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    Bad Brückenau

    Bad Brückenau: Meilenstein Kissinger Straße bald beendet

    Die Arbeiten in der Kissinger Straße neigen sich dem Ende entgegen. "Im Bereich der südlichen Kissinger Straße ist der Straßenoberbau komplett fertig", sagt Peter Karl vom städtischen Baubüro erfreut. Aktuell sind die Arbeiten an der Nordseite in Richtung Römershag im Gange. Hier werden momentan Deck- und Trageschicht neu gemacht, gibt Karl Auskunft.

    Klaus Hayer, Geschäftsführer des zuständigen Bauunternehmens Josef Bindrum und Sohn aus Hammelburg, schätzt die Fertigstellung der Asphaltierungsarbeiten in der Kissinger Straße bis Ende August als realistisch ein. "Danach müssen noch verschiedenen Randarbeiten gemacht werden, die den Verkehr weniger einschränken", sagt er.


    Zwei neue Buswartehäuschen

    Für die zwei neuen Buswartehäuschen gibt es auch schon einen Termin. Zwischen dem 17. und 19. September sollen sie aufgestellt werden. "Bis Ende September sollte die Kissinger Straße fertig sein", sagt Karl zum voraussichtlichen Bauabschluss. Für die Zufahrt zu den beiden Einkaufsmärkten Lidl und Aldi sind Abbiegespuren stadteinwärts geplant, damit die Unfallgefahr verringert wird, gibt Gerhard Schwarzer vom Ingenieurbüro Alka aus Haßfurt Auskunft.

    Was die Dauer der Bauarbeiten über fast zweieinhalb Jahre betrifft, so bittet Hayer um Verständnis. "Auf so einem langen Streckenabschnitt wie in der Kissinger Straße mussten wir Abschnitt für Abschnitt bearbeiten", sagt er. Daher habe es sicher länger gedauert, als wenn die Straße in einem Rutsch ausgebaut worden wäre. Ebenfalls weist er auf die schwere Arbeit der Bauarbeiter bei der Hitze der vergangenen Wochen hin. "Die Mitarbeiter haben hier draußen trotz der schwierigen Wettersituation wirklich gute Arbeit gemacht", lobt Hoyer.


    Neue Baustelle der Stadtwerke auf selber Strecke

    Auf derselben Strecke kündigt sich bereits die nächste Baustelle an: Zwischen Römershag und der Stadt wird eine neue Trinkwasserleitung verlegt werden. Am Montag haben Mitarbeiter der Stadtwerke Bad Brückenau mit Schweißarbeiten an den Rohren begonnen. Autofahrer werden aber davon nicht behelligt. Gegen Ende August wird eine Baufirma damit beginnen, die Rohre in die Erde zu legen.

    Allerdings muss die Straße dafür nicht auf ganzer Länge geöffnet werden, erklärt Wassermeister Björn Fröhlich. Die Rohre würden von einzelnen Baugruben aus durch den Boden gebohrt. Die Bohrgruben liegen dabei neben dem Straßenkörper. Ob von Seiten des Straßenbauamtes eine mobile Ampelanlage gefordert wird, um den Verkehr an der Baustelle vorbeizuführen, ist noch offen. "Wir hoffen, die Beeinträchtigung so gering wie möglich zu halten", sagt Stadtwerke-Chef Michael Garhamer.


    Und das sagen die Anlieger:

    Uwe Georg, Pächter der Agip Tankstelle in der Kissinger Straße:
    Uwe Georg ist seit dem Jahr 2011 Pächter der exponierten Tankstelle. Die letzten zweieinhalb Jahre waren "schlechte Zeiten" für ihn. 40 bis 50 Prozent Einbußen musste der Geschäftsmann in dieser Zeit verzeichnen. "Und es ist ja noch nicht vorbei", sagt er, denn "die Kunden kommen nicht von heute auf morgen wieder". Er schätzt, dass es ein bis zwei Jahre dauern wird, bis die ehemalige Kundschaft wieder vollständig zurückkehre. "Die Baustelle ist ein großer Einschnitt in unser Geschäft, aber wir haben versucht, so gut wie eben möglich damit umzugehen".

