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    Bad Brückenau

    Bad Brückenau: Kein öffentliches WC am Busbahnhof

    Josef Kammerbauer ist viel in der Stadt unterwegs. Ihm ist aufgefallen, dass am Busbahnhof immer wieder Reisende an der Tankstelle oder im Krankenhaus auf Toilette gehen. Foto: Ulrike Müller
    Josef Kammerbauer ist viel in der Stadt unterwegs. Ihm ist aufgefallen, dass am Busbahnhof immer wieder Reisende an der Tankstelle oder im Krankenhaus auf Toilette gehen. Foto: Ulrike Müller

    Josef Kammerbauer ist viel in der Stadt unterwegs. Der Busbahnhof ist ihm besonders aufgefallen. "Es gibt viele Leute, die mich fragen, wo es öffentliche Toiletten gibt", erzählt der 72-Jährige. Einmal habe er einen Reisebus beobachtet. Eine Frau holte sich den Schlüsseln an der benachbarten Tankstelle. Da sei quasi die gesamte Reisegruppe auf Toilette gegangen, berichtet er.

    Es stimmt. Vier öffentliche Toiletten gibt es in der Stadt: Am Washingtonplatz auf dem Weg zum Stadtbad, am Bauhof, in der Georgi-Halle und im Rathaus. Nur wenige hundert Meter sind es vom Busbahnhof zur Georgi-Halle. Doch ein Hinweis auf das nächste Klo fehlt. "Das gehört in eine Kurstadt", sagt Kammerbauer mit Nachdruck.

    Im Imbiss Lok In direkt am Busbahnhof zeigt sich dasselbe Bild. "Man wird am Tag bestimmt zehnmal gefragt", sagt Ute Sauren und ihre Kollegin Edith Statt ergänzt: "Das ist nicht ideal." Der Imbiss habe eine Vereinbarung, dass die Gäste die Toilette in der benachbarten Tankstelle benutzen dürfen. Reisende schicken die beiden Frauen dann eben auch dorthin oder ins gegenüberliegende Krankenhaus.

    Radtouristen kommen regelmäßig vorbei

    Eine Lösung ist für sie dringend. Sie denken besonders an ältere Reisende , die ihren Anschlussbus bekommen müssen. "Es wird höchste Eisenbahn", betont Sauren. Auch an der Tankstelle ist das Problem durchaus bekannt. Man arrangiere sich eben, sagt eine Beschäftigte. Natürlich gebe man den Schlüssel heraus, besonders im Notfall oder wenn Kinder dringend auf Toilette müssten. "Aber wir weisen auf die öffentliche Toilette in der Georgi-Kurhalle hin", ergänzt die Frau.

    Sie führt übrigens noch ein anderes Argument dafür an, schnell ein für alle zugängliches Klo zu installieren. Immer wieder besorgen sich Radfahrer vom Rhönexpress Bahn-Radweg Getränke in der Tankstelle. Das gesamte Areal für Einheimische und Radtouristen ansprechend zu gestalten, birgt viel Potenzial. Genau das hat der Stadtrat auch schon seit einiger Zeit vor. Nach der Sommerpause soll die Planung dafür konkret werden.

    Areal soll neu gestaltet werden

    Karin Bauer, Leiterin der Tourist-Information, reagiert nicht überrascht. "Dieses Problem ist der Stadtverwaltung bekannt", sagt sie und erklärt den Hintergrund. Lange Zeit hat das gesamte Areal um den alten Bahnhof herum der Stadt nicht gehört. Erst vor einem Jahr glückte der Kauf des Geländes von der Deutschen Bahn. Bei der Neugestaltung seien auch öffentliche Toiletten geplant. Doch "das geht nicht von jetzt auf gleich", macht Bauer klar.

    Sie ergänzt, dass auch der Wohnmobilstellplatz am Busbahnhof aus diesem Grund keine Versorgung mit Frischwasser und eine Ableitung fürs Abwasser habe bieten können. Dort gebe es nur einen Stromanschluss für die Wohnwagen. Auch das sei nicht ideal und solle nun verändert werden. Der Stellplatz an der Ancenisstraße, nahe beim Metallwerk, verfüge aber über einen Wasseranschluss.

    Josef Kammerbauer hat im Übrigen noch ein weiteres Anliegen. Schon seit Wochen seien rechte Parolen am Wartehäuschen an der Straße am Busbahnhof zu lesen. Der Text ist auf die hölzerne Querleiste der Fensterscheibe geschmiert. Kammerbauer ärgert das: "So etwas ist unverschämt, weil die, die es hingeschrieben haben, überhaupt nicht die Zeit durchgemacht haben." Einer Streife habe er schon längst Bescheid gesagt. Doch die Schrift sei noch immer nicht entfernt worden.

    Ulrike Müller

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