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    Bad Kissingen

    Bad Kissingen: Ein Hoch auf die Gesundheitstage 2020!

    Die traditionelle Bad Kissinger Gesundheitsmesse war im April verschoben worden. Jetzt planen die Initiatoren mit viel Elan für den Termin im Herbst.
    So nah wie hier werden sich Aussteller und Besucher dieses Jahr bei der Gesundheitsmesse in der Wandelhalle sicher nicht kommen.
    So nah wie hier werden sich Aussteller und Besucher dieses Jahr bei der Gesundheitsmesse in der Wandelhalle sicher nicht kommen. Foto: Archiv Isolde Krapf

    Das sind doch gute Nachrichten: Die Gesundheitstage 2020 werden stattfinden.  Die Veranstalterinnen, das sind Dr. Elisabeth Müller (Laboklin GmbH & Co. KG) und ihre Team, hatten als Ausweichtermin den 16. bis 18. Oktober ins Auge gefasst, nachdem die Veranstaltung im April wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte. Aber auch der neue Termin war, wegen staatlicher Versammlungsbeschränkungen, noch lange nicht festgezurrt gewesen. 

    Doch seit das Bayerische Ministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie am 26. Mai verkündete, dass Messen ab 1. September 2020 wieder stattfinden dürfen, sehen die Freunde des dreitägigen Bad Kissinger Großereignisses endlich Licht am Ende des Tunnels. Für derlei Veranstaltungen müssten allerdings, zusammen mit den jeweiligen Messeunternehmen, tragfähige Hygiene-Konzepte erarbeitet werden, hieß es seinerzeit von Seiten des Freistaats.

    Das Risiko schwingt mit

    Genau damit ist das Team rund um Laboklin-Geschäftsführerin Müller und Projektleiterin Elisabeth Dichtl jetzt beschäftigt. Müller ist klar, dass bei der Planung ein Risiko mitschwingt, sagt sie im Gespräch mit der Redaktion. Denn man wisse ja nicht, wie sich die Pandemie bis Oktober entwickelt. Man werde auf jeden Fall dafür sorgen, dass die Sicherheits- und Hygienevorschriften eingehalten werden.

    Ansteckungsgefahr besteht hier zum Glück nicht. Unser Bild stammt von den 21. Bad Kissinger Gesundheitstagen.
    Ansteckungsgefahr besteht hier zum Glück nicht. Unser Bild stammt von den 21. Bad Kissinger Gesundheitstagen. Foto: Archiv Siegfried Farkas

    Sie und ihre Mitstreiter seien sowohl mit OB Dirk Vogel als auch mit dem während der Corona-Krise zuständigen Versorgungsarzt Ralph Brath bereits in Kontakt gewesen. "Das Gesundheitsamt sieht alles noch recht kritisch, aber das ist auch dessen Aufgabe", so Müller weiter. Man müsse eben das Infektionsgeschehen in der Region im Blick haben und die Messe gut vorbereiten.

    Besucherlenkung wichtig

    Dabei spielen sicher die Besucherlenkung in der Wandel- und Brunnenhalle eine große Rolle, sagt Müller. Zudem müssten die Besucher namentlich erfasst werden. "Die Frage wird auch sein, wie viele Besucher sich in einem Raum aufhalten dürfen, damit die Abstandsregeln eingehalten werden." Auch die Aussteller müssten natürlich Auflagen erfüllen, so Müller weiter. "Aber die machen das mit, weil sie sich freuen, dass die Messe stattfindet." 

    Und die Besucher? Immerhin kamen in den vergangenen Jahren jedes Mal bis zu 20 000 Besucher zu den Gesundheitstagen. "Ich glaube, die Leute werden kommen, weil sie neugierig auf die Angebote sind und sich freuen, mal wieder eine Messe besuchen zu können", ist Müller optimistisch. Man müsse aber sehr gut nach außen kommunizieren, wie die Regeln für einen Besuch sind, denn man wolle freilich keine gesundheitlichen Risiken eingehen.

    Gesundheitsmesse mit Tradition

    Die Bad Kissinger Gesundheitstage gehören schon lange zu den traditonellen Großveranstaltungen der Kurstadt. 2020 finden sie zum 23. Mal statt. Viele Gäste freuen sich jedes Jahr darauf, dass sie im Frühjahr an den interessanten Ständen der Aussteller in der Wandel- und Brunnenhalle entlangbummeln und das ein oder andere Schnäppchen machen können. Denn die zahlreichen Aussteller aus nah und fern haben natürlich auch Innovationen mit im Gepäck, so dass die Besucher oft mit irgendeiner interessanten Neuheit nach Hause kommen.

    Doch das ist nicht das Einzige, was für die Gäste an den drei Messetagen zählt. Denn zusätzlich gibt es ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm, mit gut 80 Fachvorträgen zu allen Themen rund um die Gesundheit, zu denen man schon lange mal was wissen sollte. Besonders aktive Besucher können sich auch am Mitmach-Programm beteiligen.

    Zwangsloses Plauschen (im Bild 2015) wird diesmal bei der Gesundheitsmesse vielleicht schwieriger, weil es gilt, die Abstandsregeln einzuhalten.
    Zwangsloses Plauschen (im Bild 2015) wird diesmal bei der Gesundheitsmesse vielleicht schwieriger, weil es gilt, die Abstandsregeln einzuhalten. Foto: Archiv Isolde Krapf

    Beherzte Initiative

    Dass es die Gesundheitstage dieses Jahr überhaupt wieder gibt, ist in erster Linie der mutigen Initiative von Elisabeth Müller zu verdanken, die irgendwann im November 2019 frisch heraus beschlossen hatte, die Fäden selbst in die Hand zu nehmen und die Gesundheitstage 2020 auf privatwirtschaftlicher Basis in bessere Zeiten hinüberzuretten.

    Denn der Förderverein Gesundheitszentrum hatte sich, aufgrund der schlechten finanziellen Situation, Ende 2019 aufgelöst - und das in weiser Voraussicht, denn man wollte eine Insolvenz vermeiden. Mit der daraus resultierenden Umverteilung von Kursen, Seminaren und Befugnissen stellte sich schließlich auch die Frage, ob man das große Jahresereignis der Gesundheitstage mit Tausenden von Besuchern würde erhalten können.

    Schöpferische Pause für künftige Veranstalter

    "Ich war Gründungsmitglied des Vereins und 20 Jahre lang im Vorstand aktiv", sagt die Unternehmerin. Als es mit dem Förderverein bergab ging, habe sie die Gesundheitstage nicht einfach sterben lassen wollen. "Das wäre schade gewesen." Ihr Engagement könne jedoch nur vorübergehend sein, macht Müller klar. Ihrer Ansicht nach könnten die Institutionen der Kurstadt, wie zum Beispiel Stadt und Staatsbad Bad Kissingen GmbH, nun aber Zeit gewinnen, um zu überlegen, ob und wie sie die Gesundheitstage ins nächste Jahresbudget einbauen.

    Dass die Großveranstaltung stets ein finanzielles Risiko birgt, ist der Interimschefin der Gesundheitstage klar. Jetzt umso mehr, weil die Messe unter den Bedingungen der Corona-Pandemie organisiert werden muss. Dass sie mit Herzblut bei der Sache ist, wird im Gespräch mit ihr klar: "Wenn ich vorher gewusst hätte, dass eine Pandemie ausbricht?" Sie lacht. "Dann hätte ich die Ausrichtung der Gesundheitstage trotzdem übernommen."

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