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    Langendorf

    Bauarbeiten an Klöffelsbergbrücke: Zweite Brücke befahrbar

    Seit gut drei Jahren wird an der Klöffelsbergbrücke bei Langendorf gearbeitet: Zunächst wurde der gesamte Verkehr auf den westlichen Teil der Doppel-Brücke verlagert, der östliche Teil abgebrochen und erneuert. Im Januar 2017 begann das ganze Spiel dann von vorne mit der westlichen Teil-Brücke. "Die Betonarbeiten sind komplett abgeschlossen", berichtet Marc Urschlechter, der den Brückenbau für die Autobahndirektion Nordbayern vor Ort betreut, und: "Mittlerweile ist die Baugrube verfüllt und der Damm verbreitert."


    Lob für die Baufirma

    Allein in den bis zu 28 Meter tiefen Bohrpfählen, den Fundamenten und den Pfeilern stecken 880 Tonnen Stahl und 8800 Kubikmeter Beton . Beide Brücken wurden in rund 25 Meter langen Abschnitten betoniert und dann übers Tal geschoben. Im Wochentakt wurden so rund 54 Tonnen Stahl und 310 Kubikmeter Beton verarbeitet. "Das hat alles sehr gut geklappt", lobt auch Hartmut Metz die Zusammenarbeit mit der Firma Arlt. Metz ist als Abteilungsleiter für mehrere Brücken-Neubauten entlang der A 7 zuständig. Dass an der Klöffelsberg-Brücke ein relativ kleines Familien-Unternehmen mit fast ausschließlich eigenem deutschen Personal den Zuschlag erhalten habe, sei "die absolute Ausnahme". Die Firma habe bewiesen, dass gute Qualität im Rahmen eines exakten Zeitplans möglich sei.


    Dass die Baukosten von 25 auf 28 Millionen Euro stiegen, habe auch nichts mit der Firma zu tun, sondern sei gut begründbar: "Bei uns ist der Prototyp immer auch gleich das End-Bauwerk", verweist Metz zum einen darauf, dass statische Details immer erst im Rahmen der Ausführungsplanung nachgerechnet würden. Zudem habe es zwei ungeplante Kostenmehrungen gegeben: Der Untergrund nördlich der Brücke war felsiger, als zuvor erwartet. "Die Bodenklasse hat uns zu schaffen gemacht", sagt Urschlechter. Auf einer Länge von mehreren hundert Metern musste deshalb die Fahrbahn neu aufgebaut werden.

    Zum anderen wurde nachträglich entschieden, sich um die Entwässerung des Mittelstreifens gleich mitzukümmern. "Das hätten wir eh in spätestens fünf Jahren machen müssen, dann wäre wieder alles gesperrt worden", begründet Urschlechter die Entscheidung. Insgesamt mussten die beiden Richtungsfahrbahnen rund 400 Meter in Richtung Norden und 600 Meter in Richtung Süden angeglichen werden, denn: Die Neigung der Brücke wurde wegen der Kurve von zwei auf fünf Prozent erhöht. Das bedeutet 60 bis 70 Zentimeter Höhen-Unterschied pro Fahrbahn. Außerdem ist die östliche Brücke einen halben Meter breiter als die alte: statt 11,50 jetzt 12 Meter.


    Restarbeiten bis Ende November

    Aktuell rollt der Verkehr komplett über die östliche Brücke: Jeweils zwei Fahrspuren in beide Richtungen sind dort untergebracht. Behinderungen und Unfälle habe es im vergangenen Jahr zum Glück fast keine gegeben. In den kommenden Monaten werde der Verkehr nun mehrfach umgelegt: Unter anderem sind zwei verengte Spuren auf jeder Brücke nötig, um Arbeiten am Mittelstreifen abzuschließen. Ende Oktober sollen beide Brücken-Teile dann komplett frei gegeben werden. Die Restarbeiten neben und unter der Brücke samt Bau des Regen-Rückhaltebeckens dauern dann noch bis Ende November.

    Abteilungsleiter Metz wird dennoch nicht langweilig: Entlang der A 7 sollen die Schraudenbach-Brücke bis 2019 sowie die Pleichach-, Kürnach- und Rothof-Brücke bis 2021 fertig werden. Und im Herbst 2019 geht es mit der Erneuerung der Thulbatal-Brücke los. Ralf Ruppert

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