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    Bad Kissingen

    Bad Kissingen: Kanalbau am Sinnberg geht zu Ende

    Die Erhardstraße ist ab Ende der Woche wieder komplett frei. Der neue Kanal ist ein wichtiges Bauteil im Abwassersystem der Stadt. Im Krautgarten wird ab sofort auch gebaut.
    Der neue Kanal unter der Erhardstraße ist wichtig für die Entwässerung des Sinnbergs. Er liegt mehrere Meter tief in der Erde. Borst/Archiv       -  Der neue Kanal unter der Erhardstraße ist wichtig für die Entwässerung des Sinnbergs. Er liegt mehrere Meter tief in der Erde. Borst/Archiv
    Der neue Kanal unter der Erhardstraße ist wichtig für die Entwässerung des Sinnbergs. Er liegt mehrere Meter tief in der Erde. Borst/Archiv

    Nach zweieinhalb Jahren geht die Baustelle Erhardstraße zu Ende: Arbeiter haben gestern die Fahrbahnmarkierungen an der Kreuzung zum Ostring aufgebracht, bis Ende der Woche wird die Ampel dort in Betrieb genommen. Dann verschwinden auch die letzten Warnbarken und der Verkehr kann wieder ungehindert rollen. "Die Straße ist von großer Bedeutung für die Stadt ", sagt der nächste Woche aus dem Amt scheidende Oberbürgermeister Kay Blankenburg ( SPD ).

    Der Kanal ist neu, Strom-, Wasser- und Gasleitungen ebenso. Auch Telekommunikationskabel wurden getauscht und neue Glasfaserkabel verlegt. Wichtig sei ihm, dass die Straße barrierefrei ausgebaut wurde. Der Stadtrat hat zuletzt darüber diskutiert, dass ein Schutzstreifen für Radfahrer bergauf markiert wird. "Der Radverkehr wird in vernünftiger Art und Weise eingebunden. Wir können die Straße in hervorragendem Zustand dem Verkehr übergeben", sagt Blankenburg.

    Wichtiger Kanal für Sinnberg

    In Sachen Kanal zählt die Erhardstraße zu den wichtigsten und baulich komplexesten Projekten der vergangenen Jahre, erläutert Ingenieur Hans-Ulrich Hoßfeld. Das liege unter anderem an der großen Tiefe (fünf Meter) in der der Kanal vergraben ist. Und es liegt an der Bedeutung, die der Kanal für die Entwässerung des Wohngebiets am Sinnberg hat.

    Das mit 2200 Kubikmetern Fassungsvermögen größte Regenüberlaufbecken der Stadt befindet sich am Hallenbad. Die ehemalige Kaserne und Kissingen Nord-Ost, der Sinnberg und auch Winkels sind daran angeschlossen. Das Becken verhindert, dass die Altstadt bei starken Regenfällen überläuft und "es verhindert, dass Mischwasser (Regen- und Abwasser, Anm. d. Red.) die Heilquellen beeinträchtigt", erklärt der Ingenieur. Für dieses System befinden sich wichtige Kanäle in der Hemmerich-, der Max- und der Hartmannstraße. Diese wurden seit den 1990er Jahren erneuert. "Die Erhardstraße ist der letzte Baustein, um das Gebiet jenseits des Ostrings zu erschließen. Jetzt haben wir dort geordnete Verhältnisse", betont Hoßfeld.

    OB fordert Hilfe vom Freistaat

    Mehr als elf Millionen Euro investiert die Stadt derzeit in neue Straßen und Kanäle. Seit November ist die Dr.-Georg-Heim-Straße (Garitz) eine Baustelle und auch in der Burgstraße (Reiterswiesen) laufen seit März die Arbeiten. Gestern folgte der offizielle Spatenstich Im Krautgarten (Garitz). Dabei handelt es sich um ein vergleichsweise kleines Projekt. "Aber Straße und Kanal waren so marode, dass es kein Luxus ist, zu sanieren", sagt Hoßfeld. Die enge Straße im Altort ist komplett gesperrt. Die Zufahrt ist in dringenden Fällen nach Absprache gewährleistet. Die Arbeiten sollen ein halbes Jahr dauern.

    Durch die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge ist es für Bad Kissingen nicht leichter geworden, in seine Straßen zu investieren. Wie schwer sich die Finanzdelle durch Corona auswirkt, bleibt abzuwarten. "Laufende Maßnahmen werden nicht angehalten", sagt Blankenburg. Der kommende OB Dirk Vogel ( SPD ) und der neue Stadtrat müssten aber darüber beraten, anstehende Projekte wie den nächsten Bauabschnitt im Freibad zu verschieben. Insgesamt sieht Blankenburg bei der Bewältigung der Corona-Krise die Regierung in der Pflicht. "Es wird darauf ankommen, wie der Freistaat mit seinen Kommunen umgeht", meint Blankenburg. Für Bad Kissingen sei wichtig, ob die Stadt weiter keine neuen Schulden machen darf, weil sie Stabilisierungshilfen erhält. Ferner ist von Bedeutung, ob und wie der Freistaat hilft, die zu erwartenden Einbußen bei der Kurtaxe zu kompensieren.

    Bad Kissinger Straßenbauprojekte im Überblick

    Im Krautgarten Die Straße in Garitz wird auf 135 Metern saniert, die Kosten dafür betragen rund 0,93 Millionen Euro. Gas-, Wasser- und Stromleitungen werden ausgetauscht, ein Glasfaserkabel neu verlegt sowie die Straßenbeleuchtung modernisiert.

    Burgstraße 2,26 Millionen Euro Kosten plant die Stadt für die Sanierung der Burgstraße. Der Freistaat beteiligt sich mit 635 000 Euro. Der Kanal wird auf 430 Metern, die Straße auf 385 Metern länge erneuert.

    Dr.-Georg-Heim-Straße

    Straße und Kanal werden in zwei Abschnitten erneuert. Die erste Bauphase dauert voraussichtlich bis Juli 2021 und kostet rund 2,5 Millionen Euro. Der Freistaat fördert 0,82 Millionen Euro. Gesamtlänge: 430 Meter.

    Erhardstraße Die Kosten belaufen sich auf rund 5,5 Millionen Euro. 420 000 Euro zahlt der Freistaat. Der Kanal wurde auf 664 Metern, die Straße auf 528 Metern erneuert. Im Kreuzungsbereich wurden 300 Meter Ostring neu asphaltiert.

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    Benedikt Borst

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