, legt er offen. Auch in der Wirtschaft habe er Angebote gehabt. In Summe seien es zehn im Bayerischen und Hessischen gewesen. "Die Jobs habe ich alle abgesagt", sagt Vogel.

    Nun also kandidiert er als Bürgermeister von Bad Brückenau . "Das, was ich für Motten gemacht habe, kann ich auch für Bad Brückenau tun", ist er sich sicher. Die Stadt stehe "deutlich besser" da, als sie gesehen werde, sagt er. "Man macht das an vereinzelten Leerständen fest", wobei etwas mehr Gastronomie wünschenswert wäre. Dann spricht Vogel über ein positives Image für die Kurstadt - "Ich glaube, dass das möglich ist" - und darüber, dass er die Stadt für Familien attraktiver machen möchte.

    Neue Projekte brauchen Zeit

    Vogel ist gut vernetzt. Er hat als Vorsitzender der Initiative Rhönlink im Zusammenhang mit der Stromtrasse Südlink Verantwortung weit über die Mottener Gemeindegrenzen hinaus übernommen. "Wenn ich etwas mache, dann mache ich es mit Haut und Haaren und mit Herzblut." Herzblut für Bad Brückenau ? "Ja", erwidert Vogel schlicht. Er kann sich vorstellen, das Amt des Bürgermeisters länger als eine Periode zu machen, vielleicht sogar bis zum Ruhestand.

    Was er derzeit nicht mitbringt, sind eigene, innovative Ideen. "Jetzt gilt es erst einmal, viele Dinge, die angestoßen wurden, umzusetzen." Vogel nennt das Bahnhofsgelände, den Radweg und die gesundheitliche Ausrichtung der Stadt. Neue Projekte bräuchten ihre Zeit, "das kann ich aus Erfahrung einfach sagen".

    Wird es dem Mottener gelingen, die Bad Brückenauer mitzunehmen? "Das weiß man im Vorfeld, glaub' ich, nie", antwortet Vogel. Man wisse es ja auch nicht bei den beiden anderen Kandidaten. Amtsmüde sei er in Motten jedenfalls nie gewesen."Ich hatte den Wunsch nach einer neuen Herausforderung." Mit Mitte 40 sei das noch möglich. Eines möchte er klarstellen: "Ich habe nie gesagt, dass ich nicht mehr in die Politik will."

    Drei Fragen an Jochen Vogel

    Warum sind Sie als Bürgermeister von Bad Brückenau geeignet?

    Ich bin seit 18 Jahren Bürgermeister von Motten. Ich bin gelernter Verwaltungsfachangestellter, habe den Verwaltungsfachwirt und den Verwaltungsbetriebswirt gemacht. Durch aktives und zuverlässiges Handeln konnte ich etliche Projekte umsetzen, ich konnte viel Erfahrung sammeln und ein großes Netzwerk aufbauen. Meine Eigenschaften und Fähigkeiten möchte ich mit Herzblut für Bad Brückenau einbringen. Mein gut funktionierendes Netzwerk ermöglicht es mir, Bad Brückenau noch stärker mit dem Wirtschaftsraum Fulda zu verbinden. Und: Ich bin in Bad Brückenau in der vorteilhaften Lage, die Dinge von außen betrachten zu können. Bei einzelnen - auch heiß diskutierten - Themen war ich also bislang nicht involviert und kann mich neutral einbringen.

    Wie lautet Ihre Lösung für die Fußgängerzone?

    Da gibt es nicht die perfekte Lösung. Es gibt aber ganz sicher eine gemeinsame Lösung. Und die gilt es, in Gesprächen und im Austausch, zusammen zu finden. Hier gilt es, auch mal was zu probieren. Kleine Schritte können uns voranbringen. Da lässt sich auch leichter etwas korrigieren. Wir benötigen Maßnahmen, die dem Einzelhandel in der Innenstadt helfen, die aber auch Bewohner nicht zu sehr belasten und von den Eigentümern mitgetragen werden. Und das geht nur gemeinsam.

    Auf welche unbequemen Entscheidungen müssen sich die Bürger im Falle Ihres Wahlsiegs einstellen?

    Der ehemalige CSU-Vorsitzende Franz-Josef Strauß sagte mal: "dem Volk aufs Maul schauen, aber nicht nach dem Mund reden." Das möchte ich beherzigen. Es geht um die Stadt Bad Brückenau und nicht nur um Einzelinteressen. Das kann auch mal unbequem sein.

    Zur Person

    Vita Jochen Vogel ist 47 Jahre alt und stammt aus Motten. Nach der Mittleren Reife an der Realschule Bad Brückenau machte er eine Lehre zum Verwaltungsfachangestellten in der Gemeindeverwaltung Motten. Er legte das Fachabitur (Abendschule) und Abschlüsse als Verwaltungsfachwirt und Verwaltungsbetriebswirt ab.

    Ämter Seit 2002 ist Vogel Bürgermeister von Motten, seit 2008 ist er Kreisrat. Er ist 2. Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Motten, der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Rhön der CDU/ CSU sowie des Vereins Rhönlink. In folgenden Gremien gehört er dem Vorstand an: Kreisvorstand des Bayerischen Gemeindetags, Verein Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön, Landschaftspflegeverband Bad Kissingen.

    Interessen Wandern, Klettern, Tae Bo und Motorradfahren

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    Ulrike Müller

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