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    Bad Kissingen

    Bad Kissingen: Erneuter Vandalismus an Skulpturen - so geht es jetzt weiter

    Erneut haben Vandalen die Skulpturen in den Bad Kissinger Parkanlagen beschädigt. Die Künstlerin Hilde Würtheim hat nun eine Entscheidung gefällt.
    Mitarbeiter der Staatsbad GmbH verladen die Tonfiguren der Würzburger Künstlerin Hilde Würtheim auf einen Pritschenwagen. Die Figuren waren im Außenbereich der Bad Kissinger Parkanlagen aufgestellt und mehrfach beschädigt worden. Foto: Johannes Schlereth       -  Mitarbeiter der Staatsbad GmbH verladen die Tonfiguren der Würzburger Künstlerin Hilde Würtheim auf einen Pritschenwagen. Die Figuren waren im Außenbereich der Bad Kissinger Parkanlagen aufgestellt und mehrfach beschädigt worden. Foto: Johannes Schlereth
    Mitarbeiter der Staatsbad GmbH verladen die Tonfiguren der Würzburger Künstlerin Hilde Würtheim auf einen Pritschenwagen. Die Figuren waren im Außenbereich der Bad Kissinger Parkanlagen aufgestellt und mehrfach beschädigt worden. Foto: Johannes Schlereth

    Immer wieder haben Unbekannte in den vergangenen Wochen die Menschen-Skulpturen in den Bad Kissinger Parkanlagen beschädigt oder zerstört . Nun haben die Bayerische Staatsbad Bad Kissingen GmbH und die Künstlerin Hilde Würtheim auf den Vandalismus reagiert. Der neue Plan: Die Figuren sollen in einer Ausstellung im Innenbereich zu sehen sein. Zuvor gibt es jedoch einiges zu erledigen.

    Bad Kissingen: Von der Parkbank auf die Ladefläche

    Am Montagvormittag waren dafür Arbeiter der Gärtnerei der der Gärtnerei Staatsbad GmbH im Einsatz. In mehreren Teams hoben sie die Figuren von ihren Sitzgelegenheiten auf mehrere Pritschenwagen. Über 20 Figuren mussten die Gärtner von Parkbänken auf die Ladefläche der Pritschenwagen hieven. Kein leichtes Unterfangen, so der Tenor der Angestellten, wiegt eine Skulptur doch etwa 50 bis 60 Kilogramm. Nun sollen die Skulpturen in der Gerätehalle der Staatsbad GmbH im Luitpold-Park zwischengelagert werden.

    Skulpturen in Bad Kissingen: Wie geht es nach dem Einlagern weiter?

    "Im nächsten Schritt wollen wir neue Standorte im Innenbereich finden", heißt es von Sylvie Thormann, Kurdirektorin und Geschäftsführerin der GmbH. Über den konkreten Ort, an dem die Skulpturen zu sehen sein sollen, ist bislang noch nichts bekannt. Aber: "Das wird wohl nicht allzu lange Dauern, bis wir die Ausstellung neu haben", meint Hilde Würtheim, die Künstlerin .

    Würtheim ist bestürzt über den Vandalismus : "Ich bin immer noch entsetzt über die gewaltige Zerstörungswut, die meinen Figuren entgegengebracht wird." Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb jemand den Figuren schaden möchte. "Sie fordern doch in keiner Weise Aggression heraus."

    Künstlerin begutachtet den Schaden in dieser Woche

    "Eine ältere Dame ist verschwunden, ein älterer Herr mit Aktentasche wurde zertrümmert und die Frauenfigur im Klanggarten haben unbekannte ebenfalls zertrümmert", zählt Ines Hartmann, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Staatsbad GmbH, die Schäden auf. Eine Schadensumme kann Würtheim noch nicht nennen. "Es hängt davon ab, wie beschädigt die Figuren sind. Abgebrochene Körperteile lassen sich wieder ankleben. Anders ist es etwa bei einem zerschlagenen Gesicht." Um das Ausmaß der Zerstörung zu beurteilen, will die Künstlerin im Laufe dieser Woche Bad Kissingen besuchen.

    Wer trägt die Kosten des Schadens?

    Eine Figur kostet laut Würtheim rund 3000 Euro und für die Herstellung sind knapp 40 Stunden Arbeitszeit anzusetzen. "Keine Sach- oder Haftpflichtversicherung auf der Welt zahlt bei Vandalismus an im öffentlichen Raum ausgestellter Kunst", sagt Würtheim. Die Folge: Sie muss den Schaden selbst tragen.

    "Wir suchen derzeit nach Zeugen", sagt Thomas Baumeister , der stellvertretende Dienststellenleiter der Bad Kissinger Polizei . Laut dem Beamten kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag zu den Zerstörungen . "Wir vermuten, dass es in den frühen Morgenstunden zwischen 3:30 und 5 Uhr geschehen ist." Einen möglichen vagen Tatverdacht sei eine zu Ende gehende Abi-Feier. "Aber dafür gibt es bislang keinerlei Beobachtungen, es ist bislang durch nichts belegt." Die Folge: "Wir ermitteln in alle Richtungen." Für Würtheim steht fest, dass harte Schläge notwendig waren, um die Figuren zu beschädigen. "Das ist mehrere Zentimeter starker Ton, da ist rohe Gewalt notwendig."

    Die Würzburger Künstlerin hat daraus - und aus den Vandalismus-Fällen im Würzburger Juliusspital - einen Schluss gezogen: "Ich werde nie wieder im öffentlichen Raum ausstellen." Ihre Werke will sie nur noch geschützt zeigen. "Ich habe das Winterhalbjahr hart für die Ausstellung in Bad Kissingen gearbeitet. Es fühlt sich an, als ob einem der Wind aus den Segeln genommen wird. Ich fühle mich selbst zerschlagen."

    Trotz alldem blickt die Würzburgerin unbeirrt nach vorn: "Mein Vorschlag wäre, die Figuren im Innenhof des Luitpoldbades auszustellen." Die Figuren hätten dort eine ganz andere Wirkung als im Freien. "Sie würden dort ihre ganz eigene Ausstrahlung zeigen."

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    Johannes Schlereth

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