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    Bad Kissingen

    Bad Kissingen: Das Bähnle fährt wieder

    Seit dem Pfingstwochenende fährt die gelb-grüne Bahn neu aufgerüstet wieder jeden Tag durch die Stadt, den Luitpoldpark und hoch zum Wildpark Klaushof.
    Fahrer Gunter Repp posiert während einer kurzen Pause vor der Lok. Die Geckobahn hält am Rondell vor dem Kurgarten. Foto: Charlotte Wittnebel-Schmitz       -  Fahrer Gunter Repp posiert während einer kurzen Pause vor der Lok. Die Geckobahn hält am Rondell vor dem Kurgarten. Foto: Charlotte Wittnebel-Schmitz
    Fahrer Gunter Repp posiert während einer kurzen Pause vor der Lok. Die Geckobahn hält am Rondell vor dem Kurgarten. Foto: Charlotte Wittnebel-Schmitz

    Das Bad Kissinger Bähnle hat Tradition: Schon seit 1978 fährt es für Touristen, Kurgäste und Einheimische. Bis 2017 war es weiß-blau, dann kam eine Unterbrechung. 2018 gab es keine Fahrten. Der Inhaber wechselte und die Bahn wurde gelb-grün. 2019 erweiterte der Betreiber der Geckobahn Oliver Wolters das Angebot.

    Dieses Jahr sollte die Bahn am 1. April starten. Corona kam dazwischen, deshalb gab es erst an Pfingsten die ersten Fahrten. Obwohl die Bahn aufgrund der Pandemie-Einschränkung keine lange Vorlaufzeit hatte, um auf den Beginn der Touren aufmerksam zu machen, seien direkt am ersten Tag einige Fahrgäste spontan mitgefahren, berichtet Oliver Wolters. "Am Pfingstsonntag habe ich etwa 70 bis 80 Personen auf der Nordtour gehabt", sagt Fahrer Volker Weil (50). "Für das erste Mal nach der Corona-Krise war das nicht schlecht", findet sein Kollege Gunter Repp (59).

    Aber: "Die Zahlen sind nicht repräsentativ", sagt Oliver Wolters. Viele Kurgäste und Touristen müssten erst wieder nach Bad Kissingen kommen.

    Bei Familien beliebt

    Das Interesse der Einheimischen, vor allem ältere Menschen und Familien, ist da, mal wieder mit der Bahn zu fahren. Während die Fahrer am Kurgarten kurz pausieren und auf den Beginn der nächsten Tour warten, werden sie immer wieder von Passanten angesprochen. Eine Mutter lässt ihr Kind die gelb-grüne Lok anfassen. Sie plant, eine Fahrt am Wochenende zu machen, wenn die Oma zu Besuch ist. "Es ist schön, dass die Bahn wieder fährt", findet auch Gabriele Gerlach aus Reiterswiesen.

    Unter der Woche kommen bisher noch wenig Fahrgäste. "Dienstag ist der schwächste Tag", sagt Gunter Repp. Bis nachmittags hat sein Kollege Volker Weil weniger als zehn Personen auf der Nordtour befördert. Vergangenes Jahr hatte der Bahn-Betreiber in einem Artikel noch von "100 Gästen am Tag" für einen ökonomischen Betrieb gesprochen. Gunter Repp sagt: "Zwischen 50 und 100 Personen sollten es schon sein."

    Rechnet sich das? "Im Moment kalkulieren wir gar nicht", sagt Betreiber Oliver Wolters. Durch Corona habe sich der Saisonstart verschoben. Aber er sei sehr positiv gestimmt. "Das letzte Jahr war sehr erfolgreich. Diese Saison wollen wir das Beste draus machen."

    Schutz gegen Corona

    Rund 40 Personen kann Volker Weil pro Tour mitnehmen. Wenn nur wenige Menschen mitfahren, werden sie von den Fahrern in unterschiedliche Waggons gesetzt. Ein Mundschutz muss wie im normalen Busverkehr getragen werden. "Wir haben viele Fenster und dadurch eine gute Belüftung", sagt Oliver Wolters. Dadurch sei das Ansteckungsrisiko gering.

    In den Waggons ließ der Betreiber durchsichtige Plastikvorhänge installieren, die die Sitzplatzabteile voneinander abtrennen. In jedem Abteil haben zwei Erwachsene und ein bis zwei Kinder Platz, sofern man ein bisschen zusammenrückt. Es gibt pro Abteil eine eigene Ausstiegsmöglichkeit, sodass sich die Fahrgäste nicht in die Quere kommen.

    "Rollator und Kinderwagen können in der Bahn verstaut werden", sagt Volker Weil. Für ältere Menschen , denen der erhöhte Zutritt ins Wageninnere schwer fällt, gibt es ein Höckerchen, um leichter einzusteigen. "Wir nehmen auch Fahrräder mit, wenn genügend Platz in der Bahn bleibt", sagt Weil.

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    Zwei verschiedene Touren

    Interessierte haben die Wahl zwischen einer kürzeren 25-minütigen Süd- oder einer 40-minütigen längeren Nordtour. "Man kann auch beide Touren machen. Dann ist es empfehlenswert, erst die Südtour zu machen, dann passen die Anschlusszeiten besser", sagt Volker Weil.

    Die Südtour führt ab dem Kurgarten durch die Altstadt , am alten Rathaus, der Jakobuskirche, dem Theater und dem Bahnhof vorbei. Sie geht dann in den Luitpoldpark und zurück zum Kurgarten . Eine Stimme vom Band erklärt den Fahrgästen Sehenswürdigkeiten in Bad Kissingen .

    Die Nordtour führt vom Kurgarten durch das Kaskadental zum Wildpark Klaushof . Auf dem Weg dorthin hören die Fahrgäste Informationen etwa über das Jahrhundertwasser oder das Attentat auf Bismarck. Am Wildpark können Fahrgäste aussteigen, den Klaushof besuchen und mit einer späteren Tour zurückfahren. Auf der Rücktour zum Kurgarten gibt es beim Gradierbau einen Zwischenstopp.

    25 km/h

    Die Waggons werden durch umgebaute Geländewagen gezogen. 25 km/h pro Stunde fährt die Bahn. "Schneller geht nicht, sonst wackeln hinten die Anhänger zu sehr", sagt Volker Weil. Auf der Rückfahrt der Nordtour auf der Salinenstraße muss der Fahrer Schrittgeschwindigkeit fahren, da die Straße nicht überall gleichmäßig asphaltiert ist. "Wenn man nicht ganz langsam fährt, haut es die Leute sonst von ihren Plätzen", erklärt er. Die Wagen hätten keine Federungen. "Da merkt man jeden Huckel." Aber das lasse sich aufgrund mancher Unebenheiten auf der Straße nicht vermeiden.

    Für die Zukunft steht eine Umstellung auf eine Elektrobahn im Raum. "Den Dieselgeruch mögen manche Leute im Kurpark nicht so gerne", sagt Volker Weil.

    Ob eine Elektrobahn wirklich komme, sei noch nicht sicher, sagt Oliver Wolters. Genauer wolle er sich dazu zunächst nicht äußern. Man befinde sich noch in der Planung, und Corona habe viel verschoben.

    Zur Gecko-Bahn

    Fahrzeiten ab Kurgarten Nordtour ab 10 Uhr jede volle Stunde bis 17 Uhr; Südtour ab 10:30 Uhr jede volle Stunde bis 16:30 Uhr

    Internetseite www.geckobahn.de

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    Charlotte Wittnebel-Schmitz

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