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    Bad Brückenau

    Bad Brückenau: Plötzlich geht das Licht aus

    Mit Kerzen oder Taschenlampen behalfen sich viele Bürger während des Stromausfalls. Foto: Archiv/Jochen Berger
    Mit Kerzen oder Taschenlampen behalfen sich viele Bürger während des Stromausfalls. Foto: Archiv/Jochen Berger

    Matthias Schäfer ging es wie den meisten Bürgern. "Da ist Feierabend. Ohne Strom geht nichts", sagt der Chef der Firma Holzakzente im Gewerbegebiet Schildeck. Glück im Unglück hatte Schäfer dennoch, denn die meisten Maschinen standen zum Abend hin schon still. "Die Büros waren aber noch besetzt. Heute ist ja alles über den PC vernetzt", erzählt er. Als der Stromausfall andauerte, schickte er seine Leute schließlich heim.

    In Bad Brückenau ging am Dienstag um 17.14 Uhr das Licht aus. Die Störung sei durch eine Schutzabschaltung nach einem Fehler im Stromnetz der Stadtwerke Bad Brückenau zustande gekommen, berichtet Manuel Köppl, Leiter der Presseabteilung des Bayernwerks. "Ich vermute, es war ein Blitzeinschlag", sagt Arnold Brust, technischer Leiter bei den Stadtwerken. Zudem sei beim Gewitter ein Mittelspannungskabel zwischen der Trafostation und der Trinkwasseraufbereitungsanlage in Römershag zu Schaden gekommen. Es wurde am Mittwoch repariert.

    In Märkten fallen Kassen aus

    Betroffen waren neben der Kurstadt aber auch die Gemeinden Oberleichtersbach, Schondra und Wartmannsroth. Auch in Detter fiel zeitweise der Strom aus. Bis 18.27 Uhr hatten die Fachleute das Problem wieder im Griff, berichtet Köppl. "Einen Teil der Kunden konnte das Bayernwerk als örtlicher Stromnetzbetreiber bereits nach 20 Minuten wieder versorgen." Insgesamt 3400 Haushalte und Betriebe seien betroffen gewesen, teilt Bayernwerk mit. Darunter waren auch große Unternehmen wie die Staatliche Mineralbrunnen AG, eine Tank- und Stahlbaufirma in Schondra sowie die Höhenrainer Delikatessen GmbH in Wartmannsroth.

    Die Folgen waren überall spürbar. "Wir haben eine lange Pause gemacht", berichtet beispielsweise Thorsten Krack, Marktleiter im Tegut am Gänsrain. Auch in anderen Lebensmittelmärkten standen die Menschen an den Kassen, die allesamt ausgefallen waren. "Viele Kunden haben ihre Waren zurück in die Regale geräumt und sind nach Hause gefahren", sagt Krack. Um die Kühlware habe er sich aber keine Gedanken machen müssen. "Bei einer Stunde passiert da noch nichts."

    Die Feuerwehr verfügt über ein eigenes Notstromaggregat - genauso wie die Polizei . "Ich habe davon nichts mitbekommen", gibt Polizei-Chef Herbert Markert Auskunft. Wegen des Stromausfalls habe es keinerlei Einsätze gegeben, fügt er an.

    Nur ein Einsatz für die Feuerwehr

    "Das ging relativ glimpflich ab", sagt auch Michael Krug. Der Kommandant der Bad Brückenauer Wehr berichtet, dass lediglich gegen 19 Uhr ein Aufzug im Kurstift stecken geblieben ist. Da war der Strom längst wieder da. Die Feuerwehrleute befreiten eine Person. "Es hätte bedeutend mehr passieren können", ist sich Krug sicher. Selbst der heftige Regen hatte - anders als sonst - nicht für vollgelaufene Keller oder Schlammabgänge von Hängen gesorgt. Dafür sei der Wolkenbruch wohl zu kurz gewesen, vermutet er. Über Funk nahm die Feuerwehr Kontakt zur Leitstelle in Schweinfurt auf. Da das Notstromaggregat auch die Telefone im Haus versorgte, konnten die Kameraden Kontakt zur Außenwelt aufnehmen - sofern diese nicht ebenfalls vom Stromausfall betroffen war.

    Kein Anruf ging raus, keiner kam rein. Das betraf zum Beispiel die Mitarbeiter der Therme Sinnflut . Eine Sicherheitsfirma verständigte schließlich Betriebsleiter Jürgen Ankenbrand, der gerade in Bad Kissingen war. "Wenn der Stromausfall länger als eine Stunde gedauert hätte, hätten wir die Therme räumen müssen", erklärt er. Die Wasseraufbereitung sei der gravierendste Punkt, weil dann das Wasser in den Becken für eine längere Zeit nicht umgewälzt werde.

    Küche bleibt kalt

    Pommes gab es keine, denn auch die Küche blieb kalt. Die Notbeleuchtung sorgte nur notdürftig für Orientierung. Die Kasse war nicht funktionstüchtig. "Da sieht man mal, woran wir hängen", stellt Ankenbrand fest. In der Prümmer Klinik lief der Betrieb dagegen ungestört weiter. Sowohl der medizinische Bereich als auch die Küche und Teile der Verwaltung seien von der Notstromversorgung abgedeckt, heißt es aus der Klinik. Das Krankenhaus könne Stromausfälle auch über einen längeren Zeitraum überbrücken.

    73 Minuten dauerte der Stromausfall insgesamt. In Bad Brückenau war das Netz schon früher wieder in Ordnung.

    3400 Haushalte und Betriebe waren vom Stromausfall betroffen.

    Ulrike Müller

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