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    Bad Kissingen

    Bad Kissingen: Winterkleid für Laborneubau

    Für rund zehn Millionen Euro erweitert Laboklin seinen Unternehmenssitz in der Kaserne. Auch andere Tochterlabore in Europa sind inzwischen aus ihren Räumen herausgewachsen.
    Von einer Hebebühne aus montiert ein Arbeiter die Stahlkonstruktion für die Fassadenverschalung. Foto: Benedikt Borst
    Von einer Hebebühne aus montiert ein Arbeiter die Stahlkonstruktion für die Fassadenverschalung. Foto: Benedikt Borst

    Der Rohbau für das neue Laborgebäude steht. Arbeiter bringen das Dämmmaterial an den Außenwänden an. Auf die Dämmung montieren sie eine Metallkonstruktion, in die später nur noch die Paneele für die Fassadenverkleidung einzuhaken sind. Optisch wird sich der Neubau später an die bestehenden Laboklin-Gebäude auf der anderen Seite der Steubenstraße anpassen. "Das ergibt eine Flucht längs zum Bestand", erläutert Geschäftsführerin Elisabeth Müller .

    Das tiermedizinische Labor erweitert seinen Standort in der ehemaligen Kaserne inzwischen bereits zum dritten Mal. Aktuell entsteht für rund zehn Millionen Euro ein viergeschossiger Erweiterungsbau. Der soll 5500 Quadratmeter zusätzlichen Platz bieten für Büro- und Verwaltungsmitarbeiter. "Wir sind aktuell gut im Zeitplan", berichtet sie. Laufen die Arbeiten weiterhin reibungslos ab, werde das Gebäude bis Ende März 2020 und damit knapp ein Jahr nach Baubeginn fertiggestellt. Für Anfang April ist in dem Fall der Umzug geplant. Dann belegen die Mitarbeiter aus der telefonischen Kundenberatung , der Buchhaltung, aus Einkauf, Versand und Marketing ihre neuen Räume. Von Laborseite aus kommen Forschungs- und Entwicklungslabore sowie die Pathologie auf der gegenüberliegenden Straßenseite unter.

    Datenautobahn für Laborgeräte

    Im Innern der Baustelle ziehen Trockenbauer die ersten Wände ein und verlegen Schächte, Rohre und Leitungen für die Haustechnik. Der größte Brocken dabei: "70 bis 80 Kilometer Datenkabel brauchen wir im Neubau", erklärt Alexander Schrenk, der die Arbeiten von technischer Seite aus im Blick hat. Diese Masse sei notwendig, weil vor allem bei der Labortechnik entsprechend große Datenmengen anfallen.

    Bis Weihnachten sollen die Fenster eingebaut, das Gebäude damit dicht und die Lüftungsanlage in Betrieb genommen und an die Fernwärmeversorgung angeschlossen sein. "Die Lüftung ist die Hauptmaschine", sagt Schrenk. Für Labore sind feste Luftaustauschraten vorgegeben. Im Falle von Laboklin muss die Luft in einem Raum alle siebeneinhalb Minuten einmal komplett ausgetauscht sein. "Am Tag wird im Labor viel Luft umgesetzt. Das muss die Anlage auch können", sagt er. Die Lüftung ist nicht nur für den Luftaustausch zuständig, sondern sie dient auch als Heizung, als Klimanlage, als Luftfilter und ist mit einer Wärmerückgewinnungsanlage gekoppelt. "Damit schmeißen wir keine wertvolle Energie nach draußen", erklärt Geschäftsführerin Müller.

    Im Labor fällt durch die vielen Maschinen auch einiges an Prozessenergie an - sprich die Geräte wärmen einen Raum mit. Diese Prozessenergie wird so gleich mitgenutzt. Das Labor müsse strenge Energievorgaben einhalten, der Rückgewinnungsgrad liege bei rund 90 Prozent. "Der Verlust ist minimal", erklärt Schrenk.

    Die Lüftung und die Haustechnik sind im Dachgeschoss untergebracht. Der Rest der Etage wird zu einem Seminarraum ausgebaut, in dem bis zu 100 Personen Platz finden sollen. "Da sind wir gerade in der Detailplanung, was wir an Medientechnik haben wollen", berichtet Müller. Die muss vor allem für Videokonferenzen geeignet sein, damit Mitarbeiter von zuhause, aus dem Außendienst oder von einem Tochterlabor an Besprechungen teilnehmen können. "Die Technik muss stabil laufen, dass man zum Beispiel auch jederzeit Ultraschallbilder, Präsentationen oder Mikroskopie-Sessions dazuschalten kann", erklärt sie die Anforderungen. In Sachen Medientechnik lasse sich Laboklin vom Zentrum für Telemedizin beraten.

    "Wir haben jetzt das Jahr der Umzüge gehabt", sagt die Geschäftsführerin. Die kleineren Tochterlabore in Österreich, der Schweiz, Spanien und der Slowakei sind aus ihren Räumen herausgewachsen und haben sich vergrößert. Für 2020 ist die Erweiterung des Standorts in Polen und des Firmensitzes in Bad Kissingen geplant.

    Benedikt Borst

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