    Heidi und Hermann Zeitz, Zeitz Blitzschutzsysteme:
    Auch die Firma Zeitz Blitzschutzsysteme GmbH lag zeitweise direkt an der Baustelle. Mit 28 Mitarbeitern hat das Unternehmen Verantwortung. "Wir sind sehr glücklich, dass die Baustelle bald zu Ende geht", sagt Heidi Zeitz. Die Firma sei - im Gegensatz zu den Nachbarn - nicht darauf angewiesen, dass die Kunden zum Firmengebäude kommen. Doch für die Mitarbeiter, die vom Außeneinsatz zurückkehren, sei die Situation - vor allem zeitlich - durchaus belastend gewesen. "Auf unser Geschäft hat die Baustelle keine Auswirkungen", sagt Heidi Zeitz. Hermann Zeitz sieht die Situation gelassen. "Das ist halt eine gegebene Tatsache, darüber rege ich mich doch nicht auf", stellt er fest. Probleme habe es in der Baustellenzeit ein paar Mal vor allem bei der Anlieferung gegeben, weil die Zufahrt eingeschränkt befahrbar war. "Es ist schon jetzt ein tolles Gefühl, auf der neuen Straße auf die Arbeit zu fahren", ist sich das Ehepaar einig.

    Horst Bienmüller, Niederlassungsleiter einzA GmbH und Co KG:
    Dem Farben-Fachmarkt hat die Baustelle zugesetzt. "Das letzte halbe Jahr war furchtbar", sagt Horst Bienmüller. Über mehrere Tage konnten seinen Kunden nicht auf dem Kundenparkplatz parken. "Mit der Sackkarre haben wir die schweren Farbeimer über die Straße zum Lidl-Parkplatz fahren müssen", beschreibt er die Situation. Zeitweise waren kaum Kunden im Laden. Eine Katastrophe nennt er die Teerarbeiten vor seinem Geschäftsgebäude. "Drei Tage war es komplett abgesperrt", ärgert er sich. Dennoch habe er Glück gehabt, denn "es gibt ja weit und breit kein Konkurrenzgeschäft", sagt er abschließend.

    Alla Brauer, Anwohnerin Kissinger Straße:
    Als Anwohnerin direkt an der Kissinger Straße hat sie die Baustelle schwer getroffen. "Ich habe die letzten zwei Jahre als sehr schlimm erlebt", sagt die Krankenpflegehelferin. Nach den Nachtschichten sei es besonders schlimm gewesen, denn ab sechs Uhr morgens sei nicht mehr an Schlaf zu denken gewesen. "Die Laustärke der Baumaschinen und der Schlafmangel gingen mir richtig auf die Psyche", sagt Brauer. Im Hof des Mehrfamilienhauses waren zudem Baumaterialien und die mobilen Toiletten abgestellt. "Der Zeitraum war einfach zu lang", sagt sie, denn mit einem Jahr Baustelle habe sie gerechnet. Dass daraus zweieinhalb Jahre würden, das hätte sie nie gedacht. "Das Schlimmste ist vorbei und natürlich bin ich auch dankbar, dass die Bauarbeiten gemacht werden", sagt sie. Trotz aller Schwierigkeiten spricht sie ein Lob an die Arbeiter aus, die "bei jedem Wetter in der Baustelle gearbeitet und wirklich gute Arbeit geleistet haben".

    Patricia Loef, Servicekraft im Astro Spielodrom, Römershager Straße:
    "Ich kann keine Ampeln mehr sehen", ist der erste Gedanke der Brückenauerin, als sie vom baldigen Abschluss der Baustelle hört. Auch in der Römershager Straße habe sich die Baustelle stark auf den Verkehr und die Besucherzahl in der Spielothek ausgewirkt. "Wir hatten weniger Kunden und viele haben sich beschwert über den zähen Fortschritt der Bauarbeiten", sagt Loef. Umso mehr freue sie sich über den baldigen Abschluss. "Dann ist es für die Fuldaer Kunden auch wieder angenehmer und alles kann sich normalisieren", sagt sie. Julia Raab

